Ausgerechnet zum Weihnachtsgeschäft: Lego gehen die Steine aus

Ausgerechnet zum Weihnachtsgeschäft: Lego gehen die Steine aus

Lego steuert auf einen Rekordgewinn zu. Mit der Nachfrage nach den bunten Steinen ist der dänische Konzern aber überfordert.

Bei einigen Kindern wird es unter dem Christbaum wohl feuchte Augen geben: Lego kommt bei der Produktion seiner Steine der gewaltigen Nachfrage nicht mehr nach. Der dänische Spielzeugkonzern warnte vor Engpässen vor Weihnachten. Einige neue Bestellungen können vermutlich erst im neuen Jahr ausgeliefert werden.

Billund. Weihnachten winkt den Spielzeugherstellern das große Geschäft. Doch der dänische Lego-Konzern ist mit der riesigen Nachfrage überfordert und warnt vor Engpässen. "Wir werden nicht in der Lage sein, die Aufträge von allen Kunden zum Jahresende zu erfüllen", sagte Lego-Sprecher Roar Trangbaek. Vor allem aus Dänemark komme eine außerordentlich große Nachfrage, die die Prognosen des Klötzchen-Herstellers bei weitem übertraf. Die Lego-Fabriken auf der ganzen Welt stehen unter Druck, hieß es weiter.

Spielzeug, das bereits bestellt sei, könne Lego zwar noch bis vor Weihnachten liefern, sagte der Sprecher. Allerdings könnten nicht alle Produkte rechtzeitig in mehrere europäische Länder geliefert werden. Welche Spielzeug-Serien - Lego fertigt unter anderem auch Star Wars-, Herr der Ringe oder Harry Potter-Serien - und welche Länder konkret betroffen sind, wollte der Sprecher nicht sagen. Im vergangenen Jahr war es unter anderem in Dänemark und Kanada zu leeren Regalen in den Spielzeugläden gekommen.


"Wir werden nicht in der Lage sein, die Aufträge von allen Kunden zum Jahresende zu erfüllen", Lego-Srepcher Roar Trangbaek.

2015 winkt Lego ein Rekordgewinn

Lego verdient prächtig mit den bunten Steinen: In den ersten sechs Monaten steigerte Lego den Gewinn um 33 Prozent auf 482,4 Millionen Euro. Der Konzern steuert damit auf einen neuen Jahresrekord zu. Auch beim Umsatz legte Lego zm 1,9 Milliarden Euro zu, was einer Steigerung von 23 Prozent entspricht. Vor allem klassische Serien wie Lego City und Technic verkauften sich gut. Heuer dürfte sich auch der Kinostart des siebten Teils der Star Wars-Reihe bezahlt machen. Lego fertigt die Figuren um Han Solo, Luke Skywalker und R2D2 in Lizenz.

Lego will weltweit expandieren. Bis 2022 will der Konzern in Fabriken in Mexiko, Ungarn und Dänemark investieren, in China soll bald eine neue Fabrik eröffnet werden. Man wolle der wachsenden Nachfrage nach Lego-Produkten gerecht werden. Rund 15.000 Menschen arbeiten weltweit für die Lego-Gruppe, mit der Expansion sollen 3.000 neue Jobs geschaffen werden. Am Konzernsitz Billund forscht Lego unter anderem an nachhaltigen Legosteinen, die nicht mehr aus Plastik hergestellt werden. 400 Millionen Euro wurden 2014 in die Produktion investiert.

Gemessen am Umsatz liegt Lego auf Platz eins unter den Spielzeugherstellern: Mit 1,9 Milliarden Euro rangieren die Dänen vor dem US-amerikanischen Mitbewerber Mattel, der die berühmten Barbie-Puppen produziert (1,67 Milliarden Euro). Monopoly-Hersteller Hasbro liegt mit 1,3 Milliarden Euro auf Platz drei.

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