Luxemburg stellt Strafanzeige wegen VW-Abgasbetrugs

Luxemburg stellt Strafanzeige wegen VW-Abgasbetrugs

Der Druck gegen Volkswagen wegen dem Abgasskandal lässt nicht nach. Nun hat auch das Verkehrsministerium von Luxemburg Anzeige gegen Unbekannt wegen Betrugsverdachts erstattet.

Wolfsburg/Luxemburg. Der deutsche Autoriese Volkswagen bekommt in der Abgasaffäre nun auch Druck aus Luxemburg. Das Verkehrsministerium des EU-Landes stellte Strafanzeige wegen des Verdachts auf Betrug gegen Unbekannt und begründete dies am Montag mit der Manipulation von Diesel-Abgaswerten.

Es sei sehr wahrscheinlich, dass bei Abgastests eine Abschalteinrichtung verwendet worden sei. Daher solle die Typgenehmigung für Fahrzeuge mit dem betroffenen Motor zurückgezogen werden. Aus Unterlagen, die bei einer Pressekonferenz in Luxemburg ausgehändigt wurden, geht hervor, dass die Anzeige vor allem auf Audi zielt. Die VW-Tochter hatte einen Teil der in der Dieselaffäre in Verruf geratenen Motoren mit der internen Typbezeichung EA189 in Luxemburg testen und zertifizieren lassen.

In den Unterlagen bezeichnet sich das Ministerium als Opfer krimineller Handlungen. Diese hätten dazu geführt, dass Fahrzeuge aufgrund gefälschter Tests ein Abgaszertifikat erhalten hätten. Brancheninsidern zufolge sind davon einige tausend Autos mit Euro-5-Abgasnorm betroffen, die aktuell noch in Länder wie Marokko und Südafrika geliefert werden. Weder VW noch Audi äußerten sich.

Volkswagen hatte im September 2015 zugegeben, Abgaswerte mit einer Software manipuliert zu haben. Diese erkennt, ob ein Fahrzeug fährt oder auf dem Prüfstand steht - und hält nur dann die Abgaswerte ein. Im normalen Betrieb auf der Straße ist der Schadstoffausstoß um ein Vielfaches höher. Weltweit sind rund elf Millionen Fahrzeuge davon betroffen. Der Wolfsburger Konzern ist deshalb in zahlreichen Ländern mit Verfahren konfrontiert.

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