Lionel Messi im Leiberltausch und Traum mit Huawei

Lionel Messi im Leiberltausch und Traum mit Huawei

Barca-Star Lionel Messi (2.v.li.) trägt künftig auch das Leibchen von Huawei. Ab Ende Mai steht er vor Gericht. Huawei hat kein Problem mit dem Steuerhinterzieher Messi.

Der chinesische Telekom-Ausrüster hat sich die Werbedienste des argentinischen Fußballstars in Diensten vom FC Barcelona gesichert. Just in einem Moment, in dem gegen den Kicker die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft auf den Höhepunkt zusteuern. Lionel Messi soll Steuern in mehrfacher Millionenhöhe hinterzogen haben, was er durch eine Nachzahlung bekannt hat. Nun winkt Hilfe aus China - fürs Image und Geldbörsel.

Madrid/Wien. Der Superstar vom FC Barcelona Lionel Messi hat angedockt beim chinesischen Telekomausrüster Huawei. Er wird sozusagen ein neues Gesicht von Huawei, um die Marke des Konzerns aus dem Reich der Mitte global in Position zu bringen - rein markentechnisch. "Global Brand Ambassador" nennen es die Chinesen. Der 28jährige Superstar und mehrfache Weltfußballer aus Argentinien soll die Markenbekanntschaft von Huawei durch diverse Auftritte forcieren.

Wie lange er unter Vertrag genommen wurde, bleibt das Geheimnis von Huawei. "Bis auf weiteres, die nächsten Jahre", heißt es dazu. In Österreich wird Messi als Werbebotschafter jedoch nicht inszeniert.. "Derzeit nicht geplant", teilt Huawei auf Anfrage mit.

Messi reiht sich somit in eine Reihe berühmter Sportler, vor allem Fußballstars und Fußball-Teams ein, die von Huawei in den vergangenen Jahren unter Vertrag genommen wurden und Millionenbeträge überwiesen haben. Über Sponsorenmillionen dürfen such unter anderem Club América in Mexico City, Independiente Santa Fe (Kolumbien), Sporting Cristal (Lima/Peru), Arsenal London, Atlético de Madrid und AC Milan sowie die Fußballstars Robert Lewandowski (FC Bayern München) und Alexis Sánchez (Arsenal London) freuen.

Millionen für die Finanz

"Die Partnerschaft mit Lionel Messi verdeutlicht einmal mehr die Ausrichtung Huaweis mit Menschen und Marken, die gemeinsame Werte vertreten und Herausforderungen annehmen, zusammen zu arbeiten", teilt Huawei in einer Aussendung mit. Messi wird wie die anderen Spieler einen Millionenvertrag erhalten, was freilich Huawei auf Anfrage nicht bestätigt hat.

"Man muss für seine Träume kämpfen und alles riskieren, um erfolgreich zu sein", wird Messi in der Presseausendung von Huawei zum Vertragsabschluss zitiert. "Der Tag, an dem man das Gefühl hat, man könne sich nicht verbessern, ist für jeden Spieler ein trauriger Tag."

Die Steuerhinterziehung Messi

Das mit dem Traum und dem Risiko dürfte Messi freilich rein sportlich verstehen. Abseits der Fußballarena reift für Messi ein Albtraum. Er steht mit der spanischen Finanz auf Kriegsfuß. Sie ermittelt gegen ihn wegen Steuerhinterziehung in Millionenhöhe.

Zur Erinnerung: Messi hat für seine Millionengagen und für diverse Werbeverträge in Spanien zu wenig Steuer gezahlt. In seiner Einkommenserklärung hat er offenbar bestimmte Millioneneinkünfte schlichtweg "vergessen". Und dafür auch die gebotene Steuer zu entrichten. Juristisch nennt man das Steuerhinterziehung, die nun vom 31. Mai bis 3. Juni die Gerichte beschäftigen wird. Der Steuerfall Lionel Messi wird vor einem Gericht in Barcelona verhandelt. Ermittelt hat bisher die Staatsanwaltschaft in Madrid. Weltfußballer Messi und seinem Vater Jorge wird vorgeworfen, den spanischen Staat in den Jahren 2007 bis 2009 um 4,16 Millionen Euro betrogen zu haben.


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Der Staatsanwalt hat bereits Haftstrafen angekündigt. Er fordert bis zu 22 Monate Gefängnis, falls Vater und Sohn Messi für schuldig befunden werden. Messi und sein für seine geschäftlichen Angelegenheiten zuständiger Vater haben den spanischen Steuerbehörden als "Korrektur" bereits fünf Millionen Euro überwiesen, nachdem sie 2013 formell angeklagt worden waren. Messi selbst gibt sich gegenüber Medien zur Steuercausa bedeckt. Bestenfalls mit mangelnder Kenntnis der Causa wurde versucht ihm den Rücken zu stärken und die Mauer zu machen.

Die Reparatur am Image eines Vorbildes

Dass gegen Messi in Spanien wegen Steuerhinterziehung ermittelt wird, scheint Huawei kaum zu stören. Auch nicht aus Sicht der Wohlverhaltensvorschriften, auch Compliance-Vorschriften genannt, nach denen börsennotierte Konzerne gerade wegen Korruption, Steuerbetrug und sonstiger Straftaten, wenngleich sie auch noch nicht nachgewiesen sind, derartige Werbeverträge in Kenntnis eines Prozesses schon gar nicht mehr abschließen.

"Lionel Messi wird uns dabei unterstützen, Menschen zu motivieren, sich Ziele zu setzen, Ausdauer zu beweisen, erfolgreich zu sein und nach Höherem zu streben - insbesondere in den Schlüsselregionen Europa, Asien und Lateinamerika", heißt es in der Aussendung von Huawei.

Wie Huawei die Steuerhinterziehung von Messi hinsichtlich eigener Compliance-Regeln behandelt, wurde auf trend-Anfrage wie folgt beantwortet:
"Dazu können wir keine Angaben machen, da dies nicht unsere Kooperation betrifft."

Die Lobhudeleien des chinesischen Konzerns kennen trotz der bekannten Steuerhinterziehung schier kein Ende. Die neue Kooperation wird in eine Erfolgsstory gedreht. "Wir beide honorieren gegenseitig die Hürden, die wir auf dem Weg zum Erfolg nehmen mussten und alles, was wir erreicht haben. Wir wachsen an jeder neuen Herausforderung und finden einen erfolgreichen Weg", sagt Kevin Ho, President, Handset Business, Huawei Consumer Business Group.

"Wir freuen uns über die Zusammenarbeit mit einem außergewöhnlichen Mensch und Sportler, der Menschen überall auf der Welt motiviert, ihre Träume zu verfolgen, Herausforderungen anzunehmen und sich jeden Tag zu verbessern. Lionel Messi teilt die gleichen Werte wie die Marke Huawei und strebt stetig nach Erfolg", sagt Tyrone Liu, CEO Consumer Business Group for Huawei Latin America.

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