Lufthansa konkretisiert Angebot für Piloten

Lufthansa konkretisiert Angebot für Piloten

Die erneute Streikandrohung der Piloten am Montag erzeugt eine erste Wirkung: Die Lufthansa-Geschäftsführung hat am Montagnachmittag ihr Angebot für die Versorgung ihre Piloten in den Frühruhestand konkretisiert. Für Dienstag haben die Piloten mit Streik auf den Langstrecken ab Frankfurt gedroht - seit August wäre das die fünfte Streikaktion der Piloten.

Köln Vor dem neuen Streik der Piloten hat die AUA-Mutter Lufthansa ihr Angebot an die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) konkretisiert. Die Altersgrenze für den Frühruhestand soll individuell anhand der Dienstjahre eines Piloten festgelegt werden, wie die Lufthansa am Montag mitteilte. Stichtag sei der 1. Jänner 2014.

Für jedes Jahr, das zu dem Zeitpunkt zum Erreichen von 30 Dienstjahren fehle, verschiebe sich der frühestmögliche Termin um zwei Monate. Mitarbeiter, die bereits 30 Jahre oder länger bei der Lufthansa arbeiteten, könnten wie bisher mit 55 Jahren aus dem Flugdienst ausscheiden.

Ziel der Neuregelung sei es, die Altersgrenze für Piloten der Lufthansa Passage für den Frühruhestand schrittweise von 55 auf 60 Jahre anzuheben, erklärte der Konzern. Für Piloten bei Lufthansa Cargo und Germanwings gelte diese bereits. Die Berücksichtigung der Dienstjahre biete einen "umfangreichen Vertrauensschutz für dienstältere Mitarbeiter".

Die bisherige Übergangsversorgung erlaubt es Piloten, ab dem Alter von 55 Jahren in den bezahlten Frühruhestand zu gehen. Laut Lufthansa liegt das durchschnittliche Alter, in dem Flugkapitäne bei Lufthansa Passage aus dem Dienst ausscheiden, derzeit bei 58 Jahren. Dieses solle bis 2021 auf 61 Jahre angehoben werden. Bis 2023 solle jeder Mitarbeiter - wenn nötig - maximal ein Jahr länger als von ihm gewünscht arbeiten müssen, um das durchschnittliche Ausscheidealter anzuheben.

Vorzeitiges Ausscheiden

"Alle Piloten" könnten auch in Zukunft "vorzeitig aus dem Berufsleben" ausscheiden, teilte der Konzern mit. Für sämtliche Piloten, die bereits vor dem 1. Jänner 2014 für die Lufthansa, Lufthansa Cargo oder die Billigtochter Germanwings tätig gewesen seien, solle die Übergangsregelung "auf dem bisherigen Versorgungsniveau erhalten bleiben". Zur Frage der Finanzierung der Übergangsversorgung für die neuen Mitarbeiter habe die Lufthansa der Vereinigung Cockpit Gespräche angeboten.

Im festgefahrenen Streit um die Übergangsversorgung hat Cockpit die Piloten bereits mehrfach zu Streiks aufgerufen. Am Dienstag sollen in der Zeit von 09.00 bis 17.00 Uhr Langstreckenflüge ab Frankfurt am Main bestreikt werden. Die Aktie notierte am Montagnachmittag zwischenzeitlich mit 1,1 Prozent im Minus.

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