Land Tirol schafft ein 230 Millionen-Euro-Konjunkturpaket

Die Tiroler Landesregierung hat im Kampf gegen die Auswirkungen der Coronakrise ein Konjunkturpaket mit einem 230 Millionen Euro-Volumen geschnürt. Allein 135 Millionen Euro sollen dabei in die Infrastruktur fließen

Günther Platter, Landeshauptmann Tirol

Günther Platter, Landeshauptmann Tirol

Mit einem 230-Millionen-Euro Konjunkturpaket will das Land Tirol seiner Wirtschaft nach der Corona-Krise wieder auf die Beine helfen. Insgesamt wurden 106 konkrete Projekte definiert.

Die Projekte, von denen bereits zwölf beschlossen wurden, können in die Bereiche Digitales, Regionales und Nachhaltigkeit zusammengefasst werden. Bei der Infrastruktur gehe es in erster Linie darum, baureife Projekte vorzuziehen. Im Bereich Digitales seien 14 Projekte aufgesetzt worden - 19 Millionen Euro sollen hier an frischem Geld fließen, so Landeshauptman Günther Platter. Die Glasfaserförderung für Privathaushalte falle etwa darunter. 46 Projekte seien es im Regionalen - 58 Millionen Euro werden dafür locker gemacht. Eine einheitliche Logistikstrategie für regionale Produkte soll dabei etwa implementiert werden.

Auch ein Gesundheitszentrum, in dem Forschungsprojekte umgesetzt werden, will die Landesregierung auf den Weg bringen - unter Beteiligung des Genetikers Josef Penninger. Für die Nachhaltigkeit, die etwa ein Wohn- und Klimapaket beinhaltet, werden indes 18 Millionen Euro aufgewendet.

Das Land modernisieren

"Wir wollen die Modernisierung des Landes Tirol vorantreiben", gab Platter als Marschrichtung vor und zeigte sich zufrieden mit dem Paket, das gemeinsam mit den Sozialpartnern erarbeitet worden sei. Er wolle, das man die "Chancen der Krise" nutze. Gleichzeitig gelte es auch, das Geld klug einzusetzen, und nicht "mit der Gießkanne vorzugehen". Für die Finanzierung des Pakets müsse man Darlehen aufnehmen, meinte der Landeschef und verwies auf notwendige Beschlüsse durch den Landtag. "In einigen Jahren" wolle er aber wieder ein Nulldefizit erreichen, so Platter. Derzeit rechne man jedenfalls mit Mindereinnahmen bei den Abgabenertragsanteilen wegen der Krise in der Höhe von 92 Millionen Euro. Das Konjunkturbelebungspaket soll übrigens nicht das Ende der Fahnenstange sein. Im Herbst will Platter ein zweites auflegen, wie er ankündigte.

"Die Krise hat sichtbar und unsichtbar ihre Spuren hinterlassen", merkte Landeshauptmannstellvertreter Josef Geisler an. Er betonte unter anderem die Wichtigkeit der Stärkung von regionalen Kreisläufen - auch dies habe die Krise gezeigt. "In jeder Krise steckt auch eine Chance", meinte auch die grüne Landeshauptmannstellvertreterin Ingrid Felipe. Mit dem Konjunkturpaket wolle man "wichtige Impulse zur Weiterentwicklung des Landes" und zur Unterstützung der Bürger setzen. Felipe verwies auf Hilfestellungen im Bereich der psychosozialen Versorgung und die enthaltene "generelle Unterstützung der Kulturszene".

Arbeitsplätze erhalten

Lobende Worte für das Paket fand ÖGB-Chef Philip Wohlgemuth. Der ÖGB habe im Zuge der Verhandlungen maßgebliche Verbesserungen für die Tiroler Beschäftigten erreichen können. "Einerseits ist es uns gelungen, den Erhalt von Arbeitsplätzen zu sichern, die Mittel für die berufliche Aus- und Weiterbildung deutlich aufzustocken sowie Stiftungsplätze abzusichern, andererseits wurden die Voraussetzung für neue Jobs geschaffen", so Wohlgemuth in einer Aussendung.

Landeshauptmann Platter sah das Land indes auch für den Fall einer größeren Kündigungswelle nach Auslaufen der Kurzarbeitszeitregelung gerüstet. Man habe entsprechende Insolvenz-Stiftungen für diesen Worst Case vorgesehen. Angesprochen auf eine drohende große Kündigungswelle beim Kristallkonzern Swarovski, meinte der Landeshauptmann, dass er auch in einem solchen Falle "wenig erfreut" wäre. Bei einem solchen Konzern gebe es aber "immer Bewegungen". Er habe aber "größtes Interesse" daran, dass so wichtige ganzjährige Industriearbeitsplätze erhalten bleiben.

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