Beton der alten Lehrer

Beton der alten Lehrer

Wer Fritz Neugebauer einmal zugesehen hat, wie er als Zweiter Nationalratspräsident die Abgeordneten genervt, aber bewegungslos ermahnt, jetzt aber wirklich mit dem Schwätzen aufzuhören, der weiß: Einen Besseren als den GÖD-Chef hätte die Lehrergewerkschaft als obersten Vertreter nicht finden können.

Deren Vorsitzender Paul Kimberger ist tatsächlich kaum mehr als ein jüngerer Neugebauer - ein ebenso zäher Betonmischer und Blockierer aus Überzeugung.

Den Archetypus des heimischen Lehrers vertreten beide nicht - schon längst nicht mehr.

Denn die Jungen und Engagierten an Österreichs Schulen sind viel dynamischer, als Neugebauer und Kimberger es vermuten lassen - und sehr wohl Willens, Unterricht zeitgemäß zu gestalten. Unverständlich, warum sie sich von Auslaufmodellen vertreten lassen und es in der Lehrergewerkschaft nicht längst schon eine Palastrevolution gegeben hat. Stattdessen erlauben leistungswillige junge Lehrer ihren zumindest im Geiste alten Standesvertretern, weiter an jenem Katastrophenimage zu basteln, das Lehrer inzwischen haben. Das schadet ihrem eigenen Wohlbefinden -nicht von ungefähr entwickelt sich das anfängliche Engagement vieler junger Pädagogen bald in Richtung Frustration. Vor allem schadet es der Güte der Ausbildung unseres Nachwuchses.

Und irgendwann passen sich die meisten dieser jungen Lehrer dann wohl dem Beton der Alten an und werden wie sie. Das ist der Zeitpunkt, wenn sie reif für ein Engagement in der Lehrergewerkschaft sind.

- Klaus Puchleitner

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