Lufthansa streicht 900 Flüge wegen Streik

Lufthansa streicht 900 Flüge wegen Streik

Am Mittwoch wird es bei der Lufthansa in Deutschland wieder zu Streiks kommen.

Bei der Lufthansa wird wieder einmal gestreikt. Besonders der Flughafen in München ist betroffen. Die Gewerkschaft will Druck im Tarifstreit für öffentlichen Dienst erhöhen. In Wien werden am Mittwoch sechs Flüge gestrichen.

Frankfurt. Zehntausende Reisende müssen sich am Mittwoch auf Verzögerungen und Ausfälle im Flugverkehr einstellen. Die AUA-Muttergesellschaft Lufthansa (ISIN DE0008232125) kündigte wegen eines Warnstreiks der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi an sechs deutschen Flughäfen massive Flugausfälle für den Tag an. So würden alle Interkontinentalflüge von und nach München gestrichen, teilte die Airline am Montagabend mit.

Betroffen von den Warnstreiks sind die Flughäfen Frankfurt/Main, München, Düsseldorf, Köln/Bonn, Dortmund und Hannover-Langenhagen, wo zu Warnstreiks in Bereichen der Bodenabfertigung und teilweise der Flughafenfeuerwehr aufgerufen wurde.

900 Flüge werden alleine am Mittwoch gestrichen Davon seien insgesamt 87.000 Passagiere betroffen, erklärte die Lufthansa am Dienstag. Von den ursprünglich geplanten rund 1500 Flügen könnten damit 40 Prozent an den Start gehen. Seit Montagabend gebe es einen Sonderflugplan. Betroffen sind innerdeutsche und europäische Strecken. Am Mittwoch werde es nur rund 90 Flüge von und nach München geben.

Auch Air Berlin wies darauf hin, dass es durch den Streik zu Verzögerungen und Flugausfällen kommen könne. Bei AirBerlin wird außerdem auch auf Streiks in am 28. April (Donnerstag) in Frankreich hingewiesen. Durch die Streiks der Fluglotsen in Frankreich kann es daher auch zu Verspätungen und Streichungen bei Flügen von und nach Frankreich, Spanien, Portugal, Marokko und auf die Kanarischen Inseln kommen.

Gewerkschaft fordert sechs Prozent

Verdi hat zu Warnstreiks an den Flughäfen Frankfurt, München, Düsseldorf, Köln/Bonn, Dortmund und Hannover aufgerufen. Mit den Ausständen will die Gewerkschaft den Druck im Tarifstreit über den öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen erhöhen. Sie verlangt sechs Prozent mehr Geld. Auch in vielen anderen Bereichen wie Kindergärten, Krankenhäusern, Rathäusern und dem Nahverkehr sind die Beschäftigten derzeit immer wieder im Ausstand.

Von den Flugausfällen infolge eines Warnstreiks der deutschen Dienstleistungsgewerkschaft Verdi ist morgen (Mittwoch) "aus derzeitiger Sicht ab Wien lediglich die Destination München betroffen", sagte Flughafen-Wien-Pressesprecher Peter Kleemann am Dienstag der APA. Insgesamt 6 Lufthansa-Flüge werden ausfallen, jeweils drei von München nach Wien und umgekehrt.

Von den Ausfällen seien am Mittwoch aber nicht alle Flüge zwischen München und Wien betroffen, betonte Kleemann. "Wir empfehlen allen Passagieren, sich bei den Fluglinien über den Status ihrer Flüge zu erkundigen."

Wie die Airline weiter mitteilte, ist der größte Teil der internationalen Flüge von und nach Frankfurt nicht betroffen. Am wichtigsten Drehkreuz Deutschlands müssten allerdings die meisten innerdeutschen Verbindungen und zahlreiche Europa-Flüge annulliert werden. Nach dem Ende des Streiks in Frankfurt sollen ab 15.00 Uhr die Lufthansa-Flüge wieder normal verkehren. Auch an den anderen betroffenen Flughäfen wird es nach Unternehmensangaben Annullierungen geben.


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Bestreikt werden sollen etwa Werkstätten, Luftsicherheitskontrollen sowie Bodenverkehrsdienste wie Vorfeld, Fracht, Gepäck und Verwaltung. Noch einschneidender sind Arbeitsniederlegungen bei den Flughafenfeuerwehren, die für Frankfurt, München und Köln/Bonn angekündigt sind. Ohne Feuerwehr ist ein Flugbetrieb aus Sicherheitsgründen nicht möglich. Der Flughafenverband ADV hatte die Warnstreiks als "völlig unangemessen" kritisiert. Die Lufthansa veröffentlichte am Montagabend einen Sonderflugplan.

Verdi-Chef Frank Bsirske verteidigte die Maßnahmen. "Wir haben die Aktionen bereits am Freitag angekündigt, um betroffenen Passagieren entgegenzukommen", sagte Bsirske den "Ruhr Nachrichten" (Dienstag). "Die Arbeitgeber sollten ihre Haltung und ihr Angebot überprüfen, damit in der dritten Verhandlungsrunde am Donnerstag und Freitag eine Lösung gefunden werden kann."

Lufthansa-Personalvorstand Bettina Volkens sagte laut Mitteilung, der Streik zeige erneut, "dass wir dringend Regeln für Arbeitskämpfe im Luftverkehr benötigen". Ihr Unternehmen fordere verbindliche Mediations- oder Schlichtungsverfahren vor Arbeitskämpfen.

Für innerdeutsche Flüge, die streikbedingt ausfallen, können Passagiere der Lufthansa zufolge Züge der Deutschen Bahn nutzen. Reisende, die für den 27. April einen Flug mit einer Airline der Lufthansa Group von und nach oder über Frankfurt, München, Düsseldorf, Köln/Bonn, Dortmund und Hannover gebucht haben, können ihr Ticket kostenfrei umbuchen - unabhängig davon, ob ihr Flug von dem Verdi-Streik betroffen ist.

Fluggäste von Air Berlin, die aufgrund des Streiks von einer Flugstreichung betroffen sind, können kostenfrei auf einen Flug mit der gleichen Strecke im Reisezeitraum vom 28. April bis einschließlich 4. Mai 2016 umbuchen. Bei Flügen, die als Teil einer Pauschalreise gebucht wurden, sollten Kunden ihren jeweiligen Reiseveranstalter kontaktieren.

Im November hatten die Flugbegleiter der Muttergesellschaft Lufthansa den bisher heftigsten und mit sieben Tagen längsten Streik in der Geschichte des 60 Jahre alten Unternehmens organisiert. Die Kosten allein dafür schätzte Lufthansa auf rund 140 Mio. Euro, die sich zu den bereits aufgelaufenen 130 Mio. Euro aus drei Streikrunden der Piloten addierten. Deren Tarifkonflikt ist nach wie vor ungelöst, während für die Flugbegleiter der Schlichter Matthias Platzeck bis zum Sommer ohne Streikdruck nach einer Lösung sucht.

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