KV-Verhandlungen: Vor Warnstreiks in der Metalltechnischen Industrie

Gewerkschaften und Arbeitgebervertreter konnten sich auch in der fünften Verhandlungsrunde im Metaller-KV nicht einigen. Nun werden Warnstreiks in der Metalltechnischen Industrie mit 1.200 Betrieben und gut 130.000 Mitarbeitern stattfinden. Die Arbeitgebervertreter überlegen freiwillige Lohnerhöhungen wie bereits die ÖBB.

PRO-GE-Chef Rainer Wimmer (L.) und der Chef der GPA-djp Karl Dürtscher nach der fünten Runde der Metaller-KV Verhandlungen.

PRO-GE-Chef Rainer Wimmer (L.) und der Chef der GPA-djp Karl Dürtscher nach der fünten Runde der Metaller-KV Verhandlungen.

In den Unternehmen der Metalltechnischen Industrie (FMMI) stehen zumindest bis Mittwoch Warnstreiks bevor. Dazu werden die zuletzt nur unterbrochenen Betriebsversammlungen wieder aufgenommen. Die Arbeitgebervertreter überlegen nun, ihren Betrieben "freiwillige Lohn-/Gehaltserhöhungen zu empfehlen", die bei den Bahnbediensteten bereits beschlossen wurden. (siehe Artikel: KV-Verhandlungen: ÖBB zahlt freiwillig drei Prozent mehr Gehalt)

Das stößt jedoch bei den Gewerkschaften auf massive Kritik. "Es scheint modern zu werden, dass die Arbeitgeber versuchen, die Belegschaft zu spalten", kritisierte GPA-djp-Chef Karl Dürtscher, "das lassen wir uns nicht gefallen." Dürtscher spielte damit auf ein ähnliches Vorgehen beim Eisenbahner-KV an, das für die Gewerkschaften nicht akzeptabel sei. Man werde zeigen, dass die Beschäftigten hinter dem Vorgehen der Gewerkschaft stünden und es der Gewerkschaft nicht um den Selbstzweck gehe.

Arbeitgeberverhandler: "Faires Angebot"

Arbeitgebervertreter Christian Knill sah das Angebot der Industrie weiter als fair an. Die Gewerkschaften wollten eine Kampagne fahren, kritisierte Knill. Die Arbeitgeber boten ein Lohn-/Gehaltsplus von 2,7 Prozent und Zugeständnisse im Rahmenrecht. "Wir waren der Meinung, unser Abgebot ist fair. Samt Zugeständnissen im Rahmenrecht wäre das Gesamtangebot bei mehr als 3 Prozent gelegen."

Dieses Angebot habe man nicht ernst nehmen können, sagten die Gewerkschaftsvertreter dazu. Man fühle sich von den Arbeitgebervertretern so gar nicht ernst genommen. Die Wirtschaft brumme, die Arbeitnehmer sollten daran aber viel zu wenig teilhaben dürfen.

Zahl der Streikstunden in Österreich pro Jahr seit 1945

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Die Gewerkschaften fordern ein Lohn-/Gehaltsplus von 5 Prozent oder mindestens 100 Euro mehr. Dazu wollen sie umfangreiche Zugeständnisse im Rahmenrecht. Hier seien die Arbeitgeber den Arbeitnehmern entgegengekommen, meinte Knill. "Ich glaube, die Streiks waren schon vorgeplant", kritisierte er die Arbeitnehmervertreter, die "sich selbst ins Abseits stellen" würden.

Streiks kosten Millionen

Ein Streiktag - vorerst sind nur einige Stunden geplant - in der Metallindustrie mit ihren 1.200 Betrieben kostet zwischen 30 und 50 Milklionen Euro. In fünf weiteren kleineren Metallerbranchen, die gemeinsam rund 60.000 Mitarbeiter haben, gibt es in der kommenden Woche indes weitere Verhandlungsrunden, in denen die Gewerkschaften den Druck ebenso erhöhen wollen. "Wir werden den gemeinsamen KV (für alle Metaller der verschiedenen Unterbranchen mit insgesamt gut 190.000 Mitarbeitern, Anm.) mit ganzer Kraft verteidigen", sagte PRO-GE-Chef Rainer Wimmer.

Seit einigen Jahren werden die sechs Metaller-KV einzeln verhandelt. Am Ergebnis orientierten sie sich bisher aber stets - bis auf minimale Details - gänzlich am Abschluss der Metalltechnischen Industrie. Die bisherigen KV, die per Ende Oktober ausliefen, gelten weiter, bis es zu neuen Abschlüssen kommt.

Christian Winkelhofer, Managing Director Neue Technologien Accenture Österreich

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Zur Person. Martin Butollo ist seit 2013 Country CEO der Commerzbank in Österreich. Davor war Butollo für die Commerzbank und die Dresdner Bank in Frankfurt/Main in Managementfunktionen tätig. Seine berufliche Laufbahn begann bei PriceWaterhouseCoopers.

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