Jobabbau bei Opel in Wien kostet 400 Arbeitsplätze

Jobabbau bei Opel in Wien kostet 400 Arbeitsplätze

Im Opel-Werk in Wien-Aspern wird rund ein Drittel der Arbeitsplätze gestrichen.

Wegen eines auslaufenden Getriebe-Großauftrags werden im Opel-Werk Wien-Aspern 350 bis 400 Arbeitsplätze gestrichen. Ein Drittel der Belegschaft verliert damit ihre Jobs. Für die betroffenen Mitarbeiter soll es einen Sozialplan geben.

Die Opel-Fabrik in Wien hat schon bessere Zeiten gesehen. Bereits im Vorjahr wurden 140 Stellen gestrichen. Gerüchte über einen neuerlichen, einschneidenden Jobabbau gab es schon länger. Und nun folgte die nächste Hiobsbotschaft, wonach in der Getriebe- und Motorenfabrik in Aspern bis zu 400 Mitarbeiter - ein Drittel der insgesamt noch 1.200 Beschäftigten - bis zum Jahresende abgebaut werden.

Grund ist das "Auslaufen eines Getriebe-Großauftrags", zitierte das "Morgenjournal" des ORF-Radio Ö1 den Angestellten-Betriebsratsobmann Franz Fallmann. Die "Kleine Zeitung" hatte bereits am Mittwochabend über den Personalabbau berichtet. Der Standort soll jedoch weitergeführt werden, derzeit befindet sich sogar eine neue Produktionslinie im Aufbau. Kritik am Opel-Eigentümer PSA wird laut.

Sozialplan für Mitarbeiter

Für die betroffenen Mitarbeiter werde mit der Geschäftsführung gerade ein Sozialplan verhandelt, so Fallmann. Zunächst starte aber eine "freiwillige Aktion", in deren Rahmen sich Mitarbeiter melden können, die bis zum Jahresende austreten wollen. Die womöglich freiwilligen Abgänge werden für die angeordnete gesamte Stellenreduktion aber nicht reichen.

Die Stadt Wien, die dem Werk erst im Juni des Vorjahres eine Fördergeldspritze in Höhe von einer Millionen Euro zuschoss - will nun mit einer Arbeitsstiftung jenen Mitarbeitern helfen, die vom angekündigten Jobabbau im Opel-Werk betroffen sind. "Wir sind für die Leute da und versuchen, den Standort abzusichern", unterstrich am Donnerstag ein Sprecher von Wirtschaftsstadtrat Peter Hanke. Ab dem Tag, wo die gekündigten Opel-Mitarbeiter in die Stiftung aufgenommen werden, bekommen sie Arbeitslosengeld und Unterstützung bei Umschulungsmaßnahmen - wie schon die 140 im Vorjahr eingesparten Beschäftigten. Ab dem Tag, wo die gekündigten Opel-Mitarbeiter in die Stiftung aufgenommen werden, bekommen sie Arbeitslosengeld und Unterstützung bei Umschulungsmaßnahmen.

Gewerkschaft kritisiert Stadt Wien

Kritisiert wird die Stadtregierung von der Gewerkschaft. Diese hätte das schon seit längerem in Schwierigkeiten steckende Opel-Werk zwar mit einer Millionenförderung unterstützt. Aber als Bedingung für die Förderung seien lediglich der Fortbestand des Werkes und weiterer Investitionen festgelegt worden, nicht jedoch die Zahl der Arbeitsplätze, die erhalten bleiben müssen, lautet der Vorwurf.

Das will die Stadt so nicht stehen lassen. Die Förderung sei einstimmig im Wiener Gemeinderat beschlossen worden, sagte Hankes Sprecher. Konkret soll damit der Innovationsprozess zur Entwicklung eines Sechs-Gang-Getriebes unterstützt werden. Die Subvention sei sehr wohl mit Sanktionsmechanismen versehen, falls es zur Einstellung des Projekts und zu Kündigungen kommen sollte, wurde ebenfalls klar gestellt.

Kritik an PSA

Die Gewerkschaften PRO-GE und GPA-djp kritisierten den Opel-Eigentümer PSA. 2015 sei zwischen der Belegschaft und der Geschäftsführung ein Standortsicherungspaket vereinbart worden. Ziel des Vertrages sei gewesen, das Werk langfristig abzusichern und eine "zukunftsorientierte, wettbewerbsfähige und nachhaltige Produktion" sicherzustellen, hieß es.

"Die Beschäftigten haben ihren Teil der Vereinbarung eingehalten und auf zwei Prozent ihres Lohnes verzichtet. Der PSA-Konzern hat aber nichts unternommen, um ein ausreichendes Produktionsvolumen für den Standort Aspern sicherzustellen. Gemeinsam mit dem Betriebsrat haben wir bereits seit mehr als einem Jahr darauf hingewiesen, dass es Nachfolgeprodukte für das Werk in Wien braucht", ärgerten sich Toni Steinmetz, Landessekretär der PRO-GE Wien und Mario Ferrari, Geschäftsführer der GPA-djp Wien. Die Gewerkschaft werde nun Klage gegen die vereinbarte Lohnabschmelzung einbringen, wurde in der Aussendung angekündigt. Überdies wird ein "ordentlicher" Sozialplan mit Arbeitsstiftung für die Betroffenen gefordert.

Wirtschaft

OMV-Aufsichtsrat wird neu besetzt

Wirtschaft

Warum die Austro-Wirtschaft stärker wächst als die deutsche

Geld

Helvetia bietet Cyber-Versicherung für Private