Ein Jahreseinkommen für die Hypo-Rettung

Jack Yun Ma, der Gründer des Online-Händlers Alibaba, hat heuer mehr verdient als jeder andere Mensch auf der Welt: Mit den 23,5 Milliarden Dollar könnte er sogar den Abbauteil der Hypo bezahlen - stattdessen hält er aber lieber Aktien an seinem eigenen Unternehmen, das mehr wert ist als Amazon und Ebay zusammen.

Ein Jahreseinkommen für die Hypo-Rettung Ein Jahreseinkommen für die Hypo-Rettung

Jack Yun Ma, der Gründer des Online-Handelsriesen Alibaba, ist mit einem Vermögen von 27,1 Milliarden Dollar mittlerweile der reichste Chinese, weltweit belegt er Platz 22 der Reichen-Rangliste. Da für die meisten Menschen ein derart großes Vermögen schwer fassbar ist, hier ein paar Vergleiche: Davon könnte sich Ma 5,6 Milliarden Big Mäcs kaufen, oder 21,9 Millionen Unzen Gold; es entspricht mehr als der doppelten Marktkapitalisierung der Erste Group, beziehungsweise 6,5 Prozent des österreichischen BIP.

Doch Ma ist nicht bloß der reichste Mann in seinem Heimatland – es hat auch weltweit niemand heuer so viel Wohlstand angehäuft wie der Mann aus dem Reich der Mitte: Seit Jahresanfang ist sein Vermögen um 23,5 Milliarden Dollar gewachsen, womit er alle anderen Milliardäre in den Schatten stellt. Erst mit deutlichem Abstand folgt in einem Bloomberg-Ranking Mark Zuckerberg, CEO von Facebook – er hat heuer 10,7 Milliarden Dollar verdient. Telekom-Aktionär Carlos Slim, der zweitreichste Mensch der Welt nach Bill Gates, hat heuer erst knapp vier Milliarden Dollar verdient. An dieser Stelle noch ein Beispiel aus Österreich: Ma hätte allein mit seinem Jahresverdient den „Abbauteil“ der Hypo zahlen können, der hiesige Steuerzahler 19 Milliarden Euro kostet.

Alibaba – das Tor zum Reichtum

Der Großteil von Mas Reichtum besteht allerdings nicht aus Cash, sondern aus Aktien: An der Alibaba Gruppe hält er 6,3 Prozent – also 190,6 Millionen Aktien, die insgesamt über 15 Milliarden Dollar wert sind. Cash hat Ma vergleichsweise relativ wenig, nämlich lediglich 1,1 Milliarden Dollar.

Am 19. September hatte Alibaba (ISIN: US01609W1027) in New York den größten IPO aller Zeiten hingelegt, die Marktkapitalisierung des mehr als 22.000 Mitarbeiter starken Unternehmens beläuft sich mittlerweile auf über 240 Milliarden US-Dollar. Zum Vergleich: Amazon (134 Milliarden Dollar) und Ebay (63,5 Milliarden Dollar) sind gemeinsam an der Börse weniger wert als der Konkurrent aus China.

Slideshow: Die 10 größten Web-IPOs aller Zeiten.

Mas Erfolg ist das chinesische Gegenstück zur US-amerikanischen Vom-Tellerwäscher-zum-Millionär-Geschichte. Er lernte Englisch bereits im Alter von 12 Jahren, indem er sich kostenlos als Fremdenführer für britische und amerikanische Touristen anbot. Die Eintrittsprüfung ins College schaffte er zwei Mal nicht, bevor er schließlich in Hangzhou Lehramt studierte. Sein Gehalt als Lehrer belief sich nach dem Abschluss auf 15 Dollar pro Monat. Sein Unternehmen gründete er mit einem Startkapital von 60.000 Dollar, das er sich von 80 unterschiedlichen Menschen zusammen kratzte.

Unter anderem ist Ma heute auch für seine unkonventionellen Ideen bekannt. So führt er etwa jedes Jahr im Mai Massen-Hochzeiten für seine Mitarbeiter durch; geplant ist die Eröffnung einer TaiChi-Schule, gemeinsam mit Action-Star Jet Li.

Interesse an Apple

In China machen Alibabas Kunden bereits 70 Prozent aller Paketsendungen des Landes aus; nun hängt die weitere Entwicklung von Mas Vermögen erstens von der Entwicklung der chinesischen Konjunktur, zweitens vom Erfolg im Ausland ab. Zwecks Beflügelung des zweiten Faktors könnte sich Ma eine Kooperation mit Apple vorstellen, wie er diese Woche auf einer Konferenz verkündete – konkret äußerte er Interesse am System „Apple Pay“, mit dem per iPhone einfach Zahlungen online und im Ladengeschäft abgewickelt werden sollen. Allerdings gibt es einige Skeptiker gegenüber Apples Bezahlsystem. Mehrere große US-Einzelhändler arbeiten an einer eigenen Lösung, die Drogerieketten CVS und Rite Aid gaben dem Technologiekonzern bereits den Laufpass. Auch andere Zahlungs- und IT-Anbieter versuchen, im Markt der Handyzahlung Fuß zu fassen – mehr dazu unter diesem Link.

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