Alles neu. Oder fast

Alles neu. Oder fast

Volles Haus im Hohen Haus, das gibt es nicht oft. Selbst an Plenumstagen glänzen Abgeordnete ja gerne durch Abwesenheit. Doch zur ersten Sitzung des neu gewählten Nationalrates saßen alle 183 Mandatare brav an ihren Plätzen.

Auch Besuchergalerien und Journalistenlogen waren prall gefüllt. Immerhin erhoffte man sich von der ersten Nationalratssitzung der neuen Legislaturperiode eine Manifestation jener neuen Politik, wie die – neuen-alten – Koalitionsparteien sie vor und nach der Wahl versprochen haben.

Und tatsächlich ist der ehrwürdigen Institution eine gewisse Buntheit, die Einzug gehalten hat, nicht abzusprechen. Dass unten vor dem Mikrofon einer die Arme spreizt, um den Flügelschlag eines Vogels zu imitieren (Matthias Strolz), hat es bisher eher nicht gegeben. Dass eine Klubchefin eine Antrittsrede lang über Nationalstolz spricht und das mit reihenweise englischen Zitaten unterfüttert (Kathrin Nachbaur): auch neu. Dass eine Rede auf Slowenisch startet (Angelika Mlinar): frischer Wind. Und sobald Stronach an ein Rednerpult tritt, spielt es ohnehin Hollywood – Frank ist einfach Frank, selbst im Nationalrat.

Ebenfalls neu: Laura Rudas und Josef Cap scheinen ein paar Sitzreihen nach hinten gerückt zu sein, was durchaus als Zeichen sinkender Bedeutung interpretiert werden mag. Doch wenn Gabriele Heinisch-Hosek von der SPÖ sagt, dass ihre Fraktion „von koalitionsfreien Räumen weniger begeistert“ sei: Dann ist das eigentlich doch wieder ganz schön Politik alt, Regieren alt und Koalition alt. Man darf gespannt sein, was folgt.

- Klaus Puchleitner

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