Schwierige Zeiten: Kurzarbeit im voestalpine-Werk Kindberg

Die voestalpine bekommt die globalen Probleme zu spüren. Aufgrund der US-Zölle auf Aluminium und Stahl werden jetzt im steirischen Kindberg rund 1.000 Mitarbeiter zur Kurzarbeit angemeldet.

Schwierige Zeiten: Kurzarbeit im voestalpine-Werk Kindberg

Getrübte Aussicht: Im voestalpine-Werk Kindberg wird ab März kurz gearbeitet.

Im voestalpine-Tubulars-Werk im obersteirischen Kindberg werden voraussichtlich ab März bis zu 950 der 1.100 Mitarbeitern zur Kurzarbeit angemeldet. Als Hauptgrund werden die 25-prozentigen US-Zölle auf Stahl- und Aluminiumprodukte angeführt. Schon im Sommer 2019 wurde deshalb der Schichtbetrieb von einer Vierer-Schicht- auf eine Dreier-Schicht umgestellt. voestalpine Tubulars ist ein Joint Venture zwischen der voestalpine und dem amerikanischen Konzern NOV Grant Prideco. Im Werk werden Nahtlosrohre für die Öl- und Gasindustrie hergestellt.

Neben den Zöllen macht der Tubulars der niedrige Gas- und Ölpreis der vergangenen Monate zu schaffen, der zu einem Rückgang des Nachfrage an Rohren für Öl- und Gasfelder in Nordamerika geführt hat. Das Unternehmen hat eine Exportquote von mehr als 95 Prozent. Der wichtigste Absatzmarkt sind die USA.

"Während wir den äußerst schwierigen Rahmenbedingungen in unserem wichtigsten Markt, den USA, bislang durch Kostensenkungsprogramme sowie der forcierten Diversifizierung unseres Produktportfolios entgegenwirken konnten, zwingt uns die aktuelle Marktentwicklung, weitere Maßnahmen am Standort Kindberg zu ergreifen", erklärte voestalpine-Vorstand und Leiter der Metal Engineering Division Franz Kainersdorfer .

Um die dritte Schicht des Unternehmens weiterführen und die Mitarbeiter langfristig halten zu können, werde man in den nächsten zwei Wochen Gespräche mit Betriebsrat, Sozialpartnern und Arbeitsmarktservice zur Vereinbarung der Möglichkeit von Kurzarbeit führen. Diese soll ab März maximal 950 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zeitweise zur Anwendung kommen. Ziel sei es, im nächsten halben Jahr flexibler sein zu können. Bereits 2016 habe eine ähnliche Kurzarbeitsregelung sehr geholfen, eine konjunkturell schwierige Phase gut zu überstehen und Arbeitsplätze abzusichern, so Kainersdorfer.

Weitere Problemfelder

Die US-Zölle sind nicht das einzige Problem, mit dem sich der Stahl- und Technologiekonzern aktuell herumschlagen muss. Auch der Coronavirus und die Troubles bei Boeing schlagen sich nun auf das Unternehmen nieder:

Im Jänner hat Boeing die Produktion des Mittelstrecken-Flugzeugs 737 Max wegen des immer noch aufrechten weltweiten Flugverbots eingestellt und noch ist nicht absehbar, wann die Produktion wieder aufgenommen wird. Die voestalpine [ISIN AT0000937503] erwirtschaftet im Aerospace-Bereich jährlich rund 400 Millionen Euro Umsatz, auf die Boeing 737 Max sind davon zuletzt etwa 45 Millionen Euro entfallen.

Auf der anderen Seite des Globus hat die Corona-Epedemie die insgesamt neun Werke des Unternehmens in China lahmgelegt. Die Schließung erfolgte aufgrund behördlicher Vorgaben. Konzernchef Herbert Eibensteiner erklärte dazu: "Wir wissen dort nicht genau, wie die nächsten Maßnahmen aussehen. Im Moment sind alle unsere Werke von den Stillständen betroffen - unser Kenntnisstand ist, dass sie bis 9. Februar geschlossen bleiben, aber wir haben aktuell keine Information, ob verlängert wird oder wie lange geschlossen bleibt." In China erwirtschaftete die voestalpine zuletzt rund 550 Millionen Euro, 18 Prozent des weltweiten Umsatz von zuletzt knapp zehn Milliarden Euro.

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