Nach der Holding geht auch Wienwert AG in die Insolvenz

Nach der Holding geht auch Wienwert AG in die Insolvenz

Nach der Muttergesellschaft ist auch die Sanierung der Wienwert AG gescheitert. Der Antrag auf Insolvenz soll am Dienstag folgen. Die Gläubiger der Mutter-Holding können kaum noch auf Geld hoffen. Nach Angaben von Wienwert-Vorstand Gruze gab es 15 Interessenten, das Risiko aus der insolventen Holding sein den Interessenten zu hoch gewesen.

Wien. Nach der Mutter, der Wienwert Holding, geht auch die Tochter, die Wienwert AG in die Insolvenz. Obwohl es zahlreiche Interessenten für die Wienwert AG gegeben hat, konnte sich heute Montag im Rahmen der Frist keiner zu einem verbindlichen Angebot durchringen. Wienwert-Vorstand Stefan Gruze will daher schon morgen den Insolvenzantrag stellen.

"WIENWERT AG gibt hiermit bekannt, dass der Verkauf von 100% der Aktien an WIENWERT AG gescheitert ist und aus diesem Grunde ein Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens vorbereitet und so rasch wie möglich beim zuständigen Insolvenzgericht, dem Handelsgericht Wien, eingebracht werden soll", heißt es in der Mitteilung des Unternehmens. Die im April 2016 begonnene Sanierung sei damit endgültig gescheitert. Vorstand Stefan Gruze will den Insolvenzantrag schon am Dienstag, 13.3.2018, einbringen.

Wegen Unsicherheiten rund um die Holding sei allen das Risiko zu hoch gewesen, sagte Gruze am Abend zur APA: "Es hat sich niemand über den Rucksack der Vergangenheit drübergetraut." Die potenziellen Käufer hätte befürchtet, dass sich Anleihegläubiger der Holding an der Wienwert AG schadlos halten könnten. Dabei habe es großes Interesse am Geschäftsmodell der Wienwert AG gegeben, mit einem Syndikatsvertrag mit dem Luxemburger Sicav-Fonds Wohnen Plus SCS, hinter dem als Eigentümer und einziger Investor die Bundespensionskasse stand.

Laut Gruze gab es 50 Interessenten, davon rund 15 ernsthafte. "Alle namhaften österreichischen Immobiliengesellschaften" hätten sich interessiert. Überhaupt nicht beim Masseverwalter gemeldet habe sich hingegen die GSL Steel Trade GmbH des Stahlhändlers Alex Gruenstein, die Anfang Februar kurzzeitig als Kaufinteressentin mit einem indikativen Angebot von 9,8 Mio. Euro aufgetreten sei, sagte Gruze. Gruze "überlegt das beim Staatsanwalt anzumelden". Das "war damals eine reine Zeitungsente, um von den wichtigen Themen abzulenken".

Nun sei anzunehmen, dass der Wohnen Plus Fonds "Aufgriffsrechte" für drei Projektgesellschaften wahrnehmen werde. Da diese Projekte aber nicht verschenkt werden, werde dies etwas Geld in die Kasse der Wienwert AG spülen. Wie viel, darüber wollte Gruze nicht spekulieren. Auch die mögliche Quote im Insolvenzverfahren sei ein Bewertungsthema und müsse vom - noch zu bestimmenden - Insolvenzverwalter und der Wienwert AG bestimmt werden.

Für die Gläubiger der WW Holding, die schon in Insolvenz ist, bedeutet die Insolvenz der Wienwert AG nichts gutes, da deren Verkauf die einzig realistische Einnahmequelle der Mutterfirma gewesen wäre. Die Wienwert AG steht mit 9,8 Mio. Euro in den Büchern der Holding. Auch Gruze geht nun davon aus, dass die Quote der Holding "eher nicht vorhanden" sein wird.

Die Ermittlungen

Rund um die Übertragung der Marke Wienwert von der Holding an die AG hat es Ungereimtheiten gegeben, die zu Ermittlungen der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) geführt haben. Es geht um die Frage, ob mit der Transaktion der Holding Vermögen entzogen wurde. Gruze hatte den Transfer mit einem Gutachten gerechtfertigt.

Die WKStA ermittelt seit November wegen des Verdachts auf Untreue und Bilanzfälschung gegen die Manager der insolventen WW Holding und deren Tochter Wienwert. Anfang März wurde bekannt, dass die Ermittlungen nach weiteren Anzeigen ausgeweitet wurden.

Eine weitere - anonyme - Anzeige ziele auf Gläubigerschädigung durch illegale Geldabflüsse auch im Zusammenhang mit dem Verkauf einer Immobilie am Wiener Getreidemarkt, schrieb die "Presse". Die WKStA habe ein Gutachten beim Sachverständigen Matthias Kopetzky in Auftrag gegeben, um die Geldflüsse des Unternehmens zu überprüfen.

Die Finanzmarktaufsicht (FMA) hatte schon vor längerem vor den Anleihen der Wienwert-Gruppe gewarnt. Die WKStA ermittelt wegen des Verdachts auf Untreue und Bilanzfälschung gegen die Manager der insolventen WW Holding und deren Tochter Wienwert.

Die KTM-Fahrrad-Chefinnen: Johanna Urkauf (29) ist seit 2018 Geschäftsführerin beim größten Fahrrad-und E-Bike-Hersteller Österreichs. Carol Urkauf-Chen (62) zieht aber vorerst weiterhin die Fäden im Unternehmen.

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