Licht aus bei Osram: Lampensparte wird nach China verkauft

Licht aus bei Osram: Lampensparte wird nach China verkauft

Der Leuchtmittelhersteller Osram verkauft sein Lampengeschäft an ein Bieter-Trio aus China. Es ist die größte Sparte des Unternehmens. Der Kaufpreis liegt bei 400 Millionen Euro. Das neueste Quartalsergebnis ist bescheiden. Der Gewinn hat sich mehr als halbiert.

Der Aufsichtsrat der OSRAM Licht AG hat dem Verkauf des Lampengeschäfts der Allgemeinbeleuchtung zugestimmt. Käufer des Geschäfts, das unter dem Namen Ledvance firmiert, ist ein chinesisches Konsortium bestehend aus dem strategischen Investor IDG Capital Partners (IDG), dem chinesischen Licht-Unternehmen MLS Co., Ltd. (MLS) und dem Finanzinvestor Yiwu State-Owned Assets Operation Center (Yiwu).

Osram hatte rund ein Jahr nach einem Läufer gesucht. Die neuen Eigentümer zahlen dafür über 400 Millionen Euro. Darüber hinaus wird Osram in den kommenden Jahren Lizenzzahlungen für die Nutzung von Markenrechten erhalten. Ledvance soll infolge der Transaktion einen noch besseren Zugang zum chinesischen Wachstumsmarkt bekommen. Ledvance hat mit Osram vereinbart, weiterhin die Markennamen Osram und Sylvania auf Produktebene nutzen zu können.

„Die Transaktion ist ein Meilenstein in der Aufstellung von Osram hin zum globalen High-Tech-Player in der Lichtindustrie“, sagte Olaf Berlien, Vorstandsvorsitzender der OSRAM Licht AG. „Wir haben den besten Eigentümer für Ledvance gesucht und ihn gefunden." Innerhalb des Konsortiums sei MLS ein wachstumsorientiertes Lichtunternehmen mit einzigartiger Expertise und einer starken Stellung im wichtigen chinesischen Markt.

Betriebsvereinbarungen gelten bis 2018

Die Transaktion soll durch die geringe Überschneidung der jeweiligen organisatorischen Strukturen der beteiligten Unternehmen keine Personalmaßnahmen nach sich ziehen. Die Vereinbarungen und Grundsätze zur Zukunftssicherung, die Osram mit den Arbeitnehmervertretern getroffen hat, bleiben erhalten.Betriebsvereinbarungen und Sozialpläne werden bis Ende 2018 nicht verändert. Die Tarifbindung und der Kündigungsschutz für die Belegschaft in Deutschland bleiben damit vorerst erhalten.

„Die Transaktion ist eine gute Nachricht für die Mitarbeiter von Ledvance“, erklärte Michael Knuth, Stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats der OSRAM Licht AG und Sprecher der IG Metall in Bayern. „Das Konsortium wird die Vereinbarungen mit dem Betriebsrat und der IG Metall einhalten. Der weltweite Hauptsitz von Ledvance ist weiterhin in Garching (Deutschland). Das Unternehmen wird somit weiter der deutschen Mitbestimmung unterliegen..“

Mit seiner im November vergangenen Jahres angekündigten Drei-Säulen-Strategie hat Osram angekündigt, auf nachhaltiges Wachstum in technologisch anspruchsvollen Märkten zu setzen. Aufgrund des umfangreichen Produkt- und Patentportfolios ergeben sich im Geschäft mit Opto-elektronischen Halbleitern (LED) hervorragende globale Wachstumsmöglichkeiten. Dieses Wachstum wird durch die neue Produktionsanlage in Malaysia gestärkt. Osram hat im Zuge der Transaktion eine strategische Liefervereinbarung mit MLS abgeschlossen, wonach MLS eine jährliche Abnahme von LED-Chips aus der neuen Anlage in Kulim, Malaysia, beabsichtigt, sobald die Produktion dort angelaufen ist.

Die ebenfalls neu präsentierte Bilanz der Osram Licht AG ist bescheiden. Der Gewinn schrumpfte gegenüber dem Vorjahresquartal um mehr als die Hälfte auf 28 Millionen Euro. Das Unternehmen ist unter der WKN DE:LED400 / ISIN: DE000LED4000 an der Frankfurter Börse gelistet. Aktuell notiert das Papier bei 50,68 Euro.

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