KMU-Befragung: Optimismus macht sich beit

Unter den heimischen Klein- und Mittelbetrieben macht sich trotz der andauernden Corona-Pandemie wieder Optimismus breit. Eine von Creditreform durchgeführte Befragung zeigt, dass Umsatzziele in die Höhe geschraubt werden und die Investitionsbereitschaft steigt.

Berhard Weinhofer, CEO Creditreform

Berhard Weinhofer, CEO Creditreform

Pandemie hin oder her - die Stimmung unter den heimischen Klein- und Mittelunternehmen (KMU) hat sich gegenüber dem Vorjahr deutlich verbessert. In den Unternehmen macht sich wieder Optimismus breit.

Die positive Grundstimmung lässt sich aus einer vom Gläubigerschutzverband Creditreform im Oktober und November unter rund 1.500 repräsentativen östereichischen Unternehmen aus verschiedenen Branchen hervor. Auch der neuerliche Lockdown hat daran grundsätzlich nichts geändert, denn einerseits haben die Unternehmen gelernt, mit Lockdowns und den Konsequenzen umzugehen und andererseits laufen die die staatlichen Hilfsprogramme weiter.

Freilich gebe es bestimmte Branchen wie beispielsweise den (Städte-)Tourismus, wo die Lage keine gute sei, so Creditreform-Chef Gerhard Weinhofer. Bedeutend sei auch ein nicht zu langer aktueller Lockdown.

Geschäft zieht an, Erwartungen steigen

Die gute Auftragslage ließ die Kassen bei den österreichischen Mittelständlern ordentlich klingeln. 40,1 Prozent der Befragten gaben Umsatzsteigerungen an, nur 14,1 Prozent Umsatzeinbußen. Im Herbst 2020 musste dagegen fast jeder zweite Betrieb Umsatzrückgänge verkraften (45,4 Prozent). Der Saldo aus gestiegenen und gesunkenen Umsätzen katapultierte sich von minus 18,9 auf heuer plus 26,2 Prozentpunkte und markiert damit den Höchstwert im Zehnjahresvergleich.

Insgesamt haben sich auch die weiteren Umsatzerwartungen deutlich gesteigert. Zudem wollen 43 Prozent der Firmen investieren und 23 Prozent Personal aufstocken.

Diese positive Entwicklung zeige sich auch in der Breite - in allen vier Hauptwirtschaftsbereichen ging die Umsatzkurve steil nach oben. Angesichts der schwierigen Situation im ersten Coronajahr atmeten die mittelständischen Unternehmen zuletzt auf. Es ist aber fraglich, ob dieser Aufwärtstrend künftig Bestand hat, gibt der Verband zu bedenken. "Corona ist nicht überwunden und es besteht weiterhin das Risiko, dass die Pandemie die Konjunktur nach unten drückt. Der aktuell vierte Lockdown hatte bisher weniger negative Auswirkungen als befürchtet."

Einen verbesserten Konjunkturverlauf verzeichneten im Vergleichszeitraum alle vier Hauptwirtschaftsbereiche - verarbeitendes Gewerbe, Bau, Handel und Dienstleistungen. Besonders groß war die Erleichterung in der Dienstleistungsbranche, die stark unter den Corona-Einschränkungen zu leiden hatte: Betrug der Geschäftslageindex hier vor einem Jahr nur minus 7,7 Punkte, so waren es heuer im Herbst bereits 19,5 Punkte.

Insolvenzen werden noch verhindert

Für das laufende Jahr rechnet Creditreform der letzten Einschätzung von Ende September zufolge mit einer etwas geringeren Zahl an Firmeninsolvenzen als im ersten Corona-Krisenjahr 2020, konkret mit rund 3.000 Verfahren. 2022 könnte allerdings angesichts der zuvor skizzierten Themen eine Entwicklung mit steigenden Firmeninsolvenzen nehmen.

Begründet wird die Einschätzung mit den prolongierten staatlichen Hilfsmaßnahmen, die weiterhin die Insolvenzen einbremsen und viele Unternehmen durch die nach wie vor volatilen und herausfordernden Zeiten tragen. Man merke aber, dass es bei weitem nicht mehr alle Unternehmen schaffen und die Probleme, die diese vor der Pandemie hatten, nicht mehr durch billiges Geld und staatliche Hilfen übertünchen können.

"Sobald also die Corona-Unterstützungen beendet sind, werden die Insolvenzen langsam aber stetig wieder auf das in den letzten Jahren übliche Maß von rund 5.000 Verfahren im Jahr ansteigen", ist sich Creditreform-Chef Weinhofer sicher. Univ.-Prof. Walter Schwaiger von der TU Wien hat in einer Default Analyse für Creditreform über die Ausfallsrisiken der Unternehmen den so genannten Verhinderungseffekt - Insolvenzen, die durch die staatlichen Maßnahmen verhindert wurden – mit aktuell 0,68% der von ihm untersuchten Unternehmen beziffert. Umgerechnet auf die Gesamtzahl an heimischen Unternehmen bedeutet das, dass derzeit rund 2.500 Unternehmen insolvenzgefährdet wären, wenn die Unterstützungen beendet würden.

Die angestiegene Inflation und der in der Industrie und im Tourismus besonders spürbare Fachkräftemangel könnten zudem die Löhne ansteigen lassen, was wiederum einige Unternehmen in die Bredouille bringen könnte.

Martin Selmayr, Leiter der Vertretung der Europäischen Kommission in Österreich.

Martin Selmayr: „Der Rubel ist auf der Intensivstation“

Martin Selmayr, Leiter der EU-Kommissions-Niederlassung in Österreich, im …

Andreas Lampl, Chefredakteur trend

"Wohlstandswehleidigkeit": Jammern auf (zu) hohem Niveau

Wir werden letztlich mit deutlich teurerem Gas zurande kommen. Wenn sich …

Der Papier- und Verpackungsspezialist Mondi liegt im trend Ranking der umsatzstärksten Unternehmen des Landes auf Rang 8.

Mondi Group – Globaler Verpackungs- und Papierfabrikant

Die Mondi Group ist einer der weltweit größten Produzenten für …

Haus des Geldes: Die Münze Österreich AG befindet sich im Herzen Wiens am Heumarkt 1 im 3. Wiener Gemeindebezirk. Seit 1837 werden hier Münzen geprägt. Hinter der historischen Fassade verbirgt sich eine der modernsten Prägestätten der Welt.

Münze Österreich – Österreichs Münzprägestätte mit Tradition

Die Münze Österreich AG kann auf über 800 Jahre Geschichte zurückblicken. …