Land am Strome: E-Fahrräder werden Tourismusfaktor

Land am Strome: E-Fahrräder werden Tourismusfaktor
Land am Strome: E-Fahrräder werden Tourismusfaktor

E-Bikes: Mittlerweile auch im Tourismusgeschäft relevante Größen.

Jedes vierte in Österreich gekaufte Fahrrad ist bereits ein E-Bike. Die anhaltend hohe Nachfrage nach den "Fahrrädern mit Hilfsmotoren" beschert den Fahrradherstellern Rekordgewinne und bringt nun auch Touristiker auf neue Ideen.

Mit einem Lächeln im Gesicht Berge hinaufradeln, dabei statt dem Schweiß den Fahrtwind im Gesicht haben und anschließend stolz für ein Foto am Gipfel posieren: Was bis vor kurzem harten, durchtrainierten Sportlern vorbehalten war wir immer mehr zu einem Vergnügen, dem auch ganz normale Breitensportler frönen. Ob im Salzkammergut, im Ötztal oder auch am Radweg entlang der Donau: Die Zahl der Radfahrer, die ihre Wege nahezu mühelos absolvieren steigt seit Jahren unaufhaltsam an.

Nun beginnen E-Bikes auch im Tourismus relevante Größen zu werden. Hoteliers, die ihren Gästen gut ausgestattete E-Bikes anbieten können sind jedoch noch eher spärlich gesät. Das liegt vor allem an den doch erheblichen Anschaffungskosten von mehreren Tausend Euro pro Rad sowie dem Wartungsaufwand und dem Diebstahlrisiko.

Hier setzt Travelbike, ein ein touristisches Vermietungsnetzwerk für E-Bikes an. Das Anfang Juni gestartete Programm und die dazugehörende Online-Plattform travelbike.at richten sich an Tourismus-Betriebe und Regionen, die den Gästen moderne Elektrofahrräder, von Komforträdern über E-Mountainbikes bis hin zu E-Fatbikes anbieten möchten. Die Touristiker können die Räder gegen eine monatliche Leihgebühr beziehen. Im Preis inkludiert ist ein Versicherungsschutz, der alle Schäden vom normalen Verschleiß bis zu Schäden durch unsachgemäße Handhabung abdeckt. Für die Hoteliers oder deren Gäste fällt dabei kein Selbstbehalt an. Ein Pick-up-Service garantiert die Abholung im seltenen Falle eines technischen Defekts des Antriebs.

Der Lokale Fahrradhandel ist als Servicepartner mit eingebunden. Als Industriepartner stehen unter anderem Bosch, die Zweirad-Einkaufs-Genossenschaft ZEG und der oberösterreichische Fahrradhersteller KTM hinter Travelbike.

Erfolgsgeschichte E-Bike

Der Siegeszug der E-Bikes setzt sich damit weiter fort. Begonnen hat er im Jahr 2010, als KTM das erste damals vielfach mit Spott und Hohn bedachte E-Mountainbike in den Handel brachte. Unbeeindruckt von Stimmen, die nörgelten, dass kein Mensch am Berg einen Elektromotor braucht, die Fahrräder zu unhandlich und schwer und die Reichweite der Akkus zu gering wären, hielt man in Mattighofen, dem Stammwerk von KTM, aber an der Idee fest und verbesserte die E-Bikes kontinuierlich.

Schon bald darauf waren die ersten E-Mountainbikes tatsächlich nicht nur in den Städten, sondern auch im mitunter recht schwierigen Offroad-Gelände unterwegs, pilotiert von Radfahrern und einem ständig steigenden Anteil von Radfahrerinnen, die zuvor nicht jahrelang trainieren oder Diät halten mussten, um mit ihren Rädern überhaupt in ein solches Terrain zu gelangen.

Im Jahr 2016 sind E-Bikes selbst in absoluten Mountainbike-Hochburgen keine Seltenheit mehr. Und das nicht in Österreich. Ob am Gardasee, im Tessin, im Engadin, in Slowenien oder im Allgäu: E-Mountainbikes mischen sich inzwischen ganz selbstverständlich unter die große Zahl der Räder. Ein ähnliches Bild zeigt sich in den Städten und an den weniger ausgesetzteren, leicht fahrbaren Radwegen. Dort sind Elektrofahrräder inzwischen so selbstverständlich wie Radhelme, die noch zur Jahrtausendwende auch bloß eine Angelegenheit für Sportler und Kleinkinder waren.

Elektro-Mobil

Die Erfolgsgeschichte lässt sich auch mit Zahlen dokumentieren. KTM Verkaufs- und Marketingchef Stefan Limbrunner erklärt etwa, dass bereits jedes vierte Rad, das in Mattighofen gebaut wird, ein E-Bike ist und der Jahresumsatz von 150 Millionen Euro schon zur Hälfte aus dem Geschäft mit den Elektrofahrrädern kommt. Räder, die KTM heute in sämtlichen Klassen und Kategorien anbietet. Selbst Kinderfahrräder mit Elektromotor befinden sich bereits im Produktkatalog. Das mag manche verwundern, ist aber angesichts der Tatsache, dass bei Kinderrädern das Verhältnis von Gewicht des Rades zum Gewicht und der Kraft des Fahrers wesentlich schlechter ausfällt als bei Erwachsenenrädern eigentlich ein großer Schritt.

Eine neue, nun veröffentlichte Studie des Verkehrsclub Österreich (VCÖ) weist nun Österreich als eines der Länder aus, in denen die meisten Elektrofahrräder gekauft werden. Im Vorjahr waren es laut VCÖ über 77.000 Elektrofahrräder, was einem Schnitt von rund 9.000 Rädern pro Million Einwohner gleichkommt. Andere Zählungen gehen von 55.000 verkauften E-Bikes aus, was immer noch rund 6.500 verkaufte Elektroräder auf eine MIllion Einwohner ausmacht. Im Europavergleich der Verkaufsstatistiken rangiert Österreich so oder so am dritten Platz hinter den Niederlanden und Belgien, wo Fahrräder traditionell eine erheblich höhere Bedeutung in der Alltagsmobilität haben. Insgesamt sind in Österreich bereits über 300.000 Elektroräder unterwegs und sind damit auch die mit Abstand am stärksten verbreiteten E-Fahrzeuge im Land.

Und damit ist noch lange nicht aller Tage Abend. "E ist alles zur Zeit", sagt KTM-Mann Limbrunner. Logisch also, dass in Mattighofen bei der Präsentation der neuen Produktpalette für das Jahr 2017 Anfang Juli wieder zahlreiche Weiterentwicklungen und auch Weltneuheiten am E-Bike-Sektor vorgestellt werden. Die Nachfrage nach den Elektrofahrrädern ist anhaltend so groß, dass der Hersteller kaum mit seiner Produktion nachkommt. Limbrunner: "Wir haben seit Jahren kein einziges E-Bike mehr im Lager. Unsere Jahresproduktion ist regelmäßig schon im Frühjahr ausverkauft, obwohl wir unsere Kapazitäten jedes Jahr erhöhen."

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