Apple: Vom Kult- zum Schrottobjekt

Apple: Vom Kult- zum Schrottobjekt

Der Marketing-Hype um das iPhone 5 nervt. Mag sein, dass Apple mit seinen Design-Ideen noch immer den Nerv der Verbraucher trifft, aber was die Qualität seiner Produkte betrifft, ist die einstige Kultmarke weit von dem entfernt wofür der angebissene Apfel in früheren Zeiten stand.

„Kaputte Platine – da ist nichts mehr zu machen“, so das vernichtende Urteil. Gefällt hat es ein Angestellter in einem Handyshop. Betroffen ich bzw. eigentlich mein iPhone 4, dass zu diesem Zeitpunkt gerade einmal 15 Monate auf dem Buckel hatte. - Entschuldigung iPhones haben ja keinen Buckel, sondern sind flach wie eine Flunder. Seit neuestem noch ein bisschen flacher, wie ich den unbezahlten Einschaltungen in "Heute" und "Österreich" entnehme.

Genauso flach ist auch das, was Apple unter Kundenservice versteht. Wie sonst könnte es sein, dass Mobilfunkbetreiber ihre Kunden zuerst einmal in einen Handyreparaturshop schicken, „weil Apple ohnehin nur einen kostenpflichtigen Austausch des Gerätes anbietet.“

2 Jahre Gewährleistung - what's that?

Keine Rede von einer zweijährigen Gewährleistung, wie es im europäischen Konsumentenschutz eigentlich festgehalten ist. Apple garantiert gerade einmal ein Jahr, danach gibt’s dann halt eine „Kulanz“-Lösung. Sprich: Man zahlt ungefähr den Einkaufspreis und erhält dafür ein „funkelnagelneues“ iPhone. Allerdings mit den gleichen Attributen wie das alte. Ob es wirklich ein neues war, lässt sich für den Konsumenten ohnehin nicht feststellen – und bei meinem „neuen“ Iphone 4 keimen in mir gewisse Zweifel auf. Kurz in Besitz genommen, gibt es schon wieder einen Mangel. Das Telefon klingelt nicht – sprich es gibt keinen Laut von sich. Ziemlich dämlich bei einem Handy, oder?

Ziemlich viele "Zufälle"

Naja, was soll’s ein blöder Zufall dachte ich mir im ersten Moment. Bis, ja bis wir zufällig im Kollegenkreis über die Macken des „neuen“ iPhones sprechen und ein Kollege erzählt, dass sein IPhone vor kurzem nach knapp 18 Monaten ebenfalls den Geist aufgegeben hat. Diesmal war’s der Druckknopf, wie ich es als ahnungsloser Anwender bezeichnen würde. Das ist jenes, mit einem abgerundeten Viereck – wahrscheinlich patentgeschützt - gekennzeichnete Teil am unteren Ende des iPhones, welches dazu dient das Ding, aus dem Standby-Modus „zu erwecken“. Doch damit nicht genug: Mindesten drei seiner Bekannten haben eine ähnliche Erfahrung gemacht.

Lauter Einzelfälle? Mag sein, aber es muss sich schon um einen ziemlichen Zufall handeln, oder?

Es war einmal ...

Ach ja, bevor ich es vergesse zu erwähnen. Den Beweis, dafür dass der angebissene Apfel einst ein echter Garant für Qualität war kann ich ebenfalls antreten: Mein LC II mit Farbmonitor, 4MB Arbeitsspeicher , 40 MB Hauptspeicher (sic!) – gekauft Anfang der Neunziger um sagenhafte 40.000 Schilling (2.906 € inklusive Drucker, ebenfalls von Apple) - funktioniert noch immer. Gleiches gilt auch für den iMac, übrigens eines der ersten in Österreich verfügbaren Modelle.

Billig war Apple nie, aber zumindest haben die Rechner gehalten, was sie versprochen haben. Doch das ist lange her, und Apple noch nicht die teuerste Marke der Welt.

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