Martha Oberndorfer wird neue ÖBIB-Chefin

Martha Oberndorfer wird neue ÖBIB-Chefin

Martha Oberndorfer (53) folgt Rudolf Kemler (59) an der Spitze der Staatsholding ÖBIB (vorher ÖIAG) nach.

Die ÖIAG-Nachfolgegesellschaft ÖBIB wird künftig von einer Frau geleitet: Martha Oberndorfer (53), Leiterin der Bundesfinanzierungsagentur (OeBFA), wird die Staatsholding künftig führen. Sie wird bereits am 8. Juni ihren Posten antreten. Wie man sich mit dem bisherigen ÖBIB-Chef Rudolf Kemler (59) einigt, ist noch nicht klar, sein Vertrag läuft noch bis Ende Oktober 2015.

Das Finanzministerium hat Oberndorfer als Nachfolgerin von Rudolf Kemler (59) vorgeschlagen, der nach dem Abgang von OMV-Chef Gerhard Roiss seinen Hut nehmen muss. Am Dienstag hat der Ministerrat zugestimmt. Die Bestellung Oberndorfers erfolgt mit 8. Juni 2015, ihr Vertrag läuft drei Jahre, so das Finanzministerium. Kemlers Vertrag an der Spitze der Staatsholding läuft noch bis Herbst.

Sie setzte sich gegen neun andere Bewerber durch. Oberndorfer sei eine "ausgewiesene Expertin mit Managementerfahrung im Bereich des Kapitalmarkts sowie des Schulden-und Liquiditätsmanagements. Mit ihrer fundierten Ausbildung, exzellenten Kenntnissen im Banken- und Finanzierungsbereich sowie ihrem vertieften Verständnis für staatsnahe Unternehmen verfügt sie über die besten Voraussetzungen, um die Wahrung der Eigentümerinteressen in den Beteiligungsgesellschaften sicherzustellen", teilte das Finanzressort mit. Oberndorfer werde die von der ÖBIB nominierten Aufsichtsratsmitglieder in den Beteiligungsgesellschaften "bestmöglich unterstützen".

An der Spitze der ÖBIB wird Oberndorfer den Titel Generalsekretärin führen. Die Betriebswirtin, die auch ein MBA-Studium in Toronto absolvierte, war seit Anfang 2008 Chefin der Bundesfinanzierungsagentur und als solche für das Schuldenmanagement des Staates zuständig. Davor war sie im Vorstand der Bundespensionskasse und Geschäftsführerin einer Finanzierungsberatungsgesellschaft. Auch für die Bank Gutmann und den Gemeindefinanzierer Kommunalkredit (jetzt: KA Finanz) hatte die 53-Jährige gearbeitet.

Oberndorfers Nachfolge soll "ehestmöglich" ausgeschrieben werden

Oberndorfers Nachfolge in der Bundesfinanzierungsagentur wird interimistisch von Markus Stix wahrgenommen, dieser ist derzeit Prokurist bei der OeBFA. Der freigewordene Chefposten soll "ehestmöglich" ausgeschrieben werden. An der Spitze der Staatsholding ÖBIB wird Oberndorfer u. a. für teilstaatlichen Konzerne OMV, die Telekom Austria, die Post sowie die Casinos Austria zuständig sein. Die ÖBIB ist die Nachfolgegesellschaft der ÖIAG.

Die Österreichische Bundes- und Industriebeteiligungen GmbH (ÖBIB) ist die Nachfolgefirma der Staatsholding ÖIAG und wird bis dato von Kemler geleitet. Kemler war von 2012 an Chef der ÖIAG und wurde interimistisch auch zum Geschäftsführer der im März geschaffenen ÖBIB bestellt. Nach Turbulenzen in der Staatsholding wurde sein Vertrag jedoch im Vorjahr von 2017 auf den 31. Oktober 2015 verkürzt.

Mit der Umwandlung der ÖIAG in die ÖBIB wollte die Regierung die Staatsholding, die Anteile an der OMV, der Post und der Telekom Austria verwaltet, repolitisieren. Der sich selbst erneuernde Aufsichtsrat der ÖIAG war als eine Art Insiderclub von Papier- und Auto-Industriellen kritisiert worden. Aber auch die Repolitisierung der Staatsholding ist Anlass für Kritik, die Industrie zum Beispiel hatte zu Jahresbeginn vor parteipolitischen Begehrlichkeiten gewarnt. Für den scheidenden OMV-Chef Gerhard Roiss, der nach einer langen Schlammschlacht Ende Juni seinen Sessel räumen muss, ist die ÖBIB in ihrer jetzigen Form ein "Ding der Unmöglichkeit", wie er Anfang Mai in einem Interview sagte. "Ein Aufsichtsrat soll aus Experten bestehen, die auch die Zeit haben, sich der Aufgabe zu widmen."

Schelling will staatlichen Anteil an Casinos Austria aufstocken

Die ÖBIB hält die staatlichen Anteile an der OMV (31,5 Prozent), der Post (52,9 Prozent), der Telekom Austria (28,42 Prozent) sowie der APK Pensionskasse (29,95 Prozent). Außerdem wanderte vor kurzem der staatliche Anteil an den Casinos Austria (33,2 Prozent) von der Nationalbank-Tochter Münze Österreich zur ÖBIB.

Finanzminister Hans Jörg Schelling (ÖVP) will den staatlichen Anteil an dem Glücksspielkonzern aufstocken, um ihn später - nach Möglichkeit teurer - weiterzuverkaufen. Schelling hat aber einige Konkurrenten aus der Privatwirtschaft, die ebenfalls bei den Casinos einsteigen wollen und den Preis entsprechend treiben. Der Staat respektive Steuerzahler müsste für den Glücksspielkonzern geschätzte 400 bis 800 Mio. Euro in die Hand nehmen. Die Tatsache, dass das Finanzministerium einerseits für die Regulierung und die Konzessionen im Glücksspielsektor zuständig ist und gleichzeitig Eigentümer der Casinos und der mehrheitlich dazugehörenden Lotterien sein soll, wird von Juristen als bedenklich gesehen.

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