Lufthansa-Flugbegleiter drohen mit neuen Streiks

Lufthansa-Flugbegleiter drohen mit neuen Streiks

Leere Schalter, leere Abflughalle: Das Lufthansa-Personal droht mit noch mehr Streiks.

Die deutsche Flugbegleitergewerkschaft Ufo erhöht den Druck auf die Lufthansa. Der Streik soll notfalls verlängert und ausgeweitet werden. Davon könnten vermehrt auch Flüge von und nach Österreich und tausende Reisende betroffen sein.

Verhärtete Fronten zwischen dem Lufthansa-Management und der Gewerkschaft Ufo, die jetzt mit erweiterten Kampfmaßnahmen droht. "In den Sondierungen für eine mögliche Schlichtung muss eine völlige Kehrtwende her", fordert Ufo-Sprecher Nicoley Baublies. "Entweder wir haben eine Lösung oder wir werden eben verkünden, dass es eine massive Ausweitung geben muss. Weil wenn das noch nicht reicht, ja, dann müssen mehr Unternehmen streiken und dann muss es auch länger sein."

Als Folge des neuen Arbeitskampfs der Lufthansa-Flugbegleiter mussten am 7. und 8. November bereits 1.300 Flüge gestrichen werden, wovon 180.000 Passagiere betroffen waren. Nach Urabstimmungen will dir Gewerkschaft die Streiks auch auf die zur Lufthansa gehörenden Fluglinien Germanwings, Eurowings Deutschland, LufthansaCityLine und SunExpress Deutschland ausdehnen.

Die Ufo-Vorsitzende Sylvia De la Cruz forderte bei den Protesten ein Einlenken der Lufthansa, die dem Ufo-Vorstand monatelang die Vertretungsberechtigung abgesprochen und jegliche Verhandlungen abgelehnt hatte. "Wenn nicht ein vollständiges Umdenken stattfindet und diese Spiele hier weitergehen, dann werden es ihre ganz persönlichen Hungerspiele - mit ungewissem Ausgang", drohte sie dem Konzern. An dem Protestzug nahmen laut Polizei 500 Menschen teil. Sie skandierten "No more games" und "Schämt euch".

Wien-München-Frankfurt am Boden

Von den jüngsten Streiks betroffen waren vor allem die Drehkreuze München und Frankfurt. Zwischen Wien und den beiden Lufthansa-Drehkreuzen fielen 15 Flüge aus. Das Chaos an den Flughäfen war ausgeblieben. Die meisten Kunden waren früh informiert und hatten umgebucht. Die Airline erwartet auch nach Ende des Streiks noch einige Flugabsagen und Verzögerungen, weil Maschinen und Crews noch nicht an den richtigen Einsatzorten sind.

Lufthansa-Chef Spohr strebt einen einheitlichen Tarifvertrag für die Kerngesellschaft an. Hier müssten sich Unternehmen, Belegschaft und ihre Vertreter verständigen und bestehende "Verhärtungen" ausräumen, sagte er am Donnerstag. Spohr verwies auf die Lufthansa-Tochter Eurowings, bei der man mit den konkurrierenden Gewerkschaften Verdi und Ufo übereinstimmende Abschlüsse gefunden habe. Seit Mittwoch spricht Lufthansa zudem mit der erst in Gründung befindlichen "Cabin Union" der Ufo-Abspaltung IGL.

Die Ufo fordert höhere Spesen und Zulagen sowie den besseren Zugang für Saisonkräfte in reguläre Anstellungsverhältnisse. Lufthansa hatte bereits eine Lohnerhöhung um 2,0 Prozent freiwillig gezahlt. In dem Konflikt geht es aber hauptsächlich um die Frage, ob Ufo überhaupt berechtigt ist, Tarifverträge für das Kabinenpersonal durchzusetzen.

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