Wachstumsmarkt Kenia: Eine Chance für Österreichs Exporteure

Wachstumsmarkt Kenia: Eine Chance für Österreichs Exporteure

Kenias Hauptstadt Nairobi: Chancen für Österreichs Infrastruktur-Unternehmen

Kenia ist mit rund 580.000 Quadratkilometern circa siebeneinhalb Mal so groß wie Österreich. Das 46 Millionen Einwohner zählende Land ist eine der größten Volkswirtschaften Afrikas, dennoch leben rund 40 Prozent der Bevölkerung unter der Armutsgrenze. Im Zuge einer neuen Schwerpunktsetzung eröffnet die Wirtschaftskammer nun ein Außenwirtschaftscenter in Nairobi.

"Kenia ist das wirtschaftliche Herz der Region Ostafrika", konstatiert WKO-Präsident Christoph Leitl im Vorfeld einer gemeinsamen Reise mit Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) in das Land. Von 1956 bis 1995 war Österreich bereits mit einer Außenhandelsstelle in Kenia vertreten. Damals wurde das Büro wegen einer Verlagerung auf den osteuropäischen Raum geschlossen. Nach einer "regelmäßigen Evaluierung" wurde entschieden, das Außenwirtschaftscenter als "Standbein in Ostafrika" wiederzueröffnen, erklärte ein Sprecher der WKO im September.

Kenias Wirtschaftswachstum belief sich 2015 auf 5,6 Prozent, für 2016 werden 5,8 Prozent prognostiziert. Im Vergleich zu anderen afrikanischen Staaten wuchs Kenias Bruttoinlandsprodukt in den vergangenen Jahrzehnten überproportional. Allerdings führte das hohe Wirtschaftswachstum aufgrund des ebenfalls sehr hohen Bevölkerungswachstums - für 2016 wird ein Zuwachs von 1,81 Prozent prognostiziert - bisher nicht zu einer wesentlich verbesserten Lebenssituation der Bevölkerung.

Kenia-Touristen als wichtige Einnahmequelle

Rund 70 Prozent der Bevölkerung Kenias arbeiten in der Landwirtschaft. Eine wichtige Einnahmequelle ist der Tourismus. Die Zahl der Ankünfte ging allerdings seit 2011 kontinuierlich von 1,8 Millionen auf 1,2 Millionen im Jahre 2015 zurück. Zurückzuführen ist dies vor allem auf mehrere Terroranschläge der somalischen Islamistenmiliz Al-Shabaab in Kenia.

Zum Bruttoinlandsprodukt 2015 trug die Land- und Forstwirtschaft 30 Prozent, die Industrie zehn Prozent und der Dienstleistungssektor etwa 60 Prozent bei. Wie in allen afrikanischen Staaten ist der informelle Sektor sehr stark, so arbeiten laut Statistischem Amt Kenias etwa 15 Millionen Menschen außerhalb der Landwirtschaft. Davon werden jedoch 83 Prozent dem informellen Bereich, meist Gelegenheitsarbeiter, zugerechnet. Nur 2,5 Millionen Beschäftigte erhalten ein reguläres Gehalt.

EU als wichtiger Handelspartner

Die EU ist laut WKO mit einem Anteil von 21,7 Prozent an den kenianischen Exporten (jeweils ein Drittel davon landen in den Niederlanden und Großbritannien) sowie mit 14,8 Prozent Marktanteil an den Importen Kenias ein wichtiger Handelspartner. Noch wichtiger sind nur China und Indien mit einem Anteil von 20,3 Prozent bzw. 16 Prozent der Importe.

Der Export von Maschinen ist, wie fast überall in Ostafrika, mit einem Anteil von 15,1 Prozent am wichtigsten für Österreichs Wirtschaft. Weitere bedeutende österreichische Ausfuhren nach Kenia sind Feuerlöschfahrzeuge (13,4 Prozent), organische Verbindungen (4,5 Prozent), Insektizide und Pestizide (4,3 Prozent), Papier (3,5 Prozent), Kunststoffe (3,4 Prozent) sowie Messgeräte (2 Prozent).

Importseitig dominieren Schnittblumen (etwa 62 Prozent), immerhin ist Kenia der weltgrößte Blumenexporteur. Außerdem exportierte das ostafrikanische Land Gemüse, Früchte und deren Zubereitungen mit einem Anteil von 23,6 Prozent. Jute (3,9 Prozent), Kaffee und diverse Gewürze (3,6 Prozent) komplettieren die Warenpalette.

Infrastruktur: Eine Chance für Österreicher

Zur Zeit investiert Kenia viel in den Ausbau der Infrastruktur, auch hier könnten sich laut WKO Chancen für österreichische Unternehmen ergeben. So wurde 2012 wurde mit dem Bau des "Lamu Port and South Sudan Ethiopia Transport (LAPSSET) Korridor Project" begonnen. Das Projekt umfasst einen Tiefseehafen in Lamu mit drei Schiffsanlegeplätzen, einen Transportkorridor vom Indischen Ozean bis nach Äthiopien und dem Südsudan, Öl-Raffinerien, Straßen- und Eisenbahnnetze, Öl-Pipelines und Flughäfen in Isiolo und Lamu. Dabei sind Kosten von 17,4 Milliarden US-Dollar ( 15,85 Milliarden Euro) veranschlagt.

Außerdem gilt Kenia als einer der vielversprechendsten Standorte für Windenergie im Sub-Sahararaum. So wurde vor kurzem am Turkana-See, wo ideale Windverhältnisse herrschen, ein 300-MW Windparkprojekt abgeschlossen. Allerdings verzögert sich der Anschluss an das nationale Stromnetz wegen fehlender Leitungen, die erst im Bau sind.

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