Hypo, BayernLB und Jörg Haiders langer Schatten

Acht Jahre nach dem Unfalltod Jörg Haiders hängt der lange Schatten des früheren Kärntner Landeshauptmanns immer noch über Kärnten, Österreich und Bayern. Im Prozess rund um den Kauf der Hypo Alpe Adria durch die BayernLB hat der frühere Bankenchef Werner Schmidt gestanden, Haider bestochen zu haben und eine Bewährungsstrafe ausgefasst. Reaktionen nach dem Urteil.

Hypo, BayernLB und Jörg Haiders langer Schatten

Einst gute Freunde: BayernLB Chef Wernder Schmidt (li) und Jörg Haider.

Acht Jahre nach seinem Unfalltod im Oktober 2008 beherrscht der frühere Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider wieder einmal die Nachrichten. In München wurde im Prozess rund um den Kauf der Hypo Alpe Adria durch die Bayern LB im Jahr 2007 wurde in München das Urteil über den früheren Chef der Bayern LB, Werner Schmidt gesprochen. Schmidt gab zuvor an, von Jörg Haider über den Tisch gezogen worden zu sein und Haider ein "Fußball-Sponsoring" von 2,5 Millionen Euro für den SK Austria Kärnten und den Bau Klagenfurter Fußballarena zukommen gelassen zu haben. Das Stadion war auch Spielstätte der EURO 2008, die im Juni 2008 in Österreich und der Schweiz gespielt wurde.

Schmidt kam als Folge seines Geständnisses mit einem milden Urteil davon. Der Manager wurde zu einer Gefängnisstrafe von eineinhalb Jahren auf Bewährung und zu einer Geldstrafe von 100.000 Euro verurteilt.

Die Hypo Alpe Adria Bank sollte für den expansionshungrigen BayernLB Chef, der schon im Jahr 2006 die Bawag kaufen wollte, im Jahr 2007 das Tor zur großen Welt sein. Weil die Bayern aber die Mehrheit an der Hypo wollten und das Land Kärnten über die Kärntner Landesholding an der Hypo beteiligt war, mussten die Bayern mit Haider verhandeln. Und der hatte eine glasklare Vorstellung, unter welchen Bedingungen er dem Kauf zustimmen würde. Vor Gericht sagte Schmidt aus: „Landeshauptmann Haider machte deutlich, dass er das Sponsoring zur Bedingung für den Hypo-Anteilsverkauf der Kärntner Landesholding an die BayernLB mache. Zunächst forderte Haider von uns zehn Millionen Euro, was wir ablehnten. Dann forderte er fünf Millionen Euro, auch das lehnte ich ab. Letztlich einigten wir uns mit Haider auf 2,5 Millionen Euro.“

Reaktionen auf das Urteil

Das Geständnis und die Verurteilung des ehemaligen BayernLB-Vorstandschefs Werner Schmidt Montag in München hat zahlreiche Reaktionen ausgelöst. Für ÖVP-Klubchef Reinhold Lopatka ist es Bestätigung, dass es sich bei der Causa Hypo um einen "Kärntner Skandal" gehandelt hat. Die Grünen freuen sich über die Aufklärung, das BZÖ ist empört über "schmutzige Deals" am Rücken des toten Jörg Haider.

Der Politiker Stefan Petzner, der zum Zeitpunkt des Hypo-Kaufs Pressesprecher von Jörg Haider war, kritisierte die Entscheidung des Richters und hält Schmidts Aussage vor Gericht für nicht korrekt. "Schmidt putzt sich jetzt an einem Toten ab, um nicht ins Gefängnis zu müssen", erklärte Petzner als Reaktion auf dessen Aussage. Es soll bekannt gewesen sein, dass das Klagenfurter Stadion von der Hypo gesponsert wurde. Die Hypo habe insgesamt fünf Millionen Euro, unter anderem für die Nutzung des Namens „Hypo Group Arena“ bezahlt.

BZÖ-Sprecher Rainer Widmann sieht eine "Hetzkampagne gegen Jörg Haider". Dieser könne sich gegen diesen "schmutzigen Justizdeal" in München nicht mehr wehren und werde zum Schmiergeldempfänger gestempelt, so Widmann. Die Orangen sehen gar Kultur- und Sportsponsoring in Österreich gefährdet. Denn es sei "gang und gäbe", dass Regionalbanken Kultur- und Sportvereine fördern.

Die Kärntner Grünen - sie haben sich beim Hypo-U-Ausschuss im Kärntner Landtag um die Aufklärung der Vorgänge verdient gemacht - sehen sich in ihrer Arbeit bestätigt. Nun trage die Arbeit auch konkrete Früchte, vermerkte Grün-Mandatar Reinhard Lebersorger am Dienstag in einer Aussendung. Die Grünen, damals noch mit Rolf Holub als Ausschussvorsitzender, hatten penibel Material zusammengetragen und in einem rund 700 Seiten starken Abschlussbericht ein ziemlich genaues Bild über die Vorgänge rund um den Verkauf der Mehrheit der Hypo-Anteile an die Münchner Bank gezeichnet.

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