Authentischer Mini-Marokkaner: Herbert
Hacker über das „Le Petit Maroc“ in Wien

Le Petit Maroc“ heißt das Lokal, und es ist wirklich alles andere als groß. Ein paar Tische, marokkanische Lampen, wenig Zierrat, alles sehr minimalistisch. Mit marokkanischer Küche ist Wien ja nicht sonderlich gesegnet, was schade ist. Im Aux Gazelles etwa hat das Essen nie wirklich überzeugt, dort geht es mehr um Disco und Hamam. Das Petit Maroc hingegen gibt eine Ahnung, wie gut marokkanisches Essen sein kann.

Es wird von Marokkanern betrieben, und auch in der Küche stehen Frauen aus Marokko, die klassische, sehr bodenständige Gerichte zubereiten. Hummus als Vorspeise ist jetzt nicht gerade der Originalität letzter Schrei, die gefüllten Teigtaschen „Briwat Bladi“ hingegen erweisen sich als ausgesprochen delikat – gefüllt mit Hühnerfleisch oder Spinat. Besonders gelungen sind aber die Schmorgerichte in den für die marokkanische Küche charakteristischen Tontöpfen. „Tagine de Poulet“ ist ein wunderbar zubereitetes Huhn mit karamellisierten Früchten, hervorragend auch das Lamm mit Pfl aumen („Agneau aux Prunaux“) – in Marokko ein Klassiker wie in Wien das Schnitzel, versichert der Wirt.

Neben einigen Couscous-Varianten ist auch noch ein Dessert zu empfehlen – eine Orangen-Zimt-Creme mit der schönen Bezeichnung „Crème d’Amour“. Und sogar marokkanischen Wein gibt es in dem sympathischen Orient-Bistro: eine Sidi Brahim Cuvée und einen „Domaine de Sahari“ – auch ein hübscher Name. Insgesamt ein Lokal, wie es etwa in Paris viele gibt: unkompliziert, authentisch und gut.

Name: Le Petit Maroc
Adresse: 1070 Wien, Neubaugasse 84; Tel.: 01/944 55 66
Öffnungszeiten: Mo–Sa 12–24 Uhr
Preise: Vorspeisen bis 5,20, Hauptspeisen bis 12,90 Euro

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