Ängstliche Kronzeugen

Berthold Thoma, der verstorbene Chef des Mobilfunkers "3“, war vor Jahren der Erste, der die Geiselhaft-Problematik des iPhone ansprach. Ex-Orange-Chef Michael Krammer war der Erste, der den Mumm hatte, diese Praktiken konkret zu kritisieren. Hinter vorgehaltener Hand war das Jammern bei den Mobilfunkern seit langem zu hören: Rigide Vorgaben bei der Produkt-Inszenierung, eine Zuteilungspolitik wie sie sonst nur noch in autokratisch geführten Regimen vorkommt und dann noch Strafzahlungen, wenn die gewünschte Stückzahl nicht verkauft wurde.

Am 27. Mai wurde bekannt, dass die EU-Kartellwächter die iPhone-Verträge mit den Mobilfunkern unter die Lupe nehmen wollen - endlich. Bekannt wurde auch, dass das unter Zusicherung von Anonymität passieren müsse, da sich etliche Mobilfunker nicht offen auszusagen trauten. Liebe Mobilfunker, wenn Ihr jetzt nicht in den Zeugenstand geht, werden solche Praktiken nie aufhören. Im Gegenteil, das macht Schule. Die Konkurrenz wird - wie sie es meist bei Apple macht - die besten "Ideen“ kopieren. Muss es wirklich so weit kommen, dass wir ein Zeugenschutzprogramm für aussagewillige Mobilfunker brauchen?

- Barbara Mayerl

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