LED-Strategie von Osram lässt Clinch mit Siemens eskalieren

LED-Strategie von Osram lässt Clinch mit Siemens eskalieren

Der aus dem Siemens-Konzern hervorgegangene Lichthersteller Osram will sich neu aufstellen. Das LED-Geschäft soll forciert, das traditionelle Lampengeschäft ausgliedert werden. Großaktionär Siemens legt sich gegen die Strategie quer.

Der aus dem Siemens-Konzern hervorgegangene Licht- und Leuchtenhersteller Osram will sich neu aufstellen, das Geschäft mit LEDs forciere und die Unternehmenssparte mit Lampen zur Allgemeinbeleuchtung, also für LEDs, Halogenlampen und Energiesparlampen ausgliedern. Im Juni 2015 hat der Aufsichtsrat dafür die Gründung einer neuen Firma mit dem Namen Ledvance, ein Kunstwort aus LED und Advance, abgesegnet. Der Däne Jes Munk Hansen wurde zum Vorsitzenden der Geschäftsführung des Unternehmens mit 10.000 Mitarbeitern besteklt.

Der eingeschlagene Kurs Siemens, der Mutter des Unternehmens, aber gar nicht. Die Folge ist ein heftiger Konflikt zwischen Siemens und Osram. Auf der Osram-Hauptversammlung am Dienstag in München ist dieser eskaliert. Siemens, mit 17,5 Prozent der größte Aktionär von Osram, hat dem seit rund einem Jahr amtierenden Osram-Chef Olaf Berlien das Vertrauen entzogen und gegen die Entlastung des Managers gestimmt.

Hintergrund der Unzufriedenheit ist aber nicht nur Ledvance, sondern ein seit Monaten schwelender Streit um die Ausrichtung Osrams: Statt als Spezialist mit Auto- und Spezialbeleuchtung Geld zu verdienen, will das Unternehmen in das hart umkämpfte Massengeschäft mit einfachen LEDs einsteigen. Firmenchef Berlien will sich auf die Produktion von LED-Chips fokussieren und dafür Milliarden investieren. Bei Siemens seht man das äußerst kritisch. "Der Strategieschwenk, sofern er denn erfolgt, würde das Risikoprofil von Osram deutlich erhöhen", sagte Christian Bleiweiß, der Vertreter des Konzernchefs Joe Kaeser.

Konfliktreiche Beziehung

Das Verhältnis zwischen Kaeser und Berlien gilt als schwer belastet. Der Siemens-Chef hatte den 53-jährigen Manager mehr als einmal öffentlich kritisiert. Siemens hält noch 17,5 Prozent an Osram, die Mehrheit an der Tochter hat der Konzern 2013 an die eigenen Aktionäre verschenkt. Vor Siemens-Vertreter Bleiweiß hatten im Münchner Kongresszentrum mehrere Fonds und Aktionärsvereinigungen erklärt, sie wollten Berlien und den Osram-Vorstand trotz des Kurssturzes der Aktie im Herbst und der umstrittenen neuen Strategie entlasten. Rückendeckung erhielt Berlien von Aufsichtsratschef Bauer. Der frühere Infineon -Chef betonte, der Weg seit mit den Kontrolleuren abgestimmt. Die Arbeitnehmervertreter in dem Gremium sprachen sich explizit für Berliens Strategie aus.

Der Zeitplan für die formale Ausgliederung von Ledvance steht indessen unverändert: Zum 1. April 2016 soll die organisatorische Trennung vom Lampengeschäft vollzogen sein, für den 1. Juli 2016 ist die rechtliche Verselbständigung vorgesehen. Die Ausgliederung erfolgt von Land zu Land unterschiedlich im Zuge sogenannter 'Carve-outs' und 'Reverse Carve-outs'. Der komplexe Fahrplan wird durch die Besonderheiten der einzelnen Rechtsordnungen zusätzlich verkompliziert. In Österreich und in sieben weiteren Ländern (Bulgarien, Kroatien, Polen, Rumänien, Serbien, Slowakei und Ukraine) wird die Ausgliederung von Wolf Theiss Rechtsanwälte betreut. Das Wolf Theiss Team wird durch Partner Peter Oberlechner geleitet, insgesamt arbeiten auf Seite von Wolf Theiss rund 30 Juristen an der Transaktion.

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