Investitionsförderung: Anlaufstellen und Tipps für Unternehmen

Für Unternehmen gibt es zahlreiche Investitions-Förderungen. Ob in der Gründungsphase, um das Wachstum oder die Digitalisierung voranzutreiben - das Spektrum ist groß, viele Stellen helfen. Die wichtigsten Tipps und Informationen zu den Förderstellen.

Investitionsförderung: Anlaufstellen und Tipps für Unternehmen

Zahlreiche Förderstellen unterstützen die Investitionstätigkeit von Unternehmen.

Langsam zeichnet sich ein Ende der Corona-Pandemie ab. Weltweit zieht die Wirtschaft wieder an und manche Wirtschaftsforscher sprechen bereits vom bevorstehenden größten Wirtschaftsaufschwung aller Zeiten.

Für Unternehmer ist es daher an der Zeit, die Weichen zu stellen, um am Aufschwung entsprechend partizipieren zu können. In vielen Fällen bedingt das auch entsprechende Investitionen, doch nach einem Jahr Pandemie und damit verbundenen schlechteren Geschäften ist es um die dafür erforderliche Finanzkraft oft nicht besonders gut bestellt. Und selbst wenn das benötigte Kapital vorhanden ist zögern viele, es durch langfristige Investitionen zu binden und so den Handlungsspielraum für eine allfällige kurzfristig nötige Liquidität zu beschneiden.

Zahlreiche Fördermöglichkeiten

Zahlreiche Förderstellen bieten den Unternehmerinnen und Unternehmern jedoch zum Teil großzügige Unterstützungen an. Dabei werden sowohl rückzahlbare als auch nicht rückzahlbare Zuschüsse gewährt. Die Chancen, dass es für ein Investitionsvorhaben einen Zuschuss aus einem Fördertopf gibt stehen nicht schlecht, auch abseits von coronabedingten Unterstützungen. Es lohnt sich daher auf jeden Fall, alle Fördermöglichkeiten zu prüfen und auszuloten. Dadurch kann der eigene Kapitaleinsatz oder die Höhe eines Investitionskredits deutlich reduziert werden.

Das Spektrum an Förderungen ist groß. Sie stehen für unterschiedlichste Investitionen bereit und Unternehmen aller Art - vom EPU und Start-up bis zum gestandenen Betrieb und Großkonzern - können als förderwürdig eingestuft werden. „Es gibt auch keine bestimmten Vorschriften, die einzuhalten sind“, erklärt Alfred Puff, Spezialist für Förderungen bei der Wirtschaftskammer Kärnten.

Für Investitionen ab 10.000 Euro

Gefördert werden etwa über das AMS Investitionen, um Mitarbeiter einstellen oder neue Maschinen anschaffen zu können, Fortbildungsmaßnahmen oder Beratungskosten.

Für ökologische und energieeffiziente Investitionsprojekte gibt es wieder eigene Fördermittel. Entsprechende Informationen dazu bietet die Umweltförderstelle Kommunalkredit Public Consulting. Derzeit werden drei Umweltaktivitäten gefördert „Raus aus Öl und Gas“, E-Mobilitätsoffensive 2021 und eine Investitionsprämie für ökologische Vorhaben von Unternehmen und Kommunen.

Eine Grundvoraussetzung für den Bezug einer Investitionsförderung ist, dass das Vorhaben mehr als 10.000 Euro kostet, – sofern es sich nicht um ein Digitalisierungsprojekt handelt. Ebenfalls essentiell: „Die Investition darf noch nicht getätigt worden sein“, warnt Förderspezialist Puff.

Tourismusförderungen

Für Tourismusbetriebe gibt es eine weitere Stelle, bei der sie eine Förderung bekommen können. Die Österreichische Hotel- und Tourismusbank (ÖHT) ist dabei die Anlaufstelle. Projekte mit Investitionskosten von 100.000 Euro bis 700.000 Euro werden mit einem Barzuschuss von fünf Prozent unterstützt, für Projekte mit Investitionskosten von 100.000 Euro bis fünf Millionen Euro gibt es zinsgünstige TOP-Impuls-Kredite und für Projekte im Rahmen von einer Million Euro bis rund 8,3 Millionen Euro gibt es den TOP-Tourismuskredit mit bundesseitigem Zinsenzuschuss.

In anderen Branchen gibt es aktuell keine ähnlichen Fördermodelle.

Digitalisierungsförderung

Firmen, die in ihren Internetauftritt oder andere Digitalisierungsprojekte investieren und dafür mindestens 5.000 Euro ausgeben, erhalten ebenfalls staatliche Hilfe. Die Ausgaben dafür werden bis zu 30 Prozent gefördert. Förderfähig sind jedoch nur Kosten bis 6.000 Euro.

Für Status- und Potenzialanalyse und Strategieberatung gibt es noch mal bis zu 3.000 Euro staatliche Unterstützung.

Die Wirtschaftskammer Oberösterreich bietet zudem Unternehmen, die im Onlinehandel tätig sind oder Online-Services anbieten und investieren möchten, im Jahr 2021 eine eigene Digitalförderung an. Sie bekommen pro Digitalisierungsprojekt bis zu 4.750 Euro Unterstützung.

Voraussetzungen

Wirtschaftliche Voraussetzung um für eine Förderung in Frage zu kommen ist „eine stabile betriebswirtschaftliche Ausgangssituation“. Bei neu gegründeten Unternehmen werden Planwerte über die künftigen Aussichten verlangt. Dass viele Unternehmen nun nur wegen Corona um eine Förderung umfallen, glaubt der Wirtschaftskammer-Experte Puff nicht: „In den Förderstellen wird man das bestimmt berücksichtigen.“

Bei Fragen können sich Unternehmen auch an die jeweiligen Experten der Wirtschaftskammer wenden. "Wir eruieren, ob das Vorhaben förderfähig ist und helfen Unternehmen auch, zu der Förderung zu kommen", betont Puff. Natürlich gibt es auch andere Informationsstellen. Steuerberater sind etwa in der Regel ebenfalls recht firm auf dem Gebiet und die Förderstellen geben ebenfalls Auskunft über rückzahlbare oder nicht rückzahlbare Zuschüsse.

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