Leitl: "Prämien für die Anstellung von Asylberechtigten"

Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl macht sich für die verstärkte Integration von asylberechtigten Migranten in das Wirtschaftsleben stark. Er regt eine Prämie von 1.000 Euro monatlich an, die Unternehmen für deren Anstellung erhalten sollen.

Leitl: "Prämien für die Anstellung von Asylberechtigten"

Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl spricht sich dafür aus, die Anstellung von asylberechtigten Migranten EU-weit zu fördern.

Integration statt Neid-Debatte und Streit um Verteilingsqoten: Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl lässt in einem Gespräch mit "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ) mit der Forderung nach einer Förderung für die Beschäftigung von Asylberechtigten Migranten aufhorchen: EU-weit sollen demnach die Mitgliedstaaten die Kohäsionsfonds dazu nutzen, Migranten in Unternehmen auszubilden und zu beschäftigen. Die Unternehmen sollen dafür monatlich 1.000 Euro für jeden eingestellten Asylberechtigten erhalten - drei Jahre lang.

"Die Integration kann nur über die Betriebe laufen, deshalb müsste man sie aus den Kohäsionsfonds fördern", begründet Leitl, der auch Präsident der Vereinigung der europäischen Wirtschaftskammern Eurochambres ist. Damit sich Einheimische nicht benachteiligt fühlen, sollten neben den Ausländern auch Langzeitarbeitslose Hilfen aus den Fonds für Arbeit und Soziales erhalten.

Aufnahmebereitschaft erhöhen

Eine solche "Integrationsprämie", für die die europäische Gemeinschaft einen Großteil der Kosten trüge, würde die Aufnahmebereitschaft für Asylberechtigte deutlich erhöhen, glaubt Leitl laut. Zugleich könnte es die Einbeziehung in den Arbeitsmarkt und in die Gesellschaft der Gastländer fördern. "Die Integrationsprämie könnte helfen, europäische Solidarität nicht über eine Quote zu erreichen, was immer Verärgerung und Bevormundungsängste auslöst, sondern über ein Anreizmodell", resümierte Leitl. Finanzieren ließe sich das Programm aus nicht abgerufenen Mitteln am Ende einer Förderperiode. Der Plan stehe im Einklang mit der Systematik und den Richtlinien der europäischen Kohäsionsfonds.

Der der ÖVP angehörende Wirtschaftskammer-Präsident und Unternehmer erklärte auch, dass es Unbehagen über die FPÖ-Regierungsbeteiligung gebe: In Brüssel werde er darauf angesprochen. "Der Unterschied zu 2000 (Schwarz-blau 1) ist, dass man sich heute in Europa damit abgefunden hat, dass Rechtsparteien in Regierungen sind", sagte Leitl. "Ich sehe das sehr gelassen." Es sei gut, rechte Kräfte einzubinden. "Wenn sie draußen populistisch agieren, werden sie immer stärker. Wenn sie aber in der Verantwortung sind, müssen sie konstruktiv mitwirken und nicht demagogisch."

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ZUR PERSON: Martin Butollo ist seit 2013 Country-CEO der Commerzbank in Österreich. Nach seinem Studium an der Wiener Wirtschaftsuniversität und der Pariser HEC trat Butollo bei PricewaterhouseCoopers ein und wechselte dann nach Frankfurt, wo er bei der Dresdner Bank und der Commerzbank Bankerfahrung sammelte.
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