Lufthansa kauft Leasingfirmen direkt Air-Berlin-Flugzeuge ab

Die AUA-Mutter Lufthansa kauft Leasingfirmen direkt Air-Berlin-Flugzeuge ab und unterstützt wankenden Konkurrenten stärker als bisher bekannt.

Lufthansa kauft Leasingfirmen direkt Air-Berlin-Flugzeuge ab

Wien/Frankfurt/Schwechat. Bei der AUA (Austrian Airlines) werden fünf Flugzeuge der Air Berlin zum Einsatz kommen, die sie samt Besatzung im Leasingverfahren übernimmt. Eine AUA-Sprecherin sagte am Dienstag, dies werde im März und April der Fall sein.

Unterdessen wurde bekannt, dass die deutsche AUA-Mutter Lufthansa ihrem bisherigen Rivalen Air Berlin stärker hilft als bisher bekannt. Die Lufthansa mietet nicht nur insgesamt 38 Flugzeuge samt Personal von Air Berlin, sondern will bis zu 15 dieser Jets kaufen. Das "Handelsblatt" und die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" beziehen sich auf einen Bericht des deutschen Bundeskartellamtes. Die Kartellwächter haben die Leasingvereinbarung von Lufthansa und Air Berlin kürzlich freigegeben.

Die Maschinen werden in neuer Lackierung abheben, das Personal ist weiter bei Air Berlin beschäftigt. Air Berlin hat keine eigenen Maschinen mehr, sie hatte die Jets selbst ohne Personal von Flugzeugvermietern geleast. Dem Behördenpapier zufolge ist nun vorgesehen, dass diese Leasingverträge für bis zu 10 Air-Berlin-Jets enden, stattdessen mietet der Lufthansa-Konzern. Bis zu 15 Flugzeuge wolle die Lufthansa den Leasinggebern allerdings abkaufen.

Die Lufthansa verleiht die 25 Maschinen dann zunächst Air Berlin, um sie samt Crew für ihre eigenen Töchter Eurowings und AUA gleich wieder zurückzumieten. Die Konstruktion - kaufen, vermieten, zurückmieten - soll in erster Linie einen Grund haben: Es sei schlicht günstiger, die gebrauchten A320 aus den Leasingverträgen rauszukaufen und selbst an Air Berlin zu verleasen.

Auch die Furcht vor einem Ausfall der Air Berlin soll Treiber dieser Konstruktionen sein. Einige Leasinggeber sollen sich zunehmend Sorgen um den Bestand ihrer Verträge mit Air Berlin gemacht.

Sollte die Air-Berlin-Rettung doch scheitern und in der Insolvenz enden, stünden die bis zu 25 Flugzeuge nicht am Boden, sondern können vom Lufthansa-Konzern direkt weiter eingesetzt werden, erläutern die deutschen Medien zu den Hintergründen dieser Deals.

Verhindert werden soll ein Kollaps der Air Berlin wie berichtet mit einer Aufspaltung: Neben den 38 an die Lufthansa-Gruppe vermieteten Flugzeugen wird die österreichische Air-Berlin-Tochter Niki in ein Joint Venture mit Tuifly eingebracht.

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