Klimakrise und die Ohnmacht der Konzerne

Der Klimawandel ist das Thema der Stunde. Weltweit kommen Unternehmen wie zuletzt Siemens unter enormen Druck. Klimaaktivisten, Investoren, Konsumenten und Mitarbeiter fordern, dass sie grüner werden, gleichzeitig aber profitabel bleiben. Amazon-Boss Jeff Bezos will 10 Milliarden Dollar spenden. Wie der Spagat gelingen kann.

"Fridays for Future" streikten auch beim Weltwirtschaftsforum in Davos für das Klima. Greta Thunberg (links) und Luisa Neubauer (rechts) präsentierten ihre Forderungen.

"Fridays for Future" streikten auch beim Weltwirtschaftsforum in Davos für das Klima. Greta Thunberg (Mitte) und Siemens-Kritikerin Luisa Neubauer (rechts) präsentierten ihre Forderungen.

Es war ein seltsames Bild, das sich am Freitag, dem 24. Jänner im Schweizer Nobelskiort Davos bot: In langen Schlangen reihte sich Auto an Auto, sie alle warteten auf die wirtschaftliche und politische Elite, die sich hier zum Weltwirtschaftsforum zusammenfand - und an ihnen vorbei quetschte sich eine kleine Demonstration durch den Ort.

Angeführt von Greta Thunberg gingen Jugendliche der "Fridays for Future"-Bewegung auch in Davos auf die Straße: Sie wollen den Klimawandel stoppen, sie wollen konkrete Maßnahmen sehen, allen voran, dass nicht mehr in Öl, Gas und Kohle investiert wird.

Thunberg sowie die deutsche Siemens-Kritikerin Luisa Neubauer haben diese Forderungen aber auch auf den Podien des Weltwirtschaftsforums und in Gesprächen abseits der Öffentlichkeit angebracht. Man hört ihnen zu: Der Risikoreport des WEF führt schließlich gleich die fünf größten Risiken der kommenden Jahre auf die Erderwärmung zurück. Es sei nett, dass nun zumindest darüber diskutiert werde, sagte Luisa Neubauer, doch es ginge ums Handeln. Die 23-Jährige hatte sich diesbezüglich in Davos auch wieder mit Siemens-CEO Joe Kaeser unterhalten und berichtete: "Verträge müssen gekündigt werden, das weiß er jetzt, und er wird es seinen Kollegen erzählen."

Zwei Wochen zuvor hatte Neubauer zu Protesten gegen Siemens [ISIN DE0007236101] aufgerufen, weil der deutsche Konzern eine Signalanlage für ein neues Kohlebergwerk in Australien liefern will. Als Umweltbewegungen dagegen Sturm liefen, berief sich Siemens darauf, dass Verträge eben einzuhalten sind. In der Folge wurden die Proteste noch lauter. Ihren Höhepunkt sollten sie bei der Hauptversammlung am 5. Februar erreichen. (siehe Artikel: Siemens-Hauptversammlung im Zeichen der Klima-Debatte

Der Fall Siemens wirft ganz grundsätzliche Fragen auf: Was heißt unternehmerische Verantwortung, wenn es um Klimaschutz geht? Wie können Konzerne grüner werden, aber auch die Interessen ihrer Eigentümer und Mitarbeiter schützen? Und wie sollen sie mit dem neuen öffentlichen Druck umgehen?

Die Debatte ist erst am Anfang

Siemens ist nicht der einzige Konzern, der zuletzt Protesten ausgesetzt war. In Österreich hat Greenpeace vergangenen Herbst vor der OMV [ISIN AT0000743059] gegen ihre Aktivitäten in Neuseeland demonstriert (siehe Interview mit OMV-CEO Rainer Seele "Es hilft nichts, wenn einer der Umweltpapst ist, aber korrupt").

OMV-Vorstandschef Rainer Seele

OMV-CEO Rainer Seele: "Manche Forderungen sind unrealistisch bzw. sogar extrem und gehen am Thema vorbei."

Global, aber speziell in Deutschland sind Umweltbewegungen gerade hochaktiv. Der Energiekonzern RWE [ISIN DE0007037129] etwa hat über Jahre versucht, den Hambacher Forst zwischen Köln und Aachen für seinen Kohleabbau zu roden, ist aber an den Besetzern gescheitert. RWE-CEO Rolf Martin Schmitz sagte während der massiven Proteste, er fühle sich "ein Stück weit ohnmächtig", und fragte: "Hat derjenige recht, der die aggressivste Kampagne fährt?"

Aktuell bekommt sogar ausgerechnet der Elektroauto-Pionier Tesla [ISIN US88160R1014] Gegenwind von Umweltschützern. In Grünheide bei Berlin protestieren Anrainer und Umweltschützer gegen die Vorbereitungen zum Bau der Tesla-Fabrik. Tesla hat dort ein 300 Hektar großes Grundstück für die Errichtung eines europäischen Werks gekauft und mit Rodungsarbeiten begonnen, was Protest-Aktionen der "Grünen Liga Brandenburg" und einen gerichtlich angeordneten Rodungsstopp nach sich zog.

Obwohl es sich bei dem Waldgebiet um kein natürlich gewachsenes handelt, sondern um eine Kiefern-Monokultur, die als forstwirtschaftliche Zwischennutzung auf der lange davor als Industrie-Areal gewidmeten Fläche angelegt wurden. (siehe Artikel: "Waldrodung: Umweltschützer gegen Tesla-Fabrik")

Das alles hat einige Unternehmen bereits dazu veranlasst, der Ohnmacht zu entkommen und sich mit ersten Maßnahmen aus der Schusslinie zu nehmen. Die Tech-Konzerne Apple [ISIN US0378331005 ] und Google [ISIN US02079K3059] setzen bereits komplett auf erneuerbare Energien. Und vor wenigen Tagen erst hat Microsoft [ISIN US5949181045] damit aufhorchen lassen, bis 2030 nicht nur klimaneutral zu sein, sondern der Atmosphäre sogar mehr CO2 zu entziehen, als der Konzern ausstößt. (siehe Artikel: "Microsoft schaltet den CO2-Rückwärtsgang ein")

Ölriesen wie Shell [ISIN GB00B03MLX29] wollen zumindest Treibhausgasemissionen bei der Ölförderung mindern, ExxonMobil [ISIN US30231G1022] macht sich im US-Congress für eine CO2-Steuer stark und BP [ISIN GB0007980591] will sich jetzt sogar Emissionsziele für seine Produkte setzen. Von der Stahlerzeugung, wo übrigens die voestalpine [ISIN AT0000937503] (der größte Emittent Österreichs, siehe Tabelle) ein Vorreiter ist, bis zur Energiewirtschaft, von der chemischen Industrie, den Konsumgüterunternehmen, Airlines und Banken bis zum Tourismus gibt es unzählige Initiativen, klimafreundlicher zu werden.


Top CO2-Sünder in Österreich

Übersicht der Teilnehmer am Emissionshandelssystem, verified Emissions 2018


Doch: Weit geht das alles noch nicht. Eine Studie der Unternehmensberatung Boston Consulting Group (BCG) zeigt, dass weltweit gerade einmal knapp 7.000 Unternehmen über das so genannte Carbon Disclosure Project (CDP) überhaupt Daten zu ihren Treibhausgasemissionen offenlegen - unter Millionen Unternehmen weltweit. Eine Studie von PwC ermittelte, dass nur ein Drittel der ATX-Prime-Unternehmen ein quantitatives Klimaziel formuliert.

Oft ist es der CEO, der das Thema ganz oben auf die Agenda setzt:"Wir haben 2019 beschlossen, dass wir bis 2050 klimaneutral produzieren und bis 2030 50 Prozent weniger CO2 pro Tonne Faser und Zellstoff emittieren wollen", sagt etwa Lenzing-CEO Stefan Doboczky. Die Klimastrategie des oberösterreichischen Faserherstellers [ISIN AT0000644505] geht deutlich über die von der "Science Based Targets"-Initiative geprüften Klimaziele hinaus und umfasst die gesamte Wertschöpfungskette. (siehe Interview: "Wenn wir nichts tun, wer dann?")

Diesen Weg sah Doboczky beim Weltwirtschaftsforum vor Ort bestätigt: "Davos zeigte, wie wichtig es ist, dass wir unsere Wertschöpfungskette transparenter machen und in Richtung erneuerbare Energie-und Materialwirtschaft verändern", erklärt er nach seiner Rückkehr.

Lenzing CEO Stefan Doboczky: "Es geht nicht nur um Produktion und Beschäftigung, sondern auch um Lebensqualität."

Die Notwendigkeit zur Veränderung hat auch RHI-Magnesita-CEO Stefan Borgas erkannt. Hat sich das Unternehmen [ISIN NL0012650360] bis 2025 das Ziel gesetzt, den CO2-Ausstoß um 15 Prozent pro Tonne zu senken, will man nun einen Schritt weiter gehen und wie Lenzing und acht weitere heimische Unternehmen wissenschaftlich basierte Klimaschutzziele vorlegen. Der erste Bericht dazu soll bereits im März präsentiert werden.

"Als CO2-intensive Industrie sehen wir natürlich eine große Notwendigkeit, unsere CO2-Emissionen zu senken. Allerdings lassen sich mit den bestehenden Technologien nur noch im begrenzten Umfang Optimierungen erzielen. Dazu benötigen wir bahnbrechende Innovationen in den Produktionsprozessen", beschreibt Vizeunternehmenssprecherin Patrizia Pappacena die Herausforderung für den Feuerfesthersteller. Ähnlich sieht man das in der Zement-und Baustoffindustrie: "Wir wollen CO2-Neutralität erreichen, sobald die technischen Voraussetzungen dafür gegeben sind, die wir als aktiver "Shaper" einer grünen Zukunft mit vorantreiben wollen", sagt Christina Fromme-Knoch, Aufsichtsratsvorsitzende der Wietersdorfer- Gruppe.

Dialog mit den NGOs

Ist bei all diesen Selbstverpflichtungen überhaupt noch Druck von außen nötig?"Unbedingt", findet Gernot Wagner, der an der New York University Ökonomie und Klimawandel lehrt, "weil Unternehmen immer auch ihre Profitabilität als Ziel vor Augen haben, die mit dem Übergang zu einem klimafreundlichen System im Widerspruch stehen kann." Er geht davon aus, dass sich der Druck auf Unternehmen in den kommenden Jahren noch intensivieren wird: "Die starke Jugendbewegung, die auch eine Reaktion auf den in Klimafragen blinden Donald Trump ist, die Großinvestoren und die Konsumenten werden das vorantreiben", ist er überzeugt. Vor allem aber brauche es die Politik, die die richtigen Rahmenbedingungen setzen muss. Wagner: "Und da kann man nur hoffen, dass die Kampagnen noch mehr Druck machen, aber auch die Unternehmen selbst, die ja Planungssicherheit brauchen."

Druck durch NGOs aber sieht zum Beispiel in Österreich anders aus als im internationalen Vergleich. "Die wenigsten Unternehmen warten eine Aktion von uns ab, um uns zuzuhören", sagt Herwig Schuster, der seit 27 Jahren bei Greenpeace aktiv ist. Allerdings heißt das nicht, dass deshalb alles in Richtung grüner Wirtschaft geht: "Wenn wir Vorschläge machen, die nichts kosten, haben sie eine ziemlich hohe Chance, auch umgesetzt zu werden, sobald allerdings Investitionen ins Spiel kommen, wird es komplizierter", so Schuster.

RHI-CEO Stefan Borgas

RHI-Magnesita-CEO Stefan Borgas will im März wissenschaftlich fundierte Klimaschutzziele für den Feuerfest-Konzern festlegen.

Auch beim WWF sieht man eine größere Offenheit bei Unternehmen. Der WWF hat etwa die Climate Group ins Leben gerufen, mit an Bord sind etwa Allianz, BKS Bank, Ikea, Ochsner Wärmepumpen, ÖBB und Spar Österreich. Als Teil des Problems müssten Unternehmen auch Teil der Lösung sein, so Volker Hollenstein, der politische Leiter des WWF Österreich. Allerdings sieht auch er bezüglich Ambition und Umsetzung noch großen Nachholbedarf. Übrigens bei Wirtschaft wie Politik.

Ein Projekt, das Umweltschützer auch zukünftig beschäftigen wird, ist die dritte Piste des Flughafens Wien, ist Greenpeace-Mann Schuster überzeugt. Weitere Streitpunkte könnten sich in Österreich aber dort befinden, wo man international von "grünen Projekten" spricht: etwa beim Ausbau von Wasserkraft, der laut Greenpeace nur noch sehr beschränkt möglich ist.

Investorenrisiken

Nach Hitzerekorden, Riesenbränden und Überflutungen fordern auch Geldgeber zunehmend Klimatransparenz bei ihren Beteiligungen ein. Allen voran Larry Fink, CEO des weltgrößten Investors, BlackRock [ISIN US09247X1019], der erst Ende Jänner den CEOs ins Stammbuch schrieb: "Klimarisiken sind Investmentrisiken." Sieben Billionen Dollar verwaltet BlackRock, in Zukunft sollen sie vermehrt in nachhaltige Investments fließen - und aus Kohle will man nun langsam tatsächlich raus. Das ist eine Ankündigung, die Gewicht hat.

BlackRock ist nun auch der Climate Action 100+ beigetreten, in der sich weltweite Investoren für mehr Klimaschutz bei den 100 größten Emittenten der Welt einsetzen. Unter ihnen ist auch die österreichische Investmentfirma Erste Asset Management, die deshalb regelmäßig mit der OMV, die zu den 100 größten Emittenten gehört, das Gespräch sucht. "Das ist keine Frage der Moral, sondern eine der Profitabilität", sagt Walter Hatak, der bei Erste AM den Bereich "Nachhaltige Investments" leitet.

Langsam setze sich durch, dass der Klimawandel ein finanzielles Risiko darstellen kann, beobachtet er, "aber auch, dass es keinen Widerspruch zwischen Klimaschutz und Profitabilität geben muss". Zahlreiche Studien würden mittlerweile zeigen, dass Unternehmen, die sich strengen ökologischen und sozialen Zielen - im Fachjargon ESG-Zielen - verpflichten, gleich profitabel, wenn nicht sogar profitabler als der Durchschnitt sind.

Das scheint auch immer mehr Anleger zu überzeugen: Die Climate Bonds Initiative rechnet nach dem rasanten Anstieg bei grünen Finanzprodukten damit, dass ab 2021 jährlich über eine Billionen Dollar allein in Green Bonds fließen. Aber: Sie alle wollen auch Ergebnisse sehen.

Gutes Gewissen

Experten warnen immer wieder davor, dem Einzelnen und seinen Entscheidungen die Last der Klimawende aufzubürden, aber gerade im Handel wird genau hingehört, was Konsumenten fordern: Dazu zählt die Vermeidung von Plastik genauso wie ein Zuwachs an regionalen Produkten.

Druck kommt zudem zusehends von Mitarbeitern, insbesondere von den jungen. Erst kürzlich haben Amazon-Mitarbeiter Jeff Bezos in einem offenen Brief dazu aufgefordert, das Unternehmen [ISIN US0231351067] bereits bis 2030 klimaneutral zu machen.

Bezos will nun zehn Milliarden Dollar für die Bekämpfung des Klimawandels spenden. "Der Klimawandel ist die größte Bedrohung für unseren Planeten", mahnte Bezos auf seinem Instagram-Konto. Er gründe daher den "Bezos Earth Fund", mit dem Wissenschafter, Aktivisten und Nichtregierungsorganisationen beim Kampf gegen den Klimawandel finanziell unterstützt werden sollen. (siehe unten).

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Today, I’m thrilled to announce I am launching the Bezos Earth Fund.⁣⁣⁣ ⁣⁣⁣ Climate change is the biggest threat to our planet. I want to work alongside others both to amplify known ways and to explore new ways of fighting the devastating impact of climate change on this planet we all share. This global initiative will fund scientists, activists, NGOs — any effort that offers a real possibility to help preserve and protect the natural world. We can save Earth. It’s going to take collective action from big companies, small companies, nation states, global organizations, and individuals. ⁣⁣⁣ ⁣⁣⁣ I’m committing $10 billion to start and will begin issuing grants this summer. Earth is the one thing we all have in common — let’s protect it, together.⁣⁣⁣ ⁣⁣⁣ - Jeff

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Amazon-Mitarbeiter reagierten auf die Ankündigung dennoch kritisch. Zwar sei Bezos' Großzügigkeit lobenswert, doch müsse das Unternehmen zunächst selbst umweltfreundlicher werden, schrieb die Gruppe Amazon-Mitarbeiter für Klimagerechtigkeit (Amazon Employees For Climate Justice) in einer Stellungnahme. "Wann wird Amazon aufhören, Öl- und Gasunternehmen bei der Zerstörung der Erde mit noch mehr Öl- und Gasbohrlöchern zu helfen?", fragten die Mitarbeiter in der auf Twitter veröffentlichten Mitteilung weiter (siehe unten).

Und quer über die Branchen hinweg berichten Personalchefs auch hierzulande, dass junge Absolventen bei Jobinterviews auch nach Klimaschutzmaßnahmen und CO2-Emissionen fragen. "Wie wichtig glaubwürdiger Klimaschutz für die Generation Y ist, hat man am Beispiel Siemens gesehen", sagt Erste-AM-Experte Walter Hatak.

Siemens scheint - auch durch die Kommunikationsstrategie des CEOs - in der Australien-Sache eher zum Getriebenen geworden zu sein. Aber so muss es natürlich nicht laufen. "Wenn die Unternehmensführung das Klimathema aktiv in die Hand nimmt, kann sie daraus einen Wettbewerbsvorteil ziehen", ist Lukas Haider, Partner von BCG Österreich, überzeugt. "Wer in Analystenkonferenzen glaubhaft nachweisen kann, wie seine CO2-Bilanz aussieht, kann damit rechnen, von den Investoren belohnt zu werden. Wer aktiv an Dekarbonisierungsprojekten arbeitet, kann seine Finanzierungskosten senken, etwa über Green Bonds", ergänzt er. Das erfordere aber auch intern ein Umdenken hin zu mehr Transparenz: Treibhausgasemissionen, Maßnehmen und Ziele müssten kommuniziert werden. "Das Wichtigste aber ist das Übersetzen in entsprechende Geschäftsstrategien und - modelle", erklärt Haider.

Dass es massive Wettbewerbsnachteile hat, sich nicht früh genug zu wandeln, musste nicht zuletzt die deutsche Automobilindustrie erkennen. Die Technologien seien mittlerweile aber so weit, dass Maßnahmen der Dekarbonisierung zusätzliche Kosteneffekte bringen. Das Ausmaß sei aber von Branche zu Branche verschieden, so Haider. In besonders energieintensiven Branchen wie der Stahl- oder der Zementindustrie werden große weitere CO2-Einsparungen nur durch Technologiesprünge möglich, die riesige Investitionen erfordern. Hier sehen Ökonomen die Politik gefragt, die Rahmenbedingungen zu setzen und einen Übergang zu einer klimafreundlichen Wirtschaft zu fördern. Einfach wird es nicht. Das Grazer Wegener Center geht davon aus, dass Österreich jährlich vier Milliarden Euro investieren muss, um bis 2040 klimaneutral zu sein.

Umgekehrt wäre ein leichter erster Schritt, Förderungen in fossile Maßnahmen zu streichen - das war die Forderung, mit der Greta Thunberg und ihre Mitstreiter nach Davos gekommen waren. "Unsere Forderungen sind komplett ignoriert worden", lautet Thunbergs Resümee, aber sie habe es nicht anders erwartet, weil die Wissenschaft "komplett ignoriert" werde. Dem Druck der Jugend hat die Elite in Davos also nicht nachgegeben. Aber ignorieren kann sie ihn auch nicht länger.

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