McDonald's: Heimatmarkt kriselt, blendende Österreich-Geschäfte

McDonald's: Heimatmarkt kriselt, blendende Österreich-Geschäfte
McDonald's: Heimatmarkt kriselt, blendende Österreich-Geschäfte

Das Image von McDonald's ist angekratzt: In den USA gehen die Umsätze zurück, in Österreich laufen die Geschäfte hingegen rund.

McDonald's steckt in der Krise: Der Burgerriese kämpft mit Imageproblemen, der Konkurrenz, Umsatzrückgängen am wichtigen Heimatmarkt USA und er liegt auch mit seinen eigenen Mitarbeitern im Clinch. Nur in Österreich scheinen die Geschäfte blendend zu laufen.

Der kriselnde Fast-Food-Riese McDonald's hat unter steigendem öffentlichen Druck eine Lohnerhöhung für zehntausende Mitarbeiter in den USA beschlossen. Ab Juli werde das Einstiegsgehalt einen Dollar über dem Mindestlohn im jeweiligen US-Bundesstaat liegen, teilte McDonald's mit. Bis Ende 2016 solle der durchschnittliche Stundenlohn von neun auf zehn Dollar (8,37 auf 9,30 Euro) steigen. Zudem wolle der Konzern Angestellten künftig unter bestimmten Bedingungen bezahlte Auszeiten erlauben.

Davon profitieren allerdings nur Mitarbeiter in den konzerneigenen Schnellrestaurants. Da 90 Prozent der insgesamt über 14.300 US-Filialen von Franchise-Partnern betrieben werden, betrifft die Maßnahme nur etwa 90.000 von insgesamt rund 750.000 Angestellten. Die mehr als 3.100 Franchise-Nehmer würden selbst entscheiden, betont McDonald's.

Dafür gab es umgehend Kritik von der Washingtoner Denkfabrik Economic Policy Institute EPI, die sich für die Rechte von Geringverdienern einsetzt. "Wenn McDonald's sich wirklich um seine Arbeiter kümmern würde, sollte es seine Franchise-Partner ermuntern, die Löhne zu erhöhen, oder das selber in den Franchise-Verträgen vorschreiben", teilte das EPI mit.

McDonald's gerät zunehmend unter Druck: Mitarbeiter fordern bereits seit längerem einen Mindeststundenlohn von 15 Dollar und das Recht, Gewerkschaften zu bilden.

Gesunkene Arbeitslosenrate zwingt McDonald's zu Lohnerhöhung

Zusätzlich zu Lohnerhöhungen und Urlaubsgeld plant der weltgrößte Fast-Food-Konzern auch, Mitarbeitern Bildungsangebote zu unterbreiten. McDonald's will Angestellten beim Schulabschluss und auf dem Weg ans College zur Seite stehen und Englischkurse anbieten, falls die dies nicht die Muttersprache sei. Diese Angebote sollen auch für Mitarbeiter der Franchise-Partner gelten.

Der Fast-Food-Konzern steht wegen seiner Arbeitsbedingungen schon lange in der Kritik. Mitarbeiter protestieren und streiken regelmäßig für höhere Löhne. Der Druck auf McDonald's wurde immer größer, da die US-Arbeitslosenrate im Februar von 5,7 auf 5,5 Prozent gesunken ist und seit mehr als einem Jahr Monat für Monat mehr als 200.000 Jobs entstanden sind. Zudem erhöhten auch andere Großunternehmen aus dem Niedriglohnsektor die Gehälter.

Der Branchenkenner Mark Kalinowski vom Analysehaus Janney Montgomery Scott sagte der "New York Times", ein McDonald's-Manager habe ihm kürzlich anvertraut, dass das Unternehmen die Löhne erhöhen müsse, um angesichts der verbesserten Arbeitsmarktbedingungen überhaupt die Angestellten halten zu können.

McDonald's leidet unter einem Imageverlust.

Umsatzrückgang und Imageverlust

Die Schnellrestaurant-Kette kämpft außerdem mit steigender Unbeliebtheit bei Kunden und kann einen weiteren Imageverlust schlecht gebrauchen. Der Umsatz im US-Heimatmarkt sinkt seit Monaten. Im Februar verkaufte McDonald's in den USA 4,0 Prozent weniger Fastfood als im Vorjahresmonat. Auch in Asien, dem Nahen Osten und Afrika sanken die Umsatzzahlen um 4,4 Prozent. Lediglich in Europa stieg der Umsatz minimal um 0,7 Prozent. Erst Anfang März übernahm der neue Vorstandschef Steve Easterbrook vom erfolglosen Vorgänger Don Thompson.

Nach Amtsantritt rief Easterbrook in ungewohnt deutlichen Worten den Krisenmodus aus. McDonald's leide unter einem "aggressiven Wettbewerb" und müsse sich "dringend" den veränderten Vorlieben der Verbraucher anpassen. In den USA machen McDonald's neben den klassischen Rivalen wie Burger King oder Wendy's auch Premiumanbieter wie Shake Shack, Five Guys oder In-N-Out zu schaffen.

Österreich-Geschäfte laufen blendend

Mit einer überraschenden Ankündigung versucht McDonald's nun in Deutschland, wieder mehr Kunden in den Fast Food-Filialen zu locken. An den wichtigsten Standorten werde McDonald's künftig einen Tischservice anbieten, sagte Deutschland-Chef Holger Beeck Ende März. Vermutlich eine Maßnahme, um den seit zwei Jahren rückläufigen Umsatzzahlen entgegenzuwirken. Für Österreich gibt es noch keine konkreten Pläne, dass McDonald's-Mitarbeiter den Kunden das Tablett mit dem Menü an den Tisch bringen, man werde es sich aber ansehen, sagte Österreich-Unternehmenssprecherin Ursula Riegler

Hierzulande laufen die Geschäfte wie am Schnürchen. Österreich sei eines der innovativsten Länder und in vielen Bereichen Vorreiter, sagte Andreas Schmidlechner, Managing Director für McDonald's Österreich. Seit Juni 2014 testet der Burgerbrater in Wien und Umgebung einen Zustellservice. Österreich ist der Testmarkt für Europa. Die Umsatzzahlen können sich sehen lassen: Im vergangenen Jahr setzte der Burgerkonzern in Österreich 562 Millionen Euro um, 2 Millionen Euro mehr als noch 2013. Der Umsatz steigt seit Jahren an, 2011 lag er etwa noch bei 515 Millionen Euro. 158 Millionen Gäste aßen und tranken 2014 in österreichischen McDonald's-Restaurants.

Umsatzzahlen McDonald's Österreich seit 2010
Umsatz Gästeanzahl Verkaufte Cheeseburger
2010 481 Mio. 146 Mio. 29,62 Mio
2011 515 Mio. 153 Mio. 27,3 Mio.
2012 548 Mio. 157 Mio. 25,58 Mio.
2013 560 Mio. 157 Mio. 26,03 Mio.
2014 562 Mio. 158 Mio. 27,48 Mio.
Quelle McDonald's Österreich

McDonald's bei Österreichern beliebt

Zahlen von Euromonitor zufolge war McDonald's 2013 führender Anbieter von Fast Food in Österreich, der Marktanteil beträgt 39 Prozent. Am österreichischen Markt stellt Burger King keine Konkurrenz dar: Die Burgerkette aus Miami hat lediglich einen Marktanteil von 3 Prozent (2013). Gemessen an der Bevölkerungszahl hat McDonald's in Österreich eine der höchsten Filialdichten in ganz Europa: Derzeit gibt es zwischen Bregenz und Wien rund 194 Restaurants.

Und der Riese will hierzulande weiter wachsen: Bis Ende 2016 sollen alle rund 200 heimischen Restaurants umgebaut werden, durch ein neues System – bereits an 22 Standorten – werden Bezahl- und Abholschalter getrennt: Auf der einen Seite wird bestellt und bezahlt, auf der anderen mit Rechnung und Nummer das Menü abgeholt. Außerdem werden nun alle Speisen erst nach der Bestellung zubereitet.

Laut Euromonitor genießt McDonald's bei den Österreichern eine hohe Popularität, die Nachfrage nach Fast Food ist groß. 2013 gaben die Österreicher etwa 1,3 Milliarden Euro für Systemgastronomie aus. Die Beliebtheit von McDonald's dürfte auch heuer anhalten: Die Preise für Cheeseburger, Pommes und Co. sollen gleich bleiben, im Juni ist eine Aktion für Veganer und Vegetarier geplant.

Erfolgreich seit 38 Jahren: Das erste McDonald's Restaurant in Österreich am Wiener Schwarzenbergplatz im Jahr 1977

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