Kika/Leiner-Mutter Steinhoff: Skandal weitet sich auf Europa aus - Aktie steigt

Kika/Leiner-Mutter Steinhoff: Skandal weitet sich auf Europa aus - Aktie steigt

Der südafrikanische Milliardär Christo Wiese, der Kika/Leiner geschluckt hat, hat seinen Posten als Aufsichtsratschef bereits geräumt.

Der Bilanzskandal der Kika/Leiner-Mutter dürfte größer sein als bisher angenommen. Auch europäische Tochtergesellschaften könnten betroffen sein. Die Anleger reagieren trotzdem erleichtert.

Der Bilanzsskandal der südafrikanischen Unternehmensgruppe zieht immer weitere Kreise. Nun stehen auch Bilanzen von Gesellschaften aus dem Jahr 2015 auf dem Prüfstand und müssen angepasst werden, wie das Unternehmen am Dienstag im südafrikanischen Stellenbosch mitteilte. Grund sei unter anderem, dass die Unregelmäßigkeiten bei der Bilanzierung auch das Eigentum bestimmter europäischer Töchter bis zum 1. April 2016 betreffe.

Bilanz-Korrekturen wahrscheinlich

Die Bilanzen von zwei Beteiligungsgesellschaften aus den Jahren 2015 und 2016 seien daher nicht mehr verlässlich, sie müssten geändert werden. Auch für die Jahre davor seien Korrekturen wahrscheinlich notwendig.

Bisher waren die Bilanzen des im MDax notierten Mutterkonzerns zum Geschäftsjahr 2015/16 und zum Geschäftsjahr 2016/17 (jeweils Ende September) fraglich. Ob auch für Steinhoff selbst Änderungen vorheriger Jahre nötig seien, werde noch geprüft, hieß es. Noch sei unklar, wann die Prüfung der Zahlenwerke abgeschlossen werden könne.

Kampf um weitere Finanzierung

Steinhoff war mit dem Bekanntwerden von Unregelmäßigkeiten in eine tiefe Krise gestürzt. Der ehemalige Chef Markus Jooste musste gehen, auch der südafrikanische Geschäftsmann und Hauptaktionär Christo Wiese räumte wichtige Posten in der Konzernspitze. Der amtierende Vorstandschef Danie van der Merwe ringt mit Geldgebern um die weitere Finanzierung.

95 Prozent Wertverlust

Der Skandal hat die Steinhoff-Aktie tief ins Minus gerissen. Die Aktie hat innerhalb eines Jahres rund 95 Prozent an Wert eingebüßt. Keine andere Aktie im deutschen Mittelstandsaktien-Index MDax ist im Vorjahr derart eingebrochen.

Doch just als das Unternehmen eingestehen musste, dass die Bilanzfälschung auch 2015 und 2016 und vielleicht auch die Jahre davor betreffen könnte, erholte sich die Aktie wieder. Der Grund: Die Anleger hatten zunächst Schlimmeres erwartet - und gaben sich deshalb am ersten Handelstag des Jahres erleichtert.

Erst vor wenigen Tagen hatte die Ratingagentur Moody's die Kreditwürdigkeit für Steinhoff von Caa1 abgestuft. Doch im laufe des Dienstag Vormittag knickte die Aktie dennoch, angesichts der drückenden Last der massiven und neuerlichen Vorwürfe der Bilanztrickseren ein.

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