Als wäre das Geld abgeschafft

48 Millionen Dollar für ein Bild von Jean-Michel Basquiat? Selbst der US-Star Galerist Larry Gagosian fragte sich nach der Mai-Auktion von Christie’s in New York verwundert, ob im Saal Crack versprüht worden sei. Es war die umsatzstärkste Kunst-Auktion in der Geschichte...

Ähnlich flüssig der Cashflow bei der ersten Art Basel in Hongkong, dem neue Hotspot des dynamischen asiatischen Kunstmarktes, wo sich neben den chinesischen Emerging Collectors superreiche Sammler aus den Emiraten, Russland, Europa wie Amerika tummeln und demgemäß auch alle internationalen Big Player der Szene mitmischen wollen. Ganz zu schweigen von den Ergebnissen der eben abgelaufenen Art Basel: 1,5 Millionen Dollar für eine Fotoarbeit von Cindy Shermann, sechs für ein Gemälde von Joan Mitchell, 3,5 für einen Baselitz. Die Preise übertreffen mittlerweile jeden angemessenen Wert.

Kunstwerke zählen zum neuen Lieblings-Anlageobjekt der Superreichen, als krisensichere Investition wie imageträchtige Dekoration. Das zieht Analysen über das durchgeknallte Betriebssystem Kunst nach sich: Was bleibt marktkonform, was ist „the next big thing to buy“? Den heimischen Galeristen kosten solche Stategiespiele nur ein Lächeln. Zwar sind österreichische Künstler international präsent, liegen aber in Relation preislich im unteren Drittel. Und auch wenn Österreich zu den Staaten mit der höchsten Dichte an Millionären zählt, endet die Risikofreude der meisten Sammler hierzulande schon bei 15.000 Euro. Vorort also keine Rede vom adrenalingeladenen Eldorado für Investoren. Andererseits: Sehr teuer bedeutet bekanntlich nicht immer sehr gut.

- Michaela Knapp

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