IWF ist optimistisch: Weltwirtschaft wächst stabil

IWF Chefökonom Maurice Obstfeld (Mitte) bei der Präsentation des Weltwirtschafts-Ausblicks

IWF Chefökonom Maurice Obstfeld (Mitte) bei der Präsentation des Weltwirtschafts-Ausblicks

Die Weltwirtschaft wächst so stark wie lange nicht. Der Internationale Währungsfonds (IWF) spricht von einer stabilen Wachstumsphase. Im neuen Konjunkturbericht wird das Wachstum für 2017 auf 3,6 Prozent nach oben revidiert. Gute Signale kommen aus der Eurozone.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) schätzt die weitere Entwicklung der Weltwirtschaft sehr positiv ein. Vorbei die Zeit, als Null- und Mini-Wachtumsraten die Prognosen bestimmt hatten. Im laufenden Jahr soll die Weltwirtschaft um 3,6 Prozent wachsen, 2018 dann um 3,7 Prozent.

Die für Europa wirklich gute Nachricht an der um 0,1 Prozent nach oben revidierten Prognose ist, dass besonders auch die positive Entwicklung in der Eurozone zum Optimismus des IWF beiträgt. Auch die Entwicklung in den USA und in China wird nun wieder positiver eingeschätzt.Noch vor eineinhalb Jahren sei die Weltwirtschaft mit stagnierendem Wachstum und Turbulenzen an den Finanzmärkten konfrontiert gewesen, "nun ist das Bild ganz anders", konstatiert der IWF-Chefökonom Maurice Obstfeld.

Erholung seit 2016

Die 2016 begonnene Erholung der Weltwirtschaft habe in der ersten Hälfte des laufenden Jahres an Schwung gewonnen, heißt es in dem Bericht, der im Vorfeld der Jahrestagung von IWF und Weltbank am kommenden Wochenende veröffentlicht wurde. Als besonders bemerkenswert hebt Obstfeld hervor, dass diese Dynamik eine so breite Grundlage habe wie seit einem Jahrzehnt nicht mehr: Rund 75 Prozent der Weltwirtschaft seien an dem Aufschwung beteiligt.

Allerdings warnt der IWF-Experte auch vor weiterhin "ernsthaften Risiken". Er verwies unterem auf die wachsenden Gräben zwischen Armen und Reichen in den einzelnen Staaten sowie die Schuldenberge in nationalen Haushalten. Die politisch Verantwortlichen sollten die derzeit günstigen Rahmenbedingungen nutzen, um strukturelle und fiskalische Reformen anzupacken und so die Produktivität und Investitionen zu steigern, mahnte Obstfeld.

Eurozone: Im Schnitt plus 2 Prozent

Für die Eurozone sagt der IWF für das laufende Jahr ein Wachstum von 2,1 Prozent und für 2018 von 1,9 Prozent voraus. Das sind jeweils 0,2 Prozentpunkte mehr als in der Prognose vom Juli. Als Faktoren der positiven Entwicklung nennen die Währungsexperten unter anderem die Zunahme der Exporte und zugleich der Binnennachfrage.

Für Österreich hob der IWF die BIP-Prognose für 2017 kräftig von 1,4 auf 2,3 Prozent an, für 2018 von 1,3 auf 1,9 Prozent. Die IWF-Prognosen liegen damit aber erneut unter den Vorhersagen der heimischen Wirtschaftsforscher.

In Deutschland erwartet der IWF einen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 2,0 Prozent in diesem Jahr und 1,8 Prozent im nächsten Jahr. Auch dies sind jeweils 0,2 Punkte mehr als in seiner vorherigen Schätzung.

Das Washingtoner Institut schätzt die Wirtschaftsentwicklung in Deutschland insofern ähnlich ein wie die führenden deutschen Wirtschaftsinstitute. Diese hatten in ihrer Prognose von Ende September ein Wachstum von 1,9 Prozent im laufenden Jahr und 2,0 Prozent in 2018 vorhergesagt.

Fragezeichen Brexit

Die Wirtschaftsentwicklung in Großbritannien betrachtet der IWF hingegen mit Skepsis. Seit der Brexit-Entscheidung habe die Abschwächung des Pfund die Einkommen der Privathaushalte schrumpfen lassen; die Zukunft der britischen Beziehungen zur EU sei weiterhin von großen Ungewissheiten überschattet. Für das laufende Jahr erwartet das Institut ein Wachstum in Großbritannien von 1,7 Prozent, für 2018 nur 1,5 Prozent.

Die konjunkturelle Entwicklung in den USA bewertet der Währungsfonds hingegen positiv, die dortige Stimmung der Unternehmen und Verbraucher sei gut. Allerdings bestünden Unsicherheiten über den Kurs der US-Politik fort, bemerkt der IWF mit Blick auf die noch in den Anfängen steckenden Pläne von Präsident Donald Trump für eine große Steuerreform.

Für dieses Jahr rechnet der IWF in den Vereinigten Staaten mit einem Zuwachs des BIP um 2,2 Prozent, für nächstes Jahr um 2,3 Prozent. Die Trump-Regierung hat sich allerdings ein Wachstum von dauerhaft drei Prozent zum Ziel gesetzt.

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