Jobabbau bei kika/Leiner: Sozialplan für 1.100 Mitarbeiter

Jobabbau bei kika/Leiner: Sozialplan für 1.100 Mitarbeiter

Kika Vösendorf muss sich verabschieden - einige weitere Standorte und rund 1.100 Mitarbeiter ebenso.

Der neue Eigentümer der Möbelketten Kika und Leiner - die Signa Holding des Tiroler Investors Rene Benko - setzt den Rotstift an: Österreichweit sollen rund 1.100 Stellen gestrichen werden, vier Filialen sollen geschlossen werden.

Dem Aufatmen nach der Übernahme der kika/Leiner Gruppe durch René Benkos Signa-Holding und der damit erfolgten Rettung der Möbelhandelsketten vor der Insolvenz folgt nun wieder eine Phase des angespannten Luft-Anhaltens: Signa muss bei den Möbelhäusern den Rotstift ansetzen. Rund ein Fünftel der Belegschaft - vorerst 1.121 Mitarbeiter - ist nicht zu halten. Vier Standorte und zwei kleinere Logistikzentren sollen per Jahresende geschlossen werden.

Wirklich überraschend dürften die Einschnitte wohl auch für die Mitarbeiter nicht kommen, denn selbst die Betriebsräte zeigen schon in einer ersten Reaktion Verständnis für den Sparkurs der neuen Eigentümer. Sie betonen, dass mit der Geschäftsführung bereits ein Sozialplan verhandelt werde, in dem das Dienstalter, das Lebensalter und die familiäre Situation berücksichtigt werden sollen. "Es ist schlecht, was da passiert", sagte Sonja Karner, Betriebsratsvorsitzende bei Kika, am Freitag zur APA. Um den Fortbestand von Kika und Leiner zu sichern, müsse aber gespart werden. "Aus wirtschaftlichen Gründen sind natürlich Maßnahmen notwendig, um das gesamte Unternehmen am Markt zu halten", sagte auch Leiner-Betriebsrat Karl Vogl im Ö1-Morgenjournal.

Die Osteuropa-Filialen der Möbelkette mit 1.600 Mitarbeitern sind laut Medienberichten nicht vom Stellenabbau betroffen.

Die Leiner-Betriebsräte haben dem Restrukturierungsplan bis 2021 zugestimmt. "Wir tragen die Restrukturierung mit", sagte Leiner-Betriebsratsvorsitzender Vogl. Es würden laut derzeitigem Stand mehr als 80 Prozent der Arbeitsplätze erhalten bleiben. Wegen des Stellenabbaus dürfte "das Kundenservice aber nicht leiden", betonte der Betriebsrat.

Schließungen und Entlassungen bei kika/Leiner

Allein in Niederösterreich werden bis zu 500 Arbeitsplätze verloren gehen. Betroffen sind die Zentrale in St. Pölten, die dortige Logistik und die beiden St. Pöltener Möbel-Leiner-Filialen. Ein Filialaußenlager in St. Pölten wird mit Jahresende geschlossen, das Leiner-Möbelhaus in Wiener Neustadt und die Kika-Filiale in Vösendorf ebenso.

Die Zusammenlegung der Logistik nach Linz/Leonding wird 200 Logistikmitarbeitern in Innsbruck und St. Pölten den Job kosten, falls sie nicht umziehen wollen. In der Unternehmenszentrale in St. Pölten werden laut Medienberichten rund 100 Jobs gestrichen. An den verbleibenden 42 Kika/Leiner-Standorten in Österreich könnten knapp 580 Arbeitsplätze verloren gehen, wenn die im AMS-Frühwarnsystem angemeldeten Kündigungen tatsächlich realisiert werden.

"Trotz der schmerzlichen Kündigungen muss man auch sagen, dass es noch schlimmer hätte kommen können", erklärte der St. Pöltener Bürgermeister Matthias Stadler. Immerhin habe das Management des Kika/Leiner-Eigentümers Signa bestätigt, dass in St. Pölten das Möbelhaus Kika im Süden und das Leiner-Stammhaus im Zentrum sowie die Zentrale erhalten bleiben sollen.

In Wiener Neustadt werde mit dem Leiner-Möbelhaus in der Bahngasse eine "Institution" und ein "sehr wichtiger Betrieb" für die Innenstadt zugesperrt, meinte Bürgermeister Klaus Schneeberger, der eigenen Aussagen zufolge seit zwei Wochen mit der Signa-Gruppe Gespräche zur weiteren Entwicklung des Standorts führt.

Für die niederösterreichische Wirtschaftslandesrätin Petra Bohuslav geht es nun auch darum, eine sinnvolle Nachnutzung für die aufzulassenden Standorte zu finden. "Wir wissen, dass ein langer Leerstand von großen Flächen schlecht für die gesamte Umgebung ist. Daher habe ich die Expertise durch unsere Wirtschaftsagentur ecoplus angeboten", sagte sie. Wichtig sei es, dass es zu keinen größeren negativen Auswirkungen für die jeweiligen Standorte komme.

Geschlossen werden soll auch der Möbel Leiner-Standort in Innsbruck und die Kika-Filiale in Spittal an der Drau

Massentourismus in Städten: Studie zeigt Lösungen auf

Wirtschaft

Massentourismus in Städten: Studie zeigt Lösungen auf

Wirtschaft

Nach Betrugsaffäre: FACC klagt Ex-Vorstände

Wirtschaft

In den Casinos läuft die Kugel nicht rund