Fußball und Geld: Manchester United ist die Nummer 1

Sportlich waren die vergangenen drei Jahre für Manchester United eher durchwachsen. Finanziell hat der Fußball-Top-Klub aus Englands Premiere League dennoch kräftig zulegen können. Als erster Profi-Klub hat ManU die drei Milliarden Euro Unternehmenswert überschritten. Real Madrid und FC Barcelona rangieren dicht dahinter. Der Gesamtwert der 32 Top-Klubs Europas ist um 14 Prozent auf rund 30 Milliarden Euro gestiegen.

Fußball und Geld: Manchester United ist die Nummer 1

Manchester United ist wieder Spitze - zumindest nach Werten ist der Klub ganz oben. Das sporltiche Comeback hat ManU mit dem Gewinn der Europa League geschafft - nach vier Jahren europäischem Mittelmaß.

Sportlich sieht die Unternehmensberatung KPMG den englischen Traditionsklub Manchester United nicht unter den Glanzlichtern. Und das, obwohl ManU erst vorige Woche mit der Europa League den zweitwichtigsten Fußball-Wettbewerb der Welt gegen Ajax Amsterdam mit 2-0 klar für sich entscheiden konnte. Allerdings: Die Daten der gerade abgelaufenen Saison haben die Fußball-Experten von KPMG heuer nicht mehr in ihre Studie eingerechnet.

Und dennoch: ManU, lange Zeit die unumstrittene Nummer 1 auf den Ranglisten der Beratungsunternehmen von KPMG und vor allem auch Deloitte, kann beim Unternehmenswert in der europäischen Spitzenklasse siegen. Erstmals ist ein Fußball-Klub in Europa somit über drei Milliarden Euro wert. In der Studie “Football Clubs’ Valuation: The European Elite 2017” hat KPMG die 32 führenden europäischen Fußballvereine unter die Lupe genommen und die Finanzinformationen analysiert.

ManU rangiert mit 3,004 Milliarden Unternehmenswert auf Rang 1. Platz 2 hält Real Madrid mit 2,89 Mrd. Euro vor FC Barcelona mit 2,68 Mrd. Euro "Unternehmenswert". Juventus Turin, das sich am Samstag im weltweit wichtigsten Fußballwettbewerb für Vereine in der Champions League im walisischen Cardiff Real Madrid gegenübersteht, bringt es auf Rang 9 mit noch 1,15 Milliarden Euro - also etwas mehr als ein Drittel des Wertes der Madrilenen.

Die 6 Eckdaten der Analyse

Der KMPG-Bericht analysiert die öffentlich verfügbaren finanziellen und nicht finanziellen Informationen zu den 32 bekanntesten Vereinen aus den Spielzeiten 2014/15 und 2015/16. Die soeben beendete Saison ist in den Berechnungen nicht inkludiert. Grundlage der Analyse ist der Gesamtumsatz sowie fünf weitere Merkmale wie Wirtschaftlichkeit, Beliebtheit, Eigentumsrecht am Stadion, Übertragungsrechte und das Sportpotenzial.

„Der Gesamtunternehmenswert der 32 führenden europäischen Fußballclubs ist im Vergleich zum Vorjahr um 14 Prozent gewachsen. Das bedeutet: Der Wert von Fußball als Geschäftsfeld steigt“, erklärt Andrea Sartori, Leiter des Sportbereichs bei KPMG und Autor des Berichts.

Die absolute Fußballclub-Elite, definiert durch einem Unternehmenswert über EUR 1 Mrd, hat zudem Zuwachs bekommen. Im aktuellen Bericht sind zehn Clubs mehr als 1 Milliarde Euro wert – zwei mehr als im Vorjahr. Die Elite-Neueinsteiger sind Juventus FC und Tottenham Hotspur FC.

5 Gründe für den Erfolg

Der KPMG-Experte nennt den Übertragungsboom im Bereich des Fußballs, die Internationalisierung der Geschäftsmöglichkeiten der Vereine, ihre Investitionen in moderne Anlagen in Privatbesitz und nicht zuletzt nachhaltigere und wirtschaftlichere Unternehmensführung als Gründe für den geschäftlichen Erfolg der Top-Klubs.
Interessantes Detail: Die 13 besten Klubs der Rankings haben heuer in der Champions League es zumindest bis ins Achtelfinale geschafft - mit Ausnahme des Spitzenreiters Manchester United.

Der 20fache englische Rekordmeister hat in den vergangenen drei Saisonen mangels bescheidener sportlicher Erfolge zwei die Qualifkaiton in die Königsklasse des europäischen Fußballs verpasst - trotz größter finanzieller Investments in teure Spieler und Trainer. Davor spielte ManU 19 Mal in Folge in Europas Top-Wettbewerb.

Die Europameister

Das Mutterland des Fußballs ist daher auch im Gesamtklassement nach Ländern absolute Spitze: Alleine sechs Klubs aus England bringen es auf rund 40 Prozent des Gesamtwertes aller 32 Klubs, die von KPMG untersucht wurden.

Der Hauptgrund: Die TV-Übertragungsrechte haben die Erwartungen eindeutig übertroffen. Und den Spielraum für die englischen Top-Klubs kräftig erhöht. Für die Spielzeiten 2016 bis 2019 zahlen die TV-Sender Sky und BT Sport 5,136 Milliarden Pfund (rund 6,9 Milliarden Euro) für die Übertragung der Matches in der Premier League. Mit dem Vertrag für die kommenden drei Jahre wurden gar kühnste Erwartungen übertroffen. Experten hatten maximal mit Lizenzerlöse aus TV-Rechten in Höhe von 4,4 Milliarden Pfund gerechnet.

Sky hatte per fünf der sieben TV-Pakete für 4,2 Milliarden Pfund erworben. BT Sport zahlt für die anderen beiden Pakete 960 Millionen Pfund. In den Jahren 2013 bis 2016 hatten die Klubs bereits Rekordeinnahmen in Höhe von 3,018 Milliarden Pfund erzielt.

Die höheren Erlöse aus den Medienrechten der englischen Premier League sieht auch Peter Ertl von KPMG in Österreich als Grund, warum sich die Klubs der Premier League auch nach dem Unternehmenswert absetzen. "Die englischen Clubs verbuchen wesentlich höhere Einnahmen aus Rundfunkübertragungen als die Konkurrenz in anderen Ländern.“ Allerdings: Die sportliche Performance der englischen Klubs ist trotz massiver Investitionen in teure Spieler und Trainer alles andere als dominant. Für die Klubs auf der Insel kam zuletzt in der Champions League vorzeitig das Aus sogra schon im Viertelfinale. Der letzte Sieg der Engländer in der Königsklasse datiert bereits im Jahr 2012 als Chelsea FC gewinnen konnte, davor war ManU 2008 erfolgreich.

Aufstrebend ist hingegen Spanien, was das finanzielle aber auch das sportliche anbetrifft. Es ist das einzige Land mit zwei Clubs - Real Madrid CF und FC Barcelona - das auf einen Unternehmenswert von über 2 Mrd. Euro kommt. Der Gesamtwert der fünf spanischen Klubs der KPMG-Rangliste ist um 10 Prozent gestiegen. Der mehrfache Halbfinal- und Finalteilnehmer Atlético de Madrid (+34 Prozent) und der dreifache Europa League-Sieger Sevilla FC (+44 Prozent) sowie der Aufstieg von Athletic Club Bilbao in das Top-32-Ranking haben für den Wertzuwachs gesorgt.

Deutschland ist mit drei Clubs im Ranking vertreten. Und auch in Deutschland ist die Begeisterung gewachsen, was sich im Vergleich zum Vorjahr mit einem Plus von 14 Prozent des Klubwertes niedergeschlagen hat.

Italien hat derzeit Probleme im internationalen Konzert mitzuhalten. Der erfolgreichste Club ist Champions League Finalist Juventus FC auf Platz 9 und ist der einzige italienische Club unter den Top 10. Der Unternehmenswert von Lazio Rom fiel um zwei Prozent, der des AC Milan, der kürzlich durch ein chinesisches Konsortium übernommen wurde, blieb unverändert bei 547 Millionen Euro. Inter Mailand, in den 1960ern und 1970ern in der Spitze Europas, hat 7 Prozent hinzugewinnen und liegt auf Rang 19. AS Roma konnte seit dem Vorjahr um 17 Prozent zulegen, ebenso wie SSC Napoli um vier Prozent auf 409 Millionen Euro, das auf Rang 20 liegt. Das Problem bei den italienischen Klubs: Veraltete Infrastruktur sowie die Wett- und Manipulationsskandale, die zum teil zu massiven Zuschauerrückgängen geführt haben.

Die Aufsteiger

In der Rangliste der besten 30 befinden sich sechs Clubs, die nicht in den fünf größten Ligen Europas spielen: AFC Ajax, PSV Eindhoven, SL Benfica, Fenerbahçe SK, Galatasaray SK und Beşiktaş JK. Gemeinsam macht ihr Unternehmenswert sechs Prozent des Gesamtunternehmenswerts der 32 untersuchten Clubs aus.

Diese sechs Klubs beeindruckten die Studienautoren durch enorme Umsatzsteigerungen und deutliche Verbesserungen bei Kostenkontrolle und Profitabilität. Österreichische Klubs sind in der Rangliste nicht vertreten - selbst Abonnement-Meister und Cupsieger Red Bull Salzburg ist nicht im Radar der KPMG-Beobachter.

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