Aufgezwirbelt

Aufgezwirbelt

Michael Spindelegger sorgte beim gestrigen ORF-Sommergespräch für einige (sonderbare) Überraschungsmomente.

Man hatte das Gefühl, dass er es wirklich einmal allen so richtig zeigen wollte. Dem Leitl, dem Pröll Erwin, seinen Jugendgefährten – die ihn stets als (zu) brav titulierten – und… dem Armin Wolf. Immerhin haben die Schwarzen „aufgedeckt“, dass Wolf früher Mal ein JVP-Mitglied war. Toll!

Dabei wirkte Spindelegger optisch gar nicht so angriffig, sondern eher noch braver als sonst. Sein Friseur hat ihm sogar seinen üblichen „Giftschippel“ am Hinterkopf weggeföhnt und den Scheitel noch sorgfältiger in die Stirn gezogen. Nichtsdestotrotz war der Vizekanzler gereizt und angriffslustig (zu viel Espresso?). Für seine Verhältnisse wurde er streckenweise so richtig laut. Das hat sogar Armin Wolf überrascht. Die Frage des Abends: Warum sind sie heute eigentlich so aufgezwirbelt?

Unterm Strich wirkte der Auftritt Spindeleggers gerade deshalb aufgesetzt und künstlich. Allerdings schaffte er es damit zumindest die Inhaltsleere seiner Aussagen zeitweise zu überspielen. Es wurde gestern aber auch offensichtlich, warum die ÖVP bei Wahlumfragen bei knapp über 20 Prozent herumdümpelt. Denn auch ein gereizter und unüblich lauter Michael Spindelegger ist langweilig.

Die eigentliche Überraschung des Abends lieferte dafür Armin Wolf, mit seiner abschließenden Ankündigung, dass die Sommergespräche 2013 ohne ihn stattfinden werden. Spindelegger wird wohl auch nicht mehr dabei sein…

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