Algorithmusstörungen

Algorithmusstörungen

Schicksalhaft. Ein Vater entdeckt seinen ermordeten Sohn auf einer Google-Maps-Karte. Just zum Zeitpunkt des Mordes war eine Luftaufnahme gemacht worden. Angesichts der Umstände erklärte sich Google bereit, die Leiche "ausnahmsweise“ zu entfernen. Gut so.

Dieser Tage erzählte der Google-Vorstandsvorsitzende, dass man den Index um 100.000 Suchbegriffe zu Kinderpornografie gesäubert habe. Auch gut so. Beide Vorgänge stoßen beim Verbraucher sicher auf ungeteilte Zustimmung. Mit dem Image, das sich der Konzern gern gibt, nicht ins Weltgeschehen einzugreifen, passt das nicht zusammen.

Google spielt seine Machtfülle gern herunter und tut das auch bei den in Brüssel laufenden Kartellverhandlungen. Seit 2010 streitet man vor dem EU-Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia darüber, wie objektiv die Ergebnisse sind, die die Suchmaschine ausgibt. Vor dem Algorithmus sind manche Firmen offensichtlich gleicher als gleich, vor allem wenn sie Google nahe stehen. Das ist nicht gut so. Die Verbraucher können darauf warten, dass Brüssel den richtigen Weg findet - oder sie nehmen das Heft selbst in die Hand. Es gibt alternative Suchmaschinen, zu finden auf Google.

- Barbara Mayerl

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