Be frank, Frank!

Be frank, Frank!

Angelika Kramer über Transparenz und was die für Stronach bedeutet.

Wahrheit, Transparenz und Fairness hat sich Frank Stronach auf seine Wahlkampffahnen geheftet. Und grundsätzlich sind alle drei Werte durchaus zu begrüßen. Gerade die Transparenz gewinnt in Zeiten, in denen Österreichs Politiker den U-Ausschuss mit einem Schweigegelübde torpedieren, zusehends an Bedeutung. Nun gilt es aber, diese hehren Werte auch mit Leben zu erfüllen.

Und genau dabei hapert’s bei Stronach. Wie transparent ist jemand, der zwar zum x-ten Mal beteuert, dass er in Österreich eine Million Euro an Steuern zahlt, dies aber nicht belegen will? Wie transparent ist jemand, der seinen Lebensmittelpunkt ausgerechnet im Schweizer Steuerparadies Zug definiert?

Ich glaube Stronach, wenn er sagt, er zahle in Österreich, Kanada und der Schweiz rechtmäßig seine Steuern - aber was hindert ihn daran, uns auch seine Steuererklärung zu zeigen? Ich glaube ihm auch, wenn er in seinem Wahlkampf-Spot behauptet, er habe an diverse heimische Einrichtungen Millionenbeträge gespendet - aber wieso legt er das nicht offen?

Frank Stronach sorgt mit seinen Spots im US-Stil für eine Amerikanisierung des Wahlkampfs. Gerade in den USA aber ist es gang und gäbe, dass die Präsidentschaftskandidaten ihr Vermögen und ihre Steuern offenlegen. Sogar Mitt Romney musste kürzlich diesbezüglich klein beigeben. Was hindert Stronach daran, das auch zu tun? Der Multimillionär sollte sich endlich seine eigenen Werte zu Herzen nehmen und uns Einblick in seine Bücher geben.

Let’s be frank, Frank!

- Angelika Kramer

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