Ex-Kanzler als Geschäftsmann: Lidl lohnt sich für „Gusi“

Ex-Kanzler als Geschäftsmann: Lidl lohnt sich für „Gusi“

Früher Kanzler, jetzt ein Mann für gute Deals: Alfred Gusenbauer.

Alfred Gusenbauer und sein Partner Alon Shklarek haben ein Recycling-Unternehmen an den reichsten Deutschen Dieter Schwarz, Eigentümer von Lidl und Kaufland, verkauft.

Nach seiner politischen Karriere ist der frühere Bundeskanzler Alfred Gusenbauer ins Geschäftsleben gewechselt, bekanntlich in durchaus einträglicher Manier. Manche Beratertätigkeit für zweifelhafte Regimes in Osteuropa und Asien sorgte dabei für laute Kritik. Jetzt hat „Gusi“ wieder Kasse gemacht – aber ganz leise und ohne jeden Anlass für irgendwelche Vorwürfe.

Die Cudos Capital AG, eine Investmentgesellschaft, die er gemeinsam mit Partner Alon Shklarek besitzt, hat vor fünf Jahren 68 Prozent der Sky Plastic AG erworben, ein auf das Recycling von Kunststoffen spezialisiertes Unternehmen, das relativ günstig zu haben war. Seither wurde Sky Plastic zum zweitgrößten europäischen Player der Branche entwickelt. Anfang der Woche stieg Cudos mit erheblichem Gewinn wieder aus. Zwar wird über dessen Höhe wie über den Verkaufserlös geschwiegen. „Aber wir können uns nicht beklagen“, meint Alon Shklarek.

Lukrativer Exit.

Lidl lohnt sich, könnte man auch sagen. Denn der Käufer ist interessanterweise die Schwarz-Gruppe, mit den Marken Lidl und Kaufland Deutschlands erfolgreichster Einzelhändler. Eigentümer Dieter Schwarz gilt als die reichste Einzelperson in Deutschland. Das Vermögen des aus dem schwäbischen Heilbronn stammenden 79-jährigen Unternehmers wird auf ca. 41,5 Milliarden Euro geschätzt.

Lidl verkauft nicht nur hauptsächlich Eigenmarken, sondern baut auch seit Jahren ein System aus, um möglichst alles, was selbst erzeugt wird, wiederzuverwerten. Das gilt für Plastikverpackungen genauso wie für andere Materialien. Shklarek: „Die bauen oder kaufen ein Werk nach dem anderen. Es freut mich daher besonders, dass Sky Plastic jetzt zu einem der weltweiten Schlüsselakteure der Kreislaufwirtschaft gehört.“ 150 Mitarbeiter, die alle übernommen werden sollen, setzen aktuell 50 Millionen Euro um. In zwei Werken – einem im Kärntner Haimburg, einem in Italien – haben sie bislang 100.000 Tonnen Plastikmüll vom Joghurtbecher bis zur Shampooflasche wiederverwertet. Die Rezyklate werden u. a. an die Baustoff-, Möbel- und Autoindustrie geliefert

Der lukrative Exit hat Alfred Gusenbauer und Alon Shklarek auf den Geschmack gebracht, sich weiter in der Abfall- und Kreislaufwirtschaft umzusehen. „Als Impact-Investoren legen wir einen besonderen Fokus auf Nachhaltigkeit. Es gibt im Moment keine konkreten Übernahmeprojekte, aber wir sind auf der Suche“, sagt Shklarek.


Der Artikel ist der trend.PREMIUM-Ausgabe 40/2019 vom 4. Oktober 2019 entnommen.

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