Labor gegen Straße: EU-Diskusssion über Diesel-Stinker

Labor gegen Straße: EU-Diskusssion über Diesel-Stinker

Am kommenden Mittwoch wird auf EU-Ebene über realistischere Abgastests für Dieselautos diskutiert. Nach Ansicht von Experten sind die derzeitigen Labortests zu zahm.

Neue europäische Regeln für realistischere Abgastests für Dieselautos stehen auf der Kippe. Ob die Vorgaben ab Herbst 2017 schrittweise eingeführt werden, dürfte sich am kommenden Mittwoch (3. Februar) entscheiden: Dann soll das Plenum des Europaparlaments über die Neuregelung entscheiden. Der Ausgang des Votums gilt als völlig ungewiss.

Anstoß nehmen besonders im linken und grünen Lager viele Abgeordnete an geplanten großzügigen Überschreitungen geltender Schadstoffwerte. Für eine Übergangszeit dürften Dieselautos noch mehr als doppelt so viel Abgase ausstoßen wie im Labor (110 Prozent mehr) - darauf einigten sich Experten der EU-Staaten im Oktober.

Nach Darstellung der EU-Kommission wäre dies immer noch eine Verbesserung. Denn künftig sollen Dieselautos auf der Straße getestet werden (bei RDE-Tests, "Real Driving Emissions").

Die bisherigen Labortests sind aus Expertensicht zu zahm, weil sich Autobauer gut darauf einstellen können - und zwar nicht nur mit betrügerischer Software wie im Falle von Volkswagen sondern auch mit ganz legalen Tricks. Der reale Schadstoffausstoß könne so bis zu fünfmal so hoch liegen wie im Labor, argumentiert die EU-Kommission.

Der Umweltausschuss des Europaparlaments zeigte sich davon unbeeindruckt und erteilte den Plänen im Dezember eine Absage. Ob das Plenum in der entscheidenden Abstimmung am Mittwoch genauso verfährt, ist nach Einschätzung von Beobachtern schwer vorherzusehen. Klar ist: Wenn mehr als die Hälfte der 751 Abgeordneten für die Zurückweisung stimmen, müssten die Verhandlungen über einen neuen Rahmen für Abgastests von vorne beginnen.

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