Löger: 200 Millionen Euro Steuereinnahmen aus Digitalsteuer

Finanzminister Hartwig Löger

Finanzminister Hartwig Löger rechnet aus der Digitalsteuer mit Steuereinnahmen bis zu 200 Millionen Euro. Österreichische Unternehmen könnten dadurch entlastet werden.

Die von der Bundesregierung geplante Digitalsteuer soll Österreich laut Finanzminister Löger Steuereinnahmen bis zu 200 Millionen Euro bringen. Erste Schritte dazu sollen im Jänner 2020 gesetzt werden. Österreichische Unternehmen könnten dadurch entlastet werden.

Digitalsteuern sind ein heißes Eisen in der europäischen Steuerpolitik. Obwohl es den grundsätzlichen Konsens gibt, dass große Internetkonzerne wie Google, Amazon, Facebook und Apple ihre in Europa erwirtschafteten Gewinne auch in der EU versteuern sollen, konnte in der Europäischen Kommission dazu bisher noch keine Einigung erzielt werden.

Die österreichische Bundesregierung will daher nun im Rahmen der Steuerreform eine nationale Digitalsteuer einzuführen, um die in Österreich erwirtschafteten Gewinne der Konzerne angemessen zu besteuern. Die ersten Maßnahmen sollen im Jänner 2020 umgesetzt werden. Wie hoch die Steuer sein soll, steht noch nicht fest, laut Finanzminister Hartwig Löger soll die Digitalsteuer dem dem österreichischen Staat aber bis zu 200 Millionen Euro einbringen.

Geplante Aspekte der Digitalsteuer

Das Ziel der Digitalsteuer ist, faire Wettbewerbsbedingungen zwischen der nationalen Wirtschaft und internationalen Digital-Konzernen zu schaffen. So soll eine Online-Werbeabgabe für internationale Großunternehmen geschaffen werden. Diese "Lex Google" zielt darauf ab, dass die Abgaben großer Internet-Konzerne nicht mehr wie bisher nach dem in Österreich erzielten Gewinn, sondern an den Erlösen aus Online-Werbung bemessen werden.

Das Finanzministerium will außerdem die gesetzlichen Rahmenbedingungen für die "Sharing Economy" nachschärfen. Zudem sollen beim Pakethandel bei Lieferungen aus Drittländern außerhalb der EU bereits ab dem ersten Cent des Warenwerts Umsatzsteuer anfallen. Bisher fiel die Steuer erst ab einem Wert von 22 Euro an. Zur Bestimmung der Details wird eine Expertengruppe aus Vertretern des Finanzministeriums, des Bundeskanzleramtes und aus Vertretern diverser Interessensgruppen wie dem Verband Österreichischer Zeitungen (VÖZ), dem Verband Österreichischer Privatsender (VÖP), und dem ORF eingerichtet.

Für die österreichischen Medienunternehmen könnte die neuen Digitalsteuer auch Steuererleichterungen bringen. So würde etwa eine mit der Digitalsteuer festgesetzte Werbeabgabe von drei Prozent würde für alle Medienunternehmen gelten. Aktuell liegt die für Fernsehen, Radio oder Printmedien bei fünf Prozent.


trends IN FINANCE

Diskussion zum Thema Digitalsteuern

Der trend und das Alpbacher Finanzsymposium laden Sie ein zur Veranstaltung "trends IN FINANCE". Zum Thema "Österreichs Unternehmenssteuern in der digitalisierten Welt von morgen" diskutieren namhafte Vertreter der heimischen Wirtschaft.

Im Rahmen der Veranstaltung der Reihe trends IN FINANCE wird die Problematik der Digitalsteuern auch unter dem Aspekt der Chancengleichheit für die österreichischen und europäischen Unternehmen von führenden Vertretern der Wirtschaft diskutiert. Die Keynote zum Thema hält Finanzminister Hartwig Löger.



Veranstaltungshinweis

Das Wirtschaftsmagazin trend und das Alpbacher Finanzsymposium präsentieren:

Keynote Speaker: Hartwig Löger, Bundesminister für Finanzen der Republik Österreich

Es diskutieren betroffene Unternehmen und Experten, darunter

  • DI Dr. Georg Pölzl , Generaldirektor der Österreichischen Post AG
  • Katharina Kubik , Associate, Freshfields Bruckhaus Deringer
  • Oliver Holle , Gründer und CEO von Speedinvest
  • Andreas Weber , Chefredakteur trend (Moderation)

  • Termin Dienstag, 19. März 2019 - 18:30 Uhr bis 20:00 Uhr; Anschließend informelles Beisammensein mit Fingerfood und Getränken bis 21:30 Uhr
  • Ort Odeon Theater, Taborstraße 10, 1020 Wien
  • Programm Das Detailprogamm erhalten Sie einen Monat vor der Veranstaltung
  • Tickets Die Veranstaltung ist kostenfrei. Die Plätze sind begrenzt. Anmeldungen werden in der Reihenfolge des Eintreffens berücksichtigt. Anmeldungen von Young Potentials (jünger als 35 Jahre) werden bevorzugt.

Zur Anmeldung

Melden Sie sich an unter dem folgenden Link =>„trends IN FINANCE“


Wirtschaft

Über Hürden zum Erfolg

Die geplante Pkw-Maut auf den deutschen Autobahnen wird vorerst nicht kommen. Sie verstößt gegen EU-Recht.

Wirtschaft

EU-Gerichtshof kippt deutsche Pkw-Maut

Recht

Drohnen: Neue EU-Regeln für Private und Unternehmen

Do & Co Chef Attila Dogudan

Wirtschaft

DO & CO will Europa-Geschäft von Lufthansa-Caterer übernehmen