Kornspitz-Erfinder Backaldrin: Expansion in Russland

Backaldrin-Chef Peter Augendopler

Backaldrin-Chef Peter Augendopler

Der oberösterreichische Kornspitz-Erfinder und Backmittelhersteller Backaldrin expandiert weiter. Nun hat das Unternehmen ein Werk in Russland errichtet.

Im Jahr 1984 gelang dem oberösterreichischen Backmittelproduzenten Backaldrin der ganz große Coup. Im Labor des Unternehmens wurde eine neuartige Backmischung aus Weizenmehl und -schrot, Roggenschrot, Weizenkleie, Sojaschrot, Weizen-Malzschrot, Roggenmehl, Hefe, Salz, Backmittel und einigen Gewürzen, darunter Kümmel, kreiert. Und es wurde ein Name für das Rezept gefunden: "Kornspitz".

Der Kornspitz entwickelte sich bald zum Kassenschlager. Geschätzte 4,5 Millionen dieser Gebäcke werden mittlerweile täglich in 68 Ländern verzehrt, und "Kornspitz" wurde bald zu einem Synonym für sämtliche ähnliche knusprig gebackenen Stangerl - so geläufig, dass der Markenschutz im Jänner 2015 vom Oberlandesgericht Wien aufgehoben wurde.

Den Kampf um die Marke "Kornspitz" mag Backaldrin verloren haben, den Oberösterreichern gelang es aber dank des Gebäcks dennoch, als Unternehmen weiter erfolgreich zu bleiben und im Ausland zu expandieren. In den vergangenen Jahren wurden Produktionsstandorte in Jordanien, Mexiko, der Schweiz, Südafrika und der Ukraine eröffnez. Nun folgt ein weiteres in Russland.

Neues Werk in Russland

In Russland erwirtschaftet Backaldrin aktuell zehn Prozent seines Umsatzes von 170 Millionen Euro. Bislang wurde der Markt von Österreich aus mit Teiglingen beliefert. Dafür wurde 2007 das Vertriebszentrum "Dom Chleba" am Stadtrand von Moskau errichtet, von dem aus Russland, Armenien, Aserbaidschan, Georgien, Kasachstan, Kirgisistan, Tadschikistan und Usbekistan beliefert werden.

Die Produktionsmenge des neuen, im Industriepark Novoe Stupino 75 Kilometer südlich von Moskau gelegenen Werks "Arvalus" wird bei rund 4.000 Tonnen Teiglingen jährlich liegen. 50 Mitarbeiter sollen dort Backmischungen für Russland und die Nachbarländer produzieren. 15 bis 20 Prozent der dafür benötigten Grundstoffe werden weiterhin aus Asten angeliefert und vor Ort mit russischen Rohstoffen zu Mischungen für Brot und Gebäck verarbeitet.

Weltweit beschäftigt Backaldrin derzeit 870 Mitarbeiter. Ebenfalls kürzlich eröffnet wurde das "Paneum" in Asten. Das vom Coop Himmelb(l)au-Architekten Wolf D. Prix konzipierte Gebäude beherbergt eine Ausstellung zum Thema Brot und dient als Kunden- und Veranstaltungsforum.

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