Konzern-Steuertricks von Starbucks & Co werden eingeschränkt

Zahlreiche EU-Länder locken multinationale Konzerne über "Lizenz- oder Patentboxen" mit niedrigen Steuern für Einnahmen, was zu einer Verschiebung von Gewinnen in Niedrigsteuerländer führt. Deutschland will diese Art der Bilanzkosmetik entgegen treten.

Konzern-Steuertricks von Starbucks & Co werden eingeschränkt

Das Durchwinken von Gewinnen aufgrund von Lizenztricksereien, wie es Starbucks & Co machen, soll künftig in Deutschland eingeschränkt werden.

Berlin. International agierende Unternehmen können ihre Steuerlast in Deutschland bald nicht mehr durch Tricks mit Lizenzen senken. Künftig soll verhindert werden, dass Großkonzerne Erträge, die sie mit Lizenzen oder Patenten machen, in Niedrigsteuerländer verlagern und so den zu besteuernden Gewinn kleinrechnen - ohne dass dort tatsächlich Forschung erfolgt.

Der Deutsche Bundestag billigte am Donnerstag mit großer Mehrheit die sogenannte Lizenzschranke. Damit wird die steuerliche Abzugsmöglichkeit für Patente, Lizenzen, Konzessionen oder Markenrechte eingeschränkt, wenn die Einnahmen daraus ins Ausland fließen und dort nicht oder kaum besteuert werden.

Bisher können Unternehmen etwa Patente in Deutschland entwickeln, die entsprechenden Einnahmen aber in andere Länder verschieben, indem sie quasi Nutzungsgebühren an Töchter zahlen. Zahlreiche EU-Länder locken multinationale Konzerne über diese "Lizenz- oder Patentboxen" mit niedrigen Steuern für diese Einnahmen. Das führt zum Steuerwettbewerb zwischen Staaten.

Die führenden Industrie- und Schwellenländer (G-20) haben deshalb bereits vereinbart, dass ein Staat Unternehmen nur dann eine "Lizenzbox"-Regelung gewähren darf, wenn es in dem Land tatsächlich forscht und entwickelt und dafür effektiv Ausgaben getätigt hat.

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