IV: Österreichs Wirtschaft wächst 2021 im Rekordtempo

IV-Chefökonom Christian Helmenstein erwartet für Österreichs Wirtschaft den stärksten Aufschwung seit mindestens 20 Jahren. Nicht nur die Überwindung der Corona-Krise, sondern auch weniger Risiken verursacht durch Brexit und US-Präsident Trump würden 2021 der Wirtschaft kräftige Impulse geben.

IV: Österreichs Wirtschaft wächst 2021 im Rekordtempo

Wien. Der Einbruch der Wirtschaft im Corona-Jahr 2020 bringt die Wirtschaft in Österreich zwar schwer ins Schleudern. Dennoch sieht der Chef-Ökonom der Industriellenvereinigung (IV) Christian Helmenstein für das Jahr 2021 positive Vorzeichen. " Helmenstein rechnet für 2021 mit einem Wachstum von „mindestens vier, wenn nicht sogar fünf Prozent“. Voraussetzung dafür ist allerdings, das es keinen weiteren unerwarteten Rückschlag geben wird. Damit widerspricht der IV-Chefökonom klar der OECD, die zuletzt das ein Plus für Österreichs Bruttoinlandsprodukt (BIP) bei nur 1,4 Prozent für das Jahr 2021 sowie 2,3 Prozent für das Jahr 2022 prognostiziert hatte. In 2020 wird Österreichs Wirtschaftswachstum gegenüber dem Vorjahr um rund acht Prozent schwächer ausfallen.

Helmensteins Optimismus begründet sich darauf, dass mit den Covid-Impfungen und entsprechend hochwirksamen Therapien die Corona-Krise rasch überwunden werde. Der IV-Chefökonom führt dabei drei wesentliche Gründe an: Erstens werde die verbesserte Erreichbarkeit von Nah- und Fernmärkten die Exporte wieder beleben. Zweitens geht mit der Investitionsprämie ein Investitionsvolumen in Höhe von rund 22 Mrd. Euro einher. Und drittens rechnet er auch mit den Konsumenten, die derzeit vorwiegend aus krisenbedingter Vorsicht weniger Geld ausgeben, im kommenden Jahr wider weniger sparen mehr Nachfrage entfalten.

Helmenstein räumt allerdings auch ein, dass die Erholung durch Verzögerungen bei den Covid-19-Impfungen eventuell etwas verspätet „im Juli statt im Mai“ eintreten könnte. Der Aufschwung der Konjunktur würde dennoch nicht aufzuhalten sein.

Weniger Unsicherheiten, bessere Aussichten

Für die größten 25 Volkswirtschaften der Welt sieht IV-Chefökonom Helmenstein ebenso einen starken Aufschwung. Bis auf China haben heuer sämtliche großen Volkswirtschaften eine BIP-Schrumpfung verzeichnet. „Covid trifft die Konjunktur doppelt so hart wie die Finanzkrise vor zwölf Jahren“, sagt Helmenstein. Das Wachstum werde dennoch 2021 zurückkommen, vor allem in den Industriestaaten.

Eine wesentliche Rolle neben der erwartbaren Überwindung der Corona-Krise spielt dabei auch die Abnahme wirtschaftspolitischer Unsicherheiten, die etwa durch den Brexit oder die Handelspolitik von US-Präsident Donald Trump entstanden waren. Für „Anleger, die hauptsächlich in den Main Markets investiert sind, sind das gute Nachrichten“, so Helmenstein.

Der massive Einbruch der Wirtschaft im Corona-Jahr 2020 mit einem BIP-Minus von acht Prozent birgt ein enormes Erholungspotenzial für die österreichische Wirtschaft, erklärt IV-Ökonom Helmenstein. „Das Jahr 2021 wird uns den stärksten Aufschwung seit 20, vielleicht sogar seit 40 Jahren bringen.“

Schwacher Dollar, starker Franken

Ein Blick auf die hohen Budgetdefizite, welche in der Covid-Krise flächendeckend in Kauf genommen werden, fördert Erstaunliches zu Tage. Während Österreich und Deutschland ihre Staatsausgaben derzeit nur zu etwas mehr als 80 Prozent durch eigene Einnahmen decken, liegt dieser Wert für die USA noch weit darunter, nämlich bei lediglich 60 Prozent. „Die USA sind wieder mit einem Twin Deficit konfrontiert: Nicht nur das Budgetdefizit, sondern auch das Leistungsbilanzdefizit hat sich substanziell vergrößert“, sagt Helmenstein.

Der Euro zeige gegenüber dem US-Dollar somit eine Tendenz zur Aufwertung, was eine gewisse Belastung für die europäischen Exporte bringen werde, so Helmenstein. Gleichzeitig sei dies aber keineswegs als Stärke des Euro zu bewerten, was sich am Verhältnis zum Schweizer Franken zeige. „Abbau von Schweizer Franken-Krediten“, rät der Ökonom. Denn ob die Eidgenossen angesichts ihrer enormen Währungsreserven, die durch laufende Interventionen zur bewussten Verringerung des auf der eigenen Währung lastenden Aufwertungsdrucks aufgebaut wurden, weiter so stark in den Markt eingreifen werden, sei fraglich.

Weiterhin niedrige Zinsen

Im Gegensatz zu Kriegen, die neben Menschenleben auch den Sachkapitalbestand vernichten und dadurch aus der Notwendigkeit des Wiederaufbaus heraus zu steigenden Zinsen führen, drücken Pandemien das Realzinsniveau noch weiter. „Vor acht Jahren bereits haben wir Nullzinsen auf sichere Anlagen nach Abzug der Inflation für die nächsten dreißig Jahre prognostiziert.

Infolge der Corona-Pandemie könnten aus realen Nullzinsen nunmehr sogar reale Negativzinsen auf Dauer werden“, so Helmenstein. Der IV-Chefökonom rechnet gleichzeitig für 2021 einen nur mäßigen Anstieg der Inflation. Ein beschleunigter Preisauftrieb ergebe sich bereits aus dem sogenannten statistischen Basiseffekt, wenn die preisniveaudämpfende Wirkung des niedrigen Ölpreises im April 2021 ausläuft.

Positive Effekte für Aktien

Die aus den niedrigen Zinsen resultierenden positiven Effekte an den Aktienmärkten seien unübersehbar und ein Investment in Aktien für den strategisch denkenden Investor unverzichtbar, so der Leiter des Fondsmanagements der Steiermärkischen Sparkasse, Karl Freidl, anlässlich des Online-Investmentausblicks. Eine Quote von mindestens 30, besser 50 Prozent sei zum Erhalt des Kapitals nötig, denn Aktien im Portfolio seien die Renditetreiber.

Die zuletzt enorm gestiegenen Kurse der Hightech-Unternehmen, die immer noch eine starke Dynamik zeigen, seien bereits sehr hoch bepreist, ebenso der US-Markt. Freidl setzt daher verstärkt auf Europa und klassische Value-Werte traditioneller Industrieunternehmen.

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