Kupfer im freien Fall: Vorbote der Rezession?

Die Furcht vor einer weiteren Abkühlung der Weltwirtschaft geht um. Der Grund: Der Kupferpreis, ein wichtiger Vorbote für eine Rezession stürzt massiv ab. Wie Experten die Situation einschätzen.

Derzeit wird mehr Kupfer abgebaut als gebraucht wird.

Derzeit wird mehr Kupfer abgebaut als gebraucht wird.

"Alle sind hochgradig nervös, weil keiner weiß, wo es mit der Konjunktur hingeht", so ein Aktienhändler. Feuer ins Öl hat gestern die Weltbank gegossen. Sie hat ihre Prognosen für 2015 von 3,4 auf drei Prozent zurückgestutzt. Die Folge: Der Preis für Kupfer stürzte dramatisch ab. Denn dieses Metall gilt als wichtiges Instrument, um den Zustand der Weltkonjunktur zu diagnostizieren. An der Londoner Metallbörse LME fielen die Kupfernotierungen um 8,6 Prozent, so stark wie seit sechs Jahren nicht mehr.

Damit haben sich die Wachstumsaussichten im Vergleich zu vor einem halben Jahr deutlich verschlechtert. Was den Ökonomen besondere Sorge bereitet: Die Konjunktur in Europa, China und Japan hat sich zur selben Zeit eingetrübt. Kein gutes Umfeld für Metalle, die wie Kupfer, in der Industrie häufig zum Einsatz kommen.

Aber der Preisverfall bei Kupfer hat nicht erst in den vergangenen Tagen und Wochen eingesetzt, sondern hat bereits Anfang 2011. Seither ist der Preis für das Metall um rund 50 Prozent eingebrochen. Daran ist jedoch nicht nur die flaue Konjunktur in vielen Teilen der Welt schuld, sondern auch ein massiver Produktionsüberschuss - ähnlich wie bei Erdöl. Laut der International Copper Study Group ist die Produktion in den Kupferminen im ersten Halbjahr des Vorjahres um drei Prozent bestiegen. 2015 soll der Anstieg sogar sieben Prozent betragen - bei sinkender Nachfrage.

Vor allem die Nachfrage aus China, der weltgrößte Abnehmer von Metallen, dürfte laut einer Schätzung der Investmentbank CRU Group heuer nur noch um vier Prozent zulegen. Bis 2012 lagen die Zuwächse in zweistelliger Höhe.

Doch langfristig deutet vieles wieder auf steigende Preise hin. Laut Informationen der Tageszeitung die "Welt" decken sich derzeit die Chinesen massiv mit billigem Kupfer ein. Sie sollen demnach ihre Reserven um 700.000 Tonnen aufgestockt haben. Eine gängige Praxis der Chinesen, die mit dieser Strategie bisher immer gut gefahren sind. Wenn erst mal der Boden beim Preis erreicht ist, könnte die Gegenbewegung heftig ausfallen", so ein Commerzbank-Analyst gegenüber der "Welt".

Dietrich Mateschitz bei Formel 1 Tests in Jerez, 2015

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