Apple beißt ab - und das ist gut so

Apple beißt ab - und das ist gut so

Apple bringt Quote, Apple bringt Klicks. Medienmacher haben die erhöhte Aufmerksamkeit in den letzten Jahren gern für sich umgemünzt, mit der das Publikum nach Cupertino blickte, wenn eine Apple-Präsentation angekündigt war.

Am 2. Juni war es wieder soweit. Die Programmierer wurden informiert, was sie aus den Programmen so alles bauen können. Nicht mehr, nicht weniger. Kein Blitz kam aus dem Himmel. Die Programmierer waren zufrieden, viele andere enttäuscht. Warum eigentlich? Bahnbrechende Konzepte wie ein iPhone gibt es nicht in der Dauerschleife. Haben Revolutionen ihr Ablaufdatum erreicht, sind sie bereit für die Geschichtsbücher. Elektronische Produkte mit Erlöserphantasien zu verknüpfen, ist nicht mehr ganz zeitgemäß. Der Einzige, der das inszenierungstechnisch hinbekommen hat, ist schon im Himmel. Apple ist erfrischend normal geworden: eine Firma, deren Altvordere langsam in Pension gehen. Ein Chef, der den strategischen Kurs ausbalancieren muss und ab und zu von der Konkurrenz überholt wird. Apple macht noch immer bombige Geschäfte, sitzt auf einem Geldberg, mit dem sie viele Mini-Revoluzzer einkaufen können, wenn ihnen selbst nichts einfällt. Let's face it: Apple ist in der Realität angekommen - hoffentlich folgen bald die Erwartungen des Publikums.

- Barbara Mayerl

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