Marcel Hirscher: Die Zukunft des Ski-Superstars

Marcel Hirscher: Jetzt ist es Zeit, die Karriere zu feiern.

Marcel Hirscher und seine acht großen Kristallkugeln - Siegerpokale des Ski-Weltcups

Österreichs Mega-Skistar aus dem Salzburger Hallein tritt ab. "Das war es. Ich bin nicht mehr bereit, den Preis zu zahlen. Ich bin froh, meine Karriere gesund beenden zu können."

„In einer Zeitung habe ich heute die Kugel-Fotos all der Jahre gesehen. Das hat mich richtig zum Lachen gebracht. Den Marcel von 2012 gibt es ja gar nicht mehr…“ - das schrieb Marcel Hirscher am 11. März 2019 auf seinem „Hirscher Blog: Ei8th Strai8ght“, nachdem er den Ski-Weltcup gewonnen hatte – den achten in Folge, der mit einer Kristallkugel als Trophäe für den Sieger belohnt wurde.

Im selben Blog hatte er sich artig auch für die Unterstützung derer bedankt, die ihm die Jahre beigestanden sind.


Am Höhepunkt aufhören.

Doch nun hat der 30-Jährige das Ende seiner aktiven Karriere erklärt. Mit einer Bilanz, die ihresgleichen sucht: Auf seiner Habenseite stehen acht in Serie gewonnene große Kristallkugeln - die Trophäe für den Sieger im Ski-Gesamtweltcup, 14 Medaillen bei Olympischen Spielen - davon neun in Gold und fünf in Silber. Und bei zuletzt 14 Weltcuprennen im Winter hatte Hirscher alleine neun Siege eingefahren. Zuweilen mit einem Abstand, der mit „Welten liegen zwischen ihm und seinen Verfolgern“ kommentiert wurde.

67 Weltcupsiege in 245 Weltcuprennen konnte der Salzburger erringen. In weiteren 71 Rennen stand er auf dem Stockerl auf zwei oder Rang 3. Nur der legendäre Ingemar Stenmark (86) und die ebenfalls in dieser Saison zurückgetretene US-Amerikanerin Lindsey Vonn (82) haben mehr Weltcupsiege eingefahren. Hirscher ist damit Österreichs bester Skifahrer aller Zeiten. Und wohl auch der bestbezahlte.


Live-Blog: Zukunftspläne Marcel Hirscher


Welche Bedeutung und welchen Raum Marcel Hirscher in der österreichischen Gesellschaft einnimmt, wird alleine verdeutlicht, dass der ORF sein Programm anlässlich der Erklärung des Stars geändert hat. Die Politiker wurden mit ihrer Diskussion zum Nationalratswahlkampf hinter Hirscher gereiht und durften erst nach Hirschers Live-Sendung an den Start.


Als Sieger gehen.

Eine trend-Umfrage bescheinigte Hirscher schon 2016, dass er von den Österreichern einen immensen Popularitäts-Bonus und enormes Vertrauen genießt. Gemeinsam mit dem damaligen ÖFB-Teamchef Marcel Koller belegte Hirscher im trend-Ranking den ersten Platz.

Als Hirscher seinen Live-Termin unter dem Titel „Rückblick, Einblick, Ausblick“ bekanntgab, wurde prompt das Ende seiner Bilderbuch-Karriere postuliert

Mit 30 "und nach zwölf Jahren lädt mein Akku nicht mehr so schnell", sagte Hirscher, der sich freut, gesund vom aktiven Sport zurücktreten zu können und "mit dem Kleinen Fußballspielen und Motocross fahren zu können".

In einem ersten Schritt hatte Hirscher 2018 sein privates Leben neu geordnet. Er heiratete auf Ibiza seine langjährige Freundin Verena, im Oktober des Vorjahres kam mit einem Sohn das erste Kind der beiden zur Welt.


Die Heim-WM in Schaldming war das Größte.

Diejenigen, die vor allem auf die Gagen blicken, meinen, dass er sich ja noch gar nicht verabschieden kann, schließlich müsse er noch laufende Verträge erfüllen. Und raus aus den Verträgen, das wird sich ja so einfach nicht spielen, vor allem bei seinen Sponsoren nicht, zuvorderst Raiffeisen und Atomic, die ihm ja Millionengagen dafür zahlen, dass er an jedem Winterwochenende erfolgreich die Berge in Höchstgeschwindigkeit heruntersaust.

Der Millionengarantie der Sponsoren tritt ab

Selbstredend, dass mit einem Abgang von Marcel Hirscher vor allem bei Unternehmen, die viel in Sportsponsoring investiert haben, mehr als nur die Krokodilstränen fließen. Marcel Hirscher war der erste Sportler, der einen Bruttowerbewert von über zehn Millionen Euro erreicht hat und für die Sponsoren ein Garant für Erfolg, Leistungsbereitschaft und Sympathieträger war, der zudem seinen Erfolg in geordneten Bahnen lenkte.

Im Jahr 2018 wurde für Hirschers sportliche Performance nach Angaben der Agentur Fokus eine Medialeistung von 10,4 Millionen Euro errechnet, womit ihm im Sportsponsoring als erstem Sportler gelungen ist, mit einem zweistelligen Millionenwerbewert eine Schallmauer zu durchbrechen. Abseits der Skipiste war somit auch die Nummer Eins.

Raiffeisen-Sportmanager Leodegar Pruschak, der schon Skistar Hermann Maier betreut hatte und das auch immer noch tut, hatte jedoch bereits vor über vier Jahren festgehalten, dass die Bank den Ski-Superstar auch über dessen Karriere-Ende hinaus begleiten will.

„Ich will mich einfach nur bedanken – bei allen Wegbegleitern, Mentoren und Förderern, die mir positive Impulse und ehrliches Feedback gegeben haben, um mit dem Lernen niemals aufzuhören.“



Wirtschaft

Klimawandel: Energieverbrauch muss dramatisch sinken

Wirtschaft

Jeremy Rifkin: "Fossile Industrien werden wertlos"

Wirtschaft

Neuer Startschuss für Alibaba-Börsengang in Hongkong

Wirtschaft

Neues Online-Verzeichnis zeigt Stromtankstellen für E-Autos