Kassaschluss bei Zielpunkt: Alle Filialen zugesperrt

Für rund 100 der einst 229 Standorte gibt es neue Abnehmer. 1.000 bis 1.200 Beschäftigte kommen bei neuen Eigentümern unter. Der Masseverwalter erwartet eine zweistellige Quote für die Gläubiger. Die Bundeswettbewerbsbehörde muss den neuen Filialeigentümern noch das OK für die Übernahme geben.

Kassaschluss bei Zielpunkt: Alle Filialen zugesperrt

Beim Einzelhändler Zielpunkt ist nun endgültig Schluss: Bei den letzten Filialen gingen die Lichter aus.

Wien. Bei der pleitegegangenen Lebensmittelkette Zielpunkt war gestern, Mittwochabend, endgültig Kassaschluss. "Wir haben die letzten 77 Filialen geschlossen", sagte Masseverwalter Georg Freimüller zur APA. Etwa 100 der ehemals 229 Standorte in Wien, Niederösterreich, Burgenland und der Steiermark werden unter neuen Eigentümern wieder aufgemacht. 112 Standorte waren unverkäuflich und wurden bereits am 2. Jänner geschlossen.

Den Großteil der Filialen schnappte sich die Konkurrenz aus dem Lebensmittelhandel: Die Marktführer Rewe (Billa, Merkur, Adeg, Penny) und Spar übernehmen jeweils 21 Filialen. Hofer sicherte sich elf Standorte, die Bio-Supermarktkette denn's sieben. Lidl übernimmt zwei Filialen, die türkische Lebensmittelkette Etsan neun. Aus anderen Branchen kamen die Drogerieketten dm und Bipa, die Tierfachmarktkette Fressnapf sowie Libro zum Zug.

Die Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) hat ihr Prüfverfahren ebenso abgeschlossen. 90 ehemalige Zielpunkt-Filialen können von in Summe neun anderen Handelsunternehmen übernommen werden, 28 davon wegen Wettbewerbsbedenken nur unter Auflagen. Davon betroffen sind die Marktführer Rewe und Spar. Die BWB hat für jeden Bezirk überprüft, ob eine Übernahme einer Filiale vor allem durch große Einzelhandelskonzerne zu einer Marktkonzentration oder gar zu einem Monopol führen könnte.

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Von den rund 2.700 Beschäftigten dürften 1.000 bis 1.200 Mitarbeiter bei den neuen Betreibern unterkommen. Verhandlungen mit den ehemaligen Zielpunkt-Mitarbeitern laufen zum Teil noch. "Die Mitarbeiter haben uns bei der Verwertung sehr unterstützt. Die Ware ist restlos verkauft", so Freimüller.

Angesichts der guten Verwertungserlöse rechnet der Masseverwalter mit einer zweistelligen Quote für die Gläubiger. Bis jetzt sind Forderungen in Höhe von 85 Mio. Euro angemeldet worden. Freimüller erwartet, dass es letztlich 120 Mio. Euro werden. In Summe liegen bis dato 3.000 Forderungsanmeldungen vor, 5.700 dürften es werden, meinte Freimüller. Bei einem Großteil davon handelt es sich um ehemalige Beschäftigte.

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