Lieferprobleme: Kurzarbeit bei Magna Graz

Der sich anbahnende Aufschwung nach der Corona-Krise wird durch die weltweite Lieferprobleme eingebremst. Massive Probleme gibt es in der Halbleiter-Industrie. Im Grazer Magna-Werk wurden deshalb 1.000 Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt.

Lieferprobleme: Kurzarbeit bei Magna Graz

Magna-Europachef Günther Apfalter

Dass ein Unternehmen Mitarbeiter in Kurzarbeit schickt ist in diesen Monaten eigentlich keine Besonderheit, die Ursache aber doch: Magna Graz hat per 1. Mai 1.000 Mitarbeiter zur Kurzarbeit angemeldet. Der Grund dafür hägt aber nur indirekt mit der Corona-Pandemie zusammen: Magna hadert wie etliche andere Autohersteller mit dem massiven Produktions- und Lieferschwierigkeiten der Halbleiterindustrie. Deren Folge ist, dass die für die Fertigung der Autos in dem Werk nötigen Chips fehlen und die Produktion daher zurückgefahren werden muss. Andere Standorte in Österreich sind davon zumindest aktuell noch nicht betroffen.

Die Kurzarbeit wurde vorerst bis Ende Juni angemeldet. Je nachdem wie sich die Lage weiterentwickelt kann sie vor diesem Termin beednet oder auch draüber hinaus verlängert werden. Reinhard Hofer, Vorsitzender des Arbeiterbetriebsrats,erklärte dazu: "Wir haben mit dem Vorstand, mit dem Unternehmen Vereinbarungen getroffen auf eine möglichst hohe Nettoersatzrate von über 90 Prozent. Das Unternehmen nimmt sehr viel Geld in die Hand, um Mitarbeiter abzusichern."

Die Automobilhersteller sind vo dem Chipmangel besonders hart getroffen. In modernen Autos sind oft tausende Sensoren und Chips verbaut. Ford Deutschland hat deshalb wie berichtet Die Produktion im Kölner Werk fast komplett eingestellt und die Mitarbeiter bis zum Ende der Betriebsferien Mitte August nach Hause geschickt. Bei Volkswagen, Audi, Daimler und BMW gibt es ebenfalls Produktionseinschränkungen.

Vergessene Schlüsseltechnologie

Die vergangenen Monate haben es dem Standort Europa bewusster denn je gemacht: Die Abhängigkeit von anderen Weltgegenden ist auch im Bereich der Halbleiter, speziell bei den akut gesuchten Chips, enorm. Der Marktanteil an in Europa produzierten Chips liegt, je nach Schätzung, nur zwischen sechs und zehn Prozent. Europa importiert den Großteil der benötigten Chips nicht nur, seine Unternehmen lassen sie auch mehrheitlich in Asien produzieren.

Seit 2013 hat es die EU-Kommission auf der Agenda, Europas Marktanteil auf 20 Prozent zu erhöhen. Das schon für 2020 gesetzte Ziel wurde nicht erreicht; in der neuen Digitalstrategie der EU, die auf technologische Souveränität abzielt, ist dies nun für 2030 angesetzt.


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