Manpower-Studie: Stimmung der Unternehmer hellt auf

Die Arbeitgeber blicken positiv in die Zukunft, aber das Problem Fachkräftemangel bleibt virulent. Arbeitskräftevermittler Manpower hat die Stimmung der Unternehmer unter die Lupe genommen. USA, Taiwan und Australien sind auf dem Stockerlplatz der Optimisten. In Österreich ist die Stimmung aber auch sehr positiv.

Manpower-Studie: Stimmung der Unternehmer hellt auf

Die Corona-Pandemie ist noch nicht ganz bewältigt. Aber die Stimmung unter den Arbeitgebern hellt auf, was den Beschäftigungsausblick betrifft. Der internationale Personalvermittler Manpower Group hat im Rahmen seines Arbeitsmarktbarometers Unternehmen in 43 Ländern befragt. An der Umfrage haben insgesamt 45.000 Unternehmen teilgenommen. In Österreich waren es 529 Unternehmen.

Der Optimismus dürfte zurückgekehrt sein, und es zeichnet sich ein Boom auf den weltweiten Arbeitsmärkten ab. In den Personalabteilungen der Unternehmen starten offenbar auch die Vorbereitungen auf die Nach-Corona-Zeit. In bestimmten Branchen wird bereits ein Rennen um Mitarbeiter gestartet. Die Unternehmen wollen nun rasch neue Mitarbeiter einstellen. Gute Zeiten demnach auch für all diejenigen, die wechseln wollen.

"Die Ergebnisse des Arbeitsmarktbarometers für das 3. Quartal 2021 zeigen eine Fortführung des Aufwärtstrends, der seit der letzten Befragung im Januar eingesetzt hat", so das Fazit von Christoph Trauttenberg, Geschäftsführer von Manpower Österreich. "Wir sehen klare Anzeichen für eine Erholung der österreichischen Wirtschaft und damit verbunden positive Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt."

Manpower hat in seiner Erhebung folgende sechs Keyfindings identifiziert:


1. Der Optimismus nach Betriebsgröße

Die Wahrnehmung der wirtschaftlichen Vorzeichen sind jedoch recht unterschiedlich. Große Unternehmen (mit 250 oder mehr Mitarbeitern) sind mit einem Plus von 24 Prozent deutlich optimistischer als Kleinstunternehmen (weniger als 10 Mitarbeiter), die mit plus 4 Prozent am vorsichtigsten sind.


2. Anstieg der Beschäftigtenzahlen

Positive Signale senden Unternehmen für die Zukunft der Arbeitnehmer, vor allem der Arbeitssuchenden. Mit einem Nettobeschäftigungsausblick von +10% kommt es zu einer Steigerung gegen über Q2/2021, Im zweiten Quartal 2021 wird die Beschäftigtenzahl um 6 Prozentpunkte zulegen, melden Arbeitgeber in Österreich ermutigende Signale für Arbeitssuchende.

In allen sieben untersuchten Branchen prognostizieren die befragten Arbeitgeber in Österreich für das kommende Quartal einen Anstieg der Beschäftigtenzahlen, angeführt vom Bausektor (+13%) sowie Finanzwesen & Dienstleistungen und der Sachgütererzeugung (jeweils +11%). Das Schlusslicht bildet der österreichische Groß- und Einzelhandel mit einem nicht ganz so positiven Ausblick. Nur 3 Prozent des Handels blickt positiv in die Zukunft.

Die Erwartungen sind für alle Bundesländer positiv, der beste Ausblick wird für Tirol (+14%) prognostiziert. Kräftig ist auch die Zustimmung in Vorarlberg (plus 12 Prozent), der Steiermark und Niederösterreich (je plus 11 Prozent) gemeldet. Am schwächsten ist die Entwicklung im Burgenland mit plus 3 Prozent, das sei sogar ein Rückgang gegenüber dem dritten Quartal 2020.


3. Fachkräftemangel

Große Fragezeichen gibt es unverändert bei der Suche nach Fachkräften. So ist für 71 Prozent der befragten Unternehmen der Fachkräftemängel reale Wirklichkeit. Es gibt Schwierigkeiten bei der Besetzung offener Stellen. Das sind plus 5 Prozent mehr als noch im Jahr 2018.


4. Remote-Work

Das Home Office ist in den Unternehmen angekommen. Die Corona-Pandemie hat dies klarerweise befeuert.

Ein Viertel (25%) der Arbeitgeber prognostizieren, dass die Mehrheit ihrer Beschäftigten in den nächsten 6-12 Monaten weiterhin zum Teil im Home-Office bleiben werden. 28 Prozent der befragten Arbeitgeber haben dabei keine Bedenken im Zusammenhang mit Remote-Work. Am ehesten (27%) werden Auswirkungen auf die Unternehmenskultur erwartet.


5. Flexibilisierung

Der Trend zu mehr Flexibilität ist ungebrochen. Die meisten Arbeitgeber planen auch in Zukunft auf eine flexiblere Gestaltung der Arbeitsmodelle zu setzen. Über ein Drittel der Arbeitgeber (37%) plant eine Mischung aus Remote-Work und Arbeit am Arbeitsplatz anzubieten. Mehr als die Hälfte (54%) der Befragten planen Gleitzeit-Modelle mit flexiblen Start- und Endzeiten.


6. Globaler Ausblick

Weltweit rechnen die Arbeitgeber in 42 der 43 untersuchten Ländern mit einem Anstieg der Beschäftigtenzahlen im dritten Quartal 2021. Die stärksten Arbeitsmärkte werden in den USA (+25%), Taiwan (+24%) und Australien (+17%) gemeldet. Österreich liegt mit 10 Prozent auf Rang 16 der insgesamt 43 in der Umfrage gelisteten Länder.

Die schwächsten Beschäftigungsausblicke stammen von den Arbeitgebern in Argentinien (+1%), Panama (+1%) und Südafrika (+1%).

Erfreulich für die Exportwirtschaft Österreichs ist der Ausblick Im EMEA-Raum (Europa, Mittlerer Osten und Afrika). In diesen Ländern rechnet man in 22 der 26 an der Studie teilnehmenden Länder im kommenden Quartal ebenso mit Stellenzuwächsen.

Die stärksten Arbeitsmärkte des kommenden Quartals erwarten die Arbeitgeber in Irland (+15%), Griechenland (+15%) und Kroatien (+14%). Arbeitgeber in Spanien (+4%), Tschechien (+4%) und Südafrika (+1%) melden hingegen die schwächsten Beschäftigungsausblicke.



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