IWF-Chefin Lagarde: Schwieriges Jahr für Weltwirtschaft

IWF-Chefin Lagarde: Schwieriges Jahr für Weltwirtschaft

Das Jahr 2016 wird für die Weltwirtschaft offenbar ein schwieriges Jahr mit uneinheitlicher Tendenz. IWF-Chefin Lagarde sieht als Ursache den Konjunkturabschwung in China und die Aussicht auf steigende Zinsen in den USA.

Berlin. IWF-Chefin Christine Lagarde rechnet mit einem enttäuschenden Wachstum der Weltwirtschaft im Jahr 2016. Hintergrund seien politische Unsicherheit und eine stärkere wirtschaftliche Schwankungsanfälligkeit rund um den Globus, schrieb die Französin in einem Gastbeitrag im "Handelsblatt" (Mittwochausgabe).

Ursache dafür seien unter anderem der Konjunkturabschwung in China und die Aussicht auf steigende Zinsen in den USA. Die US-Zinswende könne insbesondere Schwellen- und Entwicklungsländer vor Probleme stellen, die Konjunkturprogramme im Kampf gegen die Finanzkrise in einem erheblichen Anteil mit Dollar-Krediten finanziert hätten, erklärte die Chefin des Internationalen Währungsfonds. Hier drohten bei einem weiteren Anstieg des Dollar Zahlungsausfälle von Unternehmen, die Banken und Staaten infizieren könnten.

Auch die Flüchtlingskrise sowie die Spannungen in Nahost und in Nordafrika, die mit den Pariser Anschlägen bis nach Europa ausstrahlten, trügen zu den Unsicherheiten bei. Zudem stelle der Preisverfall bei Öl und anderen Rohstoffen die Förderländer vor Probleme. Und der Finanzsektor weise auch sieben Jahre nach der Lehman-Pleite nach wie vor Schwächen auf.

Unterschiedliches Wachstum

"All dies bedeutet, dass das weltweite Wachstum 2016 enttäuschend und ungleichmäßig ausfallen wird. Und auch die mittelfristigen Aussichten haben sich abgeschwächt, weil geringe Produktivität, alternde Bevölkerungen und die Folgen der globalen Finanzkrise das Wachstum bremsen", schrieb Lagarde. Die Eurozone können ihre Aussichten verbessern, indem sie sich ausreichend mit dem Berg an faulen Krediten von rund 900 Mrd. Euro auseinandersetze - einem der großen ungelösten Probleme der Finanzkrise.

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